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Brandenburg/Havel Rätsel um den Braki-Jungen ist gelöst
Lokales Brandenburg/Havel Rätsel um den Braki-Jungen ist gelöst
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11:57 26.02.2018
Klaus Mettig stand als Junge Modell Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Er ist einer der ersten Multimedia-Künstler. Seine Arbeiten als weltreisender Fotograf sind begehrt. Ausstellungsmacher liegen ihm zu Füßen. Die Stadt Brandenburg hat einen berühmten Sohn mehr – wohl ohne es zu wissen. Es ist der Junge in der Braki-Kleidung, auf dessen Suche sich die MAZ machte. Jetzt ist das Rätsel um den Steppke in der blau-braunen Freizeitkombination gelöst. Bei dem Kindermodel handelt es sich um den 1950 in der Havelstadt geborenen Klaus Mettig.

So sieht Klaus Mettig heute aus. Quelle: Landesmuseum Bonn

Aus dem in Plaue aufgewachsenen Knaben ist ein Künstler geworden, der seit den 1970er-Jahren Fotografie und Videokunst nutzt, um sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Seit Jahrzehnten lebt Mettig in Düsseldorf; ist verheiratet mit Katharina Sieverding, eine nicht minder berühmte Künstlerin und Schülerin von Josef Beuys, deren Großfotografien weltweit für Furore sorgen.

Zahlreiche Ausstellungen

Der 1950 in Brandenburg geborene Klaus Mettig verbrachte seine Kindheit in Plaue. Wohl von seinem Vater, dem Fotografen Lothar Gabriel, erbte er die Liebe zur Kunst und Fotografie. Schon mit 23 Jahren erhielt Mettig ein Stipendium am Whitney Museum of American Art, New York City.

In den Jahrzehnten danach folgten Reisen in viele Länder. Laut Wikipedia kann sich Mettig zu den ersten Multimedia-Künstlern zählen. Sein künstlerisches Schaffen mündete in zahlreichen Einzelausstellungen. Dazu kommen Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem 1982 bei der Documenta 7 in Kassel.

Für Aufsehen sorgte Mettig einst mit 2500 Fernsehbildern, die er von 1978 bis 1981 aus den TV-Nachrichten mit Hilfe einer vor dem Fernseher fest installierten Kamera aufnahm und daraus eine ganz eigene Art von Chronik machte. Der Fotokünstler ist auch für großformatige Panoramabilder bekannt.

In Mettigs alter Heimatstadt, die er mit der Familie in jungen Jahren verließ, kennen nur ganz wenige Menschen die Geschichte hinter der Geschichte mit den Messekatalogen für den einstigen VEB Brandenburger Kinderbekleidung ((Braki) – so wie Familie Fattroth aus Plaue, die ein verwandtschaftliches Verhältnis mit dem Fotografen verbindet. Klar ist nun auch wer damals am Salzhofufer, vor der Ruine der Johanniskirche und an anderen Orten in der Stadt auf den Auslöser drückte. Es war Mettigs eigener Vater, der aus dem Plauer Patendamm stammende Fotograf und Bildreporter Lothar Gabriel.

Gabriel war in jener Zeit ein bekannter Mann. Auf unzähligen Schwarz-Weiß-Aufnahmen hielt der Plauer die Aufbaujahre der jungen DDR fest. „Wir haben zahlreiche Fotografien aus den frühen SWB-Jahren von ihm im Archiv“, berichtet Marius Krohn vom Brandenburger Industriemuseum. Selbst im Bundesarchiv ist Gabriel vertreten, weil zu seinen Auftraggebern auch die DDR-Nachrichtenagentur ADN gehörte. Im Feinblechwalzwerk Burg porträtierte er zum Beispiel 1950 den Ersten Walzer. Die Aufnahmen seines Sohnes für den Braki-Messekatalog müssen Ende der 1950-Jahre entstanden sein, weil das Unternehmen mit Oberbekleidung für Knaben bis acht Jahre warb. Damit sind die Aufnahmen doch etwas älter als ursprünglich angenommen.

Klaus Mettig selbst kommt in Abständen zu Verwandtenbesuchen nach Plaue zurück, ist aber im Alltag auf der ganzen Welt unterwegs. Aktuell haben er und seine Ehefrau Ausstellungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna eröffnet. Eine kurzfristige Kontaktaufnahme ist der MAZ deshalb bisher nicht gelungen. Besucher des Landesmuseums Bonn konnten in diesem Jahr seine Sonderausstellung „Klaus Mettig. Reisender ohne Fahrschein“ sehen. Im Mittelpunkt standen Fotografien aus den Jahren 2005 bis 2017, die in den Großstädten wie Ramallah, Dehli, Kathmandu, Shanghai, Dubai und New York entstanden sind.

Klaus Mettig vor der Johanniskirche. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die ganze Braki-Geschichte ins Rollen gebracht hatte der Kultur- und Heimatverein Ziesar mit seiner im Oktober eröffneten Sonderausstellung über den bis 1991 im Fienerstädtchen existierenden Betriebsteil. In diesem Zusammenhang erinnerte sich Marius Krohn als Leiter des Brandenburger Industriemuseums an zwei Braki-Kataloge für die Leipziger Messe, die aus dem Nachlass des ehemaligen Betriebsleiters Rudolf Gebhardt stammten. Krohn übergab die Bände den Ziesaranern als Leihgabe und überlegt die Ausstellung nach Brandenburg zu holen. Eines Tages vielleicht auch den Jungen vom Salzhofufer – Klaus Mettig.

Von Frank Bürstenbinder

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