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Brandenburg/Havel Radler organisieren Selbsthilfewerkstatt
Lokales Brandenburg/Havel Radler organisieren Selbsthilfewerkstatt
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15:18 14.03.2018
David Weinreich, Markus Richter und Stefan Fehling (von links) haben einen alten Container mit ihren Mitstreitern zu einer Selbsthilfewerkstatt umgebaut. Quelle: Norman Giese
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Brandenburg/H

Eine Selbsthilfewerkstatt für Fahrradfahrer ist in den vergangenen Wochen auf dem Hof der Jugendkulturfabrik in der Magdeburger Straße 5 entstanden. Acht engagierte Brandenburger, die sich selbst die Spin Doctors nennen, haben das möglich gemacht. Bei teilweise bis zu minus acht Grad haben sie seit Jahresbeginn jeden Dienstag einen alten See-Container zu einer Werkstatt umgebaut und auf den Namen Bike Box getauft. Dort sollen nun vor allem Flüchtlinge Unterstützung bekommen, wenn an ihren Fahrrädern Reparaturen notwendig sind.

„Die Räder, die sie haben, sind meistens nicht verkehrstüchtig“, sagt Projektteilnehmer David Weinreich. Reparaturen oder fehlende Teile seien aber oftmals schnell zu teuer und daher für die Geflüchteten schwierig zu realisieren. Die Bike Box soll da Abhilfe leisten. In der Selbsthilfewerkstatt hinter dem Haus der Offiziere (HdO) besteht unter Hilfestellung der Spin Doctors ab sofort jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr die Möglichkeit reparaturbedürftige Fahrräder selbst wieder flott zu machen – für Flüchtlinge, aber auch alle anderen, die dieses Angebot wahrnehmen möchten.

Bike Box ist Selbsthilfewerkstatt und Treffpunkt gleichermaßen

In der Bike Box stehen dazu zwei Montageständer, eine Werkbank und jede Menge Werkzeuge zur Verfügung. „Wir haben sogar ein Schweißgerät“, erzählt David Weinreich. Auch die Werkstatt des HdO dürfe man benutzen, verrät dessen Sozialarbeiter Markus Richter, der ebenfalls zu den Spin Doctors gehört. „Wir sind Leute, die Lust haben sich zu treffen und zu schrauben“, sagt er. „Wir basteln in unserer Freizeit an unseren eigenen Fahrrädern oder an denen von Bekannten“, ergänzt der 20-jährige David Weinreich.

Ihre Expertise möchten sie nun gern an hilfsbedürftige Radler weitergeben, die nicht das nötige Know-how oder die passenden Werkzeuge haben. Die Bike Box soll dabei Selbsthilfewerkstatt und Treffpunkt gleichermaßen sein. „Es ist eine spannende Chance für Begegnungen und um zu helfen“, sagt Stefan Fehling, der ebenfalls zum Team gehört. „Man kann in Kontakt treten und voneinander lernen“, so der 26-jährige Industriemechaniker. Auch das eine oder andere Fachgespräch unter Radfahrern wird es sicherlich geben.

Blick ins Innere der Bike Box am Haus der Offiziere. Quelle: Norman Giese

Die Grundlage dazu wurde in den zurückliegenden Wochen geschaffen, in denen Fehling, Richter, Weinreich und ihre Mitstreiter den alten, gelben Container wieder auf Vordermann brachten. „Er hatte einen Wasserschaden und wir mussten ihn erstmal dicht machen“, erzählt David Weinreich. Zudem mussten Boden und Wände ausgebessert werden. Aus einer alten Tür zimmerten die Fahrrad-Freunde die Werkbank. „Jetzt können wir anfangen“, meint Markus Richter.

Spenden und Unterstützung aus der Bevölkerung

Zwar sei noch nicht alles komplett fertig, die wichtigsten Arbeiten sind inzwischen aber erledigt. Nach und nach sollen noch einige Kleinigkeiten dazukommen. So sind zum Beispiel diverse Ablagemöglichkeiten in Planung. Außerdem wollen die Spin Doctors ihre Bike Box ans Stromnetz anschließen, um zum Beispiel Licht zu haben oder Musik über ein Radio abspielen zu können. Die bisher kahlen Wände könnten ferner mit passenden Postern dekoriert werden. Ein tatkräftiger Unterstützer bei allen Vorhaben der Spin Doctors ist Mitglied Ramazan aus dem Iran. Der 41-Jährige war in seiner Heimat unter anderem als Lkw-Fahrer, Elektriker und Hausmeister im Einsatz und ist eine handwerkliche Allzweckwaffe. Weil sein Rad am meisten Reparaturbedarf hat, soll es das erste sein, das in der Bike Box aufgebockt und überholt wird.

Für den Umbau des Containers trafen sich die Spin Doctors einmal pro Woche am frühen Dienstagabend. Quelle: privat

Auch aus der Bevölkerung gab es immer wieder Hilfe bei der Umsetzung des Projektes. „Alle denen wir davon erzählt haben, waren angetan und wollten mehr wissen“, sagt David Weinreich. Für die Spin Doctors sprangen so mehrere Sachspenden heraus. Die Gruppe nimmt gern gespendete Fahrräder entgegen und bereitet sie zur Weitergabe an Flüchtlinge auf.

Von Norman Giese

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