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RE 1: Holzschuher setzt auf 20-Minuten-Takt

Brandenburg an der Havel RE 1: Holzschuher setzt auf 20-Minuten-Takt

Brandenburgs SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher will sich nun verstärkt um das Thema einer besseren und häufigeren Zugverbindung der Stadt Brandenburg kümmern, kündigte er jetzt an. Das Thema sieht er bei Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) nicht in den richtigen Händen.

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Der Zug nach Potsdam müsste häufiger fahren, sind sich Ralf Holzschuher und Dietlind Tiemann einig. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten.

Quelle: P. Rißling

Brandenburg/H. Brandenburgs SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher will sich nun verstärkt um das Thema einer besseren und häufigeren Zugverbindung der Stadt Brandenburg kümmern, kündigte er jetzt an. Das Thema sieht er bei Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) nicht in den richtigen Händen.

Die Zahl der Pendler in den Zügen der Deutschen Bahn zwischen Brandenburg an der Havel und Berlin wird weiter zunehmen – teils drastisch. Das betrifft aus der Stadt Brandenburg mehr als 10 000 Menschen die täglich ein- und ebenso viele Menschen die auspendeln. Das geht, wie die MAZ berichtete, aus den Untersuchungen des Verkehrsverbundes hervor. Zum Teil werden sich die Fahrgastzahlen bis 2030 fast verdoppeln.

Und das selbst dann, wenn Bahnfahren nicht attraktiver werde und durch neue Strecken oder bessere Takte noch mehr Menschen von überfüllten Straßen auf Schienen gelockt werden. Aber das habe die Politik vor, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher. Im Rahmen der Plenarsitzung des Landtages der Schienenpersonennahverkehr Thema. Dabei wurde die perspektivische Entwicklung auf der Linie des RE 1 diskutiert.

Ralf Holzschuher: „In den nächsten Jahren wird allein auf dem Abschnitt zwischen Brandenburg an der Havel und Werder (Havel) die Zahl der Pendler um voraussichtlich 23 Prozent steigen. Das bedeutet, dass wir dringend bessere Angebote auf der nachfragestärksten Linie im Brandenburg Regionalnetz brauchen.“ Für ihn sei klar: „Brandenburg an der Havel braucht mindestens einen 20-Minuten-Takt in die Hauptstadt. Dafür habe ich mich im Landtag eingesetzt. Auch das Infrastrukturministerium sieht insbesondere auf dem RE 1 Handlungsbedarf.“ Für die Anrainer–Städte des RE1 sei es wichtig in den Regionaldialogen zur Fortschreibung des Landesnahverkehrsplans deutlich zu machen, dass man diese Anbindung wolle und unterstützt.

Dazu gehöre die Überlegung, welche weiteren Infrastrukturmaßnahmen dafür notwendig seien. „Für mich ist dabei die Stammbahn unerlässlich. Ich freue mich, dass auf eine Initiative von Werder und Potsdam auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur dieses Projekt unterstützt.“ Denn nur mit dieser neuen Streckenführung könne ein verlässlicher 20-Minuten-Takt mit Verstärkerzügen in den Spitzenstunden auch realisiert werden, so Holzschuher weiter.

Der Hinweis auf die Stammbahn, ist schlicht eine verbale Ohrfeige für Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und ihre CDU. Mit ihre Mehrheit aus CDU und Büfübü in der SVV hatte Tiemann in diesem Jahr den Ausbau der sogenannten Stammbahn nach Brandenburg Havel – eine S-Bahn-Linie, die bis in die 80er-Jahre zumindest Potsdam und Werder zusätzlich mit Berlin verband - in der SVV mit dem Hinweis auf wichtigeren Infrastrukturprojekte einfach abgelehnt.

Dabei wäre die Stammbahn eine Verbindung von der Brandenburg direkt profitiert hätte: Ein engerer Zugtakt zwischen Brandenburg, Potsdam und Berlin wird derzeit durch die überlastete Ost-West-Strecke im Berliner Stadtgebiet verhindert. Die Probleme auf der RE1-Strecke kennt jeder, der häufiger Zug fährt.

Die Wiederbelebung der alten Stammbahn würde Züge aus Brandenburg über den Berliner Südwesten ins Zentrum der Hauptstadt führen. Kaum jemand auf der politischen Ebene in Potsdam versteht, warum Tiemanns CDU diese Chance ausgeschlagen hat.

Zumal Tiemann dann später die Planentwürfe von Landesverkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) heftig kritisierte, die ab 2022 geplante Verdichtung des RE1 auf einen 20-Minuten-Takt nur von Werder bis Fürstenwalde vorzunehmen. „Wir fordern seit Jahren eine Verdichtung der Taktzeiten des RE1. Die Zustände in völlig überfüllten Zügen sind für die vielen tausend Pendler kaum mehr zumutbar.“ Dass bei der Taktverdichtung der Züge „ausgerechnet die Oberzentren Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) ausgeschlossen werden sollen ist unhaltbar!“, schimpfte die Oberbürgermeisterin.

Brandenburg sei der „erfolgreichste Regionale Wachstumskern außerhalb des Speckgürtels. Diese erfolgreiche Entwicklung gerät in Gefahr, wenn wir von der Landesregierung von der Verdichtung des RE1-Taktes abgehängt werden“, so Tiemann weiter, die ankündigte, sich persönlich an die Ministerin zu wenden. Das kann sie tun. Ob Kathrin Schneider wirklich beeindruckt, ist unwahrscheinlich.

Wie die Ministerin intern beklagt, habe sich die Stadt Brandenburg beim Regionaldialog in Belzig Anfang Juni zu dem Thema nicht mit einem Wort geäußert. Nun aber echauffiere sich Tiemann über die Medien. Schneider setze mehr auf „mitdiskutieren und Hinweise einbringen“ und lobt die Position der Kommunen Werder und Groß Kreuz, die sich intensiv in den Prozess einbringen. Im Übrigen, so musste sich Holzschuher jetzt sagen lassen, könne die Not in Brandenburg ja nicht so groß sein, wenn man als Stadt ein Projekt wie die Stammbahn-Reaktivierung ablehne.

Von Benno Rougk

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