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Rainer Simon bei Defa-Filmvorführung zu Gast

500 Jahre Till Eulenspiegel Rainer Simon bei Defa-Filmvorführung zu Gast

Der Regisseur Rainer Simon charakterisierte Till Eulenspiegel 1974 als subversiven Helden. Mit seinem 1974 entstandenen Film begeisterte und verschreckte er sein Publikum zugleich. Am Montagabend gastierte Simon anlässlich einer Vorführung des Streifens im Brandenburger Theater.

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Rainer Simon

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Schon als Kind alberte Till Eulenspiegel am liebsten herum und hatte auch als Erwachsener keine Ehrfurcht vor den Obrigkeiten. Der Regisseur Rainer Simon porträtierte den Schalk aus dem 14. Jahrhundert als Anarchisten und subversiven Helden und holte ihn aus seinem Kinderbuch-Image heraus.

Am Montagabend wurde sein 1974 entstandener Defa-Streifen, in dem Winfried Glatzeder die Hauptrolle spielte, im Brandenburger Theater zum Anlass des 500-jährigen Jubiläums der Figur Till Eulenspiegel gezeigt. Anschließend sprach der Journalist und Buchautor Heiko Hesse mit Simon über den Film.

Begeistert und abgestoßen

Der 74-Jährige Regisseur setzte eine Erzählung des Schriftsteller-Ehepaars Christa und Gerhard Wolf um, die eigentlich zweiteilig angelegt war. Aus ökonomischen Gründen musste sie jedoch gekürzt werden. „Heute kann ein solcher Film zu diesem Thema nicht mehr gemacht werden“, sagte Simon. Für damalige Verhältnisse sei er sehr teuer und aufwendig gewesen. Etwa eine Million DDR-Bürger hatten ihn gesehen. Der Film, der in Zeiten kurz vor dem Bauernkrieg spielt, habe das Publikum gleichzeitig begeistert und abgestoßen, bemerkte Heiko Hesse.

Eulenspiegel nutzt die revolutionäre Zeit des Mittelalters, um anderen den Spiegel vorzuhalten. Als Bettler wird er vom Kaiser angesprochen und gefragt, ob er der neue Hofnarr werden wolle. Eulenspiegel willigt ein, versucht jedoch bald, ihn von Gerechtigkeit zu überzeugen: Dass jeder, auch der Kaiser, für seine Besitztümer arbeiten muss. Daraufhin wird er ignoriert und zum Tode verurteilt. Eulenspiegel wurde erst so richtig am Kaiserhof zum Narren gemacht, erklärte der Regisseur, „von denen, die ihn vereinnahmen wollten.“

Endloser Kampf

Die Menschen in der DDR wussten zwischen den Zeilen zu lesen, sagte Simon. „Eigentlich war es ein Gegenwartsfilm.“ Aufgrund einiger Szenen gab es einen endlosen Kampf und Briefverkehr mit dem Befa-Direktor, erzählte der Buchautor. Kurios: Wenn es auffällige Reaktionen während des Filmes gab, mussten diese an die Hauptverwaltung Film in Berlin gemeldet werden.

Für Rainer Simon ist Till Eulenspiegel jemand, der sich niemandem unterwirft: „Eine Figur, die ich auch in der heutigen Zeit noch gerne sehen würde. Einer, der mit aller Brutalität seine Meinung vertritt, das kommt nicht so oft vor.“ Sein 1974 entstandener Film war mutig und mit versteckten Details, der seine Wirkung auf die Zuschauer nicht verfehlen konnte.

Von Melanie Höhn

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