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Räuber muss 39 Monate in Haft

Dreiste Überfälle auf Rentnerinnen Räuber muss 39 Monate in Haft

Der Brandenburger Toni N. (28) hat auch in der Berufungsverhandlung vor dem Potsdamer Landgericht keine gute Figur abgegeben und sich daneben benommen. Die 7. Strafkammer hält ihn wie zuvor das Schöffengericht Brandenburg für schuldig, im vergangenen Oktober und Januar zwei Rentnerinnen überfallen zu haben. Das Gericht in Potsdam erhöhte die Strafe um fünf Monate.

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So könnte ein Überfall aussehen: Ein Räuber entreißt in einer nachgestellten Szene einer Frau deren Handtasche.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Wegen der Raubüberfälle muss der Mann mit dem hageren blassen Gesicht nun für drei Jahre und drei Monate ins Gefägnis, wie sein Verteidiger Zillkes bestätigte.

Hinzu kommen drei Tage Ordnungshaft, weil er das Urteil kommentierte mit den Worten, dass ihm eh alles sch...egal sei. Toni S. und sein Verteidiger hatten die vorgeworfenen Überfälle bestritten und auf Freispruch plädiert.

Worte der Reue waren von dem Angeklagten, der seit Januar in Untersuchungshaft sitzt, folgerichtig nicht zu hören. Aber auch sonst machte der junge Mann keinen guten Eindruck. Sein Verhalten vor Gericht war wenig geeignet, ihm eine gute Sozialprognose auszustellen und dies bei der Strafzumessung zu berücksichtigen.

Täter zeigt keinerlei Reue

Toni S. ist schwer mit gutem Willen zu erreichen. Selbst Rechtsanwälte, die auf seiner Seite stehen und ihm helfen möchten, laufen bei ihm gegen eine Wand. Einsicht in eigenes Fehlverhalten scheint ihm fremd. Der Mann, der sich jahrelang mit Hilfsarbeiten über Wasser gehalten hat, sieht Schuld grundsätzlich bei anderen und findet es an der Zeit, dass Vater Staat sich um ihn kümmert. Er möchte nicht „so bescheuert“ sein, Jobs etwa bei Amazon oder Zalando anzunehmen, die mit langen Wegstrecken verbunden sind. Weil nur ein Bus dorthin fährt, hält er es für unzumutbar, den langen Arbeitsweg auf sich zu nehmen.

Der junge Brandenburger gilt durchaus als nicht dumm. Doch mit seinem Sozialverhaltern steht er sich selbst im Weg. Doch das allein hätte ihm nicht diese erste hohe Strafe eingebracht.

Drittes Verfahren

Demnächst erwartet Toni N. ein drittes Verfahren, dann wieder im Amtsgericht Brandenburg, diesmal aber wegen Beleidigung.
Nach dem ersten Urteilsspruch im Februar 2015 hatte er die Richterin für die Menschen im Gerichtssaal gut hörbar beleidigt. Er benutzte ein übles Schimpfwort und empfahl dem Gericht, sich statt seiner „lieber um Kinderficker zu kümmern“.
Der 28-Jährige sitzt seit Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft. Die 7.Strafkammer bestätigte den Haftbefehl wegen Fluchtgefahr. jl

Vielmehr hatte er es am 18. Januar nach Überzeugung der Richter auf eine heute 91 Jahre alte Brandenburgerin abgesehen, die an jenem Sonntag arglos durch die Nikolaus-von-Halem-Straße nach Hause gegangen war. Er hatte sich die Handtasche der alten Dame als Beute ausgeguckt, fiel über sie her und versetzte ihr einen Schlag ins Genick. Als die Rentnerin zu Boden fiel, entriss er ihr schnell die Lederhandtasche und verschwand dann mit dem Mountainbike. Ein Zeitungsbote war damals Zeuge des Überfalls und eilte der Frau zur Hilfe, während der zweite Zeuge, ein Hausmeister, die Verfolgung aufnahm. Bald darauf wurde Toni N. als mutmaßlicher Räuber festgenommen und kam wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Opfer lebt nun im Heim

Sein Opfer hat mehr davon getragen als offene Knie und Schmerzen im Nacken, im Mund und an der Nase. Die 91-Jährige, die bis zu dem Überfall noch leidlich selbstständig in der eigenen Wohnung gelebt hatte, erholte sich nicht richtig von dem Verbrechen. Ihr gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich so, dass sie inzwischen in einem Heim lebt.

Zur Last gelegt wurde dem Arbeitslosen ein zweiter Überfall, abermals mit Handtaschenraub. Opfer war am 12. Oktober 2014 in der Willi-Sänger-Straße eine 74 Jahre alte Rentnerin aus dem Stadtteil Nord. Der Räuber erbeutete 65 Euro, eine EC-Karte und die Pin-Nummer. Gut 25 Minuten später filmt ihn die Überwachungskamera der Sparkasse, wie er das Konto der Rentnerin plündert, ihre letzten 135 Euro abhebt.

Von Jürgen Lauterbach

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