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Psychiatrie-Museum geschlossen

Mangel an Aufsichtskräften Psychiatrie-Museum geschlossen

Auf den Tag genau 76 Jahre nach dem Beginn der Euthanasie-Mordaktion in der Stadt Brandenburg schließt das Asklepios-Fachklinikum sein Psychiatrie-Museum und die Ausstellung, welche die Verstrickung der Klinik in die Massenmorde zwischen 1933 und 1945 zeigt. Die Schließung soll vorübergehend sein.

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xDas Asklepios Fachklinikum

Quelle: Privat

Brandenburg/H. Das Asklepios-Fachklinikum Brandenburg schließt mit dem heutigen Tag sein Psychiatrie-Museum – vorübergehend, wie es heißt. Somit wird auf den Tag genau 76 Jahre nach der Ermächtigung zu den Euthanasiemorden in Brandenburg die breite Öffentlichkeit die dazu gehörende Dauerausstellung auf dem Asklepios-Krankenhausgelände nicht mehr sehen können.

Gruppenführungen seien aber weiterhin möglich, betont Geschäftsführerin Daniela Wolarz-Weigel. Gruppen können sich unter 0 33 81 / 78 21 02 also weiter zu Führungen anmelden.

Das psychiatrische Fachkrankenhaus erklärt die vorübergehend geplante Schließung der von jährlich mehr als tausend Menschen besuchten Ausstellung mit „organisatorischen Gründen“. Wie lange die Türen lässt die Klinik offen. Denn das hängte nach Angaben von Daniela Wolarz-Weigel davon ab, wie rasch das Jobcenter die sogenannten Ein-Euro-Jobber finanziert, welche die Aufsicht im Museum führen.

Krankenhaus hat kein Geld

Die Geschäftsführerin erläutert, dass das Krankenhaus die Finanzierung der Aufsichtskräfte selbst nicht stemmen könne. Im Budget enthalten sei lediglich der benötigte fünfstellige Betrag, um die fachlich fundierten Führungen zu finanzieren. Die Öffnung des Museums und der Ausstellung gewährleiste stets die Stadt Brandenburg. Schon in den vergangenen drei Jahren hätten Museum und Ausstellung schon wegen wiederholt schließen müssen, weil kein Aufsichtspersonal mehr vorhanden war.

Nach bisheriger Erfahrung werde Haus 23 nach drei bis vier Wochen Schließung dann wieder eröffnet. Wolarz-Weigel betont ausdrücklich, dass Asklepios keinesfalls beabsichtige, Museum und Ausstellung dauerhaft zu schließen.

Im Psychiatrie-Museum des Asklepios Fachklinikums Brandenburg in der Anton-Saefkow-Allee 2 sind zwei ständige Ausstellungen zu besichtigen, einmal die „Fundus“-Ausstellung über den Alltag in der Psychiatrischen Klinik sowie eine Ausstellung über die „Landesanstalt Görden 1933 bis 1945“.

Das Psychiatrie-Museum wurde noch zu Landesklinikzeiten im Jahr 2002 eingerichtet und eröffnet, etwa ein Jahr nachdem das Land den Maßregelvollzug von dort in den fast benachbarten Neubau verlegt hatte.

Ausstellung öffnete schon 2004

Am 25. Mai 2004, also noch vor der Privatisierung des staatlichen Krankenhauses öffnete die Ausstellung über die „Landesanstalt Görden 1933 bis 1945“. Dort schildern die Historiker Beatrice Falk und Friedrich Hauer auf Schautafeln, was während des Naziterrors in der Brandenburger Psychiatrie geschehen war. Denn unter Anstaltsleiter Hans Heinze wurden psychisch auffällige Kinder vom Görden aus in den T 4-Gastod zum Nicolaiplatz geschickt.

Die Ausstellung erzählt von Einzelschicksalen, gerade von Kindern, denn unter Heinzes Leitung wurde die Gördener Anstalt zu einem Zentrum des Krankenmordes an minderjährigen Patienten. Viele Kinder starben, weil ihnen die Oberärzte Ernst Illig und Friederike Pusch „Luminal” überdosiert verabreichten. Der Mord ließ sich dadurch als „Lungenentzündung” tarnen.

Die Stadt Brandenburg erinnert am Dienstag an den Beginn der Euthanasiemorde, zu denen die Klinik auf dem Görden damals beigetragen hatte. Die Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung beginnt um 10 Uhr auf dem Gelände der „Euthanasie-Gedenkstätte“ am Nicolaiplatz, dem Ort des Verbrechens.

Von Jürgen Lauterbach

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