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Psychologen mit Putzfrauengehalt

Streit um Bezahlung im Klinikum Psychologen mit Putzfrauengehalt

Der Betriebsrat des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg akzeptiert nicht, dass Psychologen, die ihre praktische Ausbildung zu psychologischen Psychotherapeuten absolvieren, einen Stundenlohn erhalten, der knapp über dem einer Reinigungskraft liegt. Zu solchen Konditionen lehnt der Betriebsrat die Einstellung eines Psychologen ab. Dagegen klagt die Klinik.

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Psychotherapeuten versuchen, Menschen in Not zu helfen.

Quelle: Joker

Brandenburg/H. Der Betriebsrat des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg wehrt sich dagegen, dass angestellte Psychologen, die in der Klinik ihre praktische Ausbildung zu psychologischen Psychotherapeuten absolvieren, einen Stundenlohn erhalten, der nur knapp über dem einer Reinigungskraft liegt. Daher lehnt der Betriebsrat die Einstellung und Eingruppierung eines Psychologen ab. Dagegen klagt die Klinik aktuell vor dem Arbeitsgericht. Entschieden wird erst am 14. September.

Damit Psychologen den geschützten Beruf des Psychotherapeuten ausüben können, müssen sie nach ihrem Studium eine fünfjährige Zusatzausbildung erfolgreich abschließen. Zu den Voraussetzungen zählt, dass sie mehrere Jahre lang praktisch tätig sind, unter anderem in einer Fachklinik. Diese Möglichkeit bieten ihnen unter anderem die Asklepios-Fachkliniken in Brandenburg, Teupitz und Lübben.

Fünfjährige Zusatzausbildung

Der Betriebsrat des Klinikums ist jedoch nicht einverstanden mit der seit 2013 geltenden Eingruppierung und Bezahlung der Akademiker, die sich zu Psychotherapeuten ausbilden lassen. Wie aus dem aktuellen Verfahren vor dem Brandenburger Arbeitsgericht hervorging, erhalten diese Psychologen nur ein halbes Tarifgehalt. Die Rede ist von einem Monatsgehalt von 1473 Euro.

„Damit liegt der Stundenlohn knapp über dem einer Reinigungskraft“, sagt der Betriebsratsvorsitzende André Sandner. Unter diesen Bedingungen stimme der Betriebsrat der Einstellung nicht zu. Nach seinen Angaben erhielten die Psychologen der Klinik, die die Approbation anstreben, vor 2013 das volle Psychologengehalt.

Die Klinikleitung möchte sich nicht öffentlich zu dem aktuellen Rechtsstreit äußern. Soweit aus der Güteverhandlung bekannt wurde, argumentiert sie, dass sie die betreuungsintensive Ausbildung nicht vergüten will und daher nur ein halbes statt ein volles Tarifgehalt zahlt.

Klinikleitung will sich nicht äußern

Der Asklepios-Konzern steht mit der Praxis seiner Vergütung im Land Brandenburg keineswegs allein. Andere Kliniken bezahlen die gleiche Personengruppe sogar deutlich schlechter oder sogar gar nicht.

Das Berliner PiA-Forum – PiA steht für „Psychologen in Ausbildung“ – hat ermittelt, dass der Durchschnittsstundenlohn dieser Psychologen in Brandenburg und dem bis Dresden reichenden Umland bei 8,04 gelegen habe. Die Betreffenden hätten je nach Klinik zwischen Null und 37,21 Euro verdient. Bei einer Umfrage unter den Psychologen in Ausbildung landete die Brandenburger Psychiatrie im Jahr 2014 mit der Benotung Vier minus auf Rang 6 von acht Plätzen. Schlusslicht waren da die Ruppiner Kliniken mit der Note Ungenügend.

Wer als Psychologe den lukrativen Beruf des Psychotherapeuten anstrebt, sitzt während der Ausbildung am kürzeren Hebel. Denn er ist auf einen Ausbildungsplatz in einer Klinik angewiesen und daher indirekt dazu gezwungen, finanzielle Abstriche zu machen.

Von Jürgen Lauterbach

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