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Brandenburg/Havel „Ralph Brinkhaus wird es nicht leicht haben“
Lokales Brandenburg/Havel „Ralph Brinkhaus wird es nicht leicht haben“
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18:58 12.10.2018
Dietlind Tiemann mit Sohn Stefan und Mann Klaus-Peter bei Ihrer Wahlparty 2017 nach der Bundestagswahl. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Ein Jahr ist Dietlind Tiemann (CDU) nun Mitglied des Bundestages. Jetzt gab sie in einem Interview mit dem Lokalsender Stadtkanal (SKB), der mehrheitlich ihrem Sohn Stefan gehört, ein paar Einblicke ins Berliner Politikgeschäft. Mit Blick auf die Eigentümerverhältnisse des Lokalsenders ist es weder verwunderlich noch anrüchig, dass der Kabelsender den politischen Lebensweg der Ex-OB umfänglich und stets positiv darzustellen weiß.

Politisches Erdbeben begleitet

„Ich habe mich in dem knappen Jahr schon relativ gut etabliert“, sagt Tiemann vor der Kamera. Sie wisse politisch, wie der Hase laufe. Fast 15 Jahre an der Spitze der Havelstädter CDU hinterlassen Spuren und Gespür. Und das stellte Dietlind Tiemann unter Beweis, als sie vor Tagen – wie sie verriet – Ralph Brinkhaus ihre Stimme in der turnusmäßigen, geheimen Wahl für den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gab: Brinkhaus erhielt 125 Stimmen, Amtsinhaber Volker Kauder 112.

Es war ein politisches Erdbeben, das die Unionsfraktion erschütterte und die Berichterstatter staunen ließ. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihre Fraktion persönlich gebeten, Kauder zu stützen.

„Für mich ist das Fortkommen mit einer Person wie Herrn Kauder nicht mehr gegeben“, sagte hingegen Tiemann. Auch wenn Merkel anderes wollte, meint Tiemann etwas nebulös: Sie unterstütze „Frau Merkel nach wie vor in ihrer Rolle. Und ich bin mir sicher, sie schafft es, daraus genau den Teil zu ziehen, der für sie wichtig ist. Nämlich weiter nach vorne zu schauen und Unterstützung zu geben.“

Zeichen der Zeit nicht erkannt?

Die Bundestagsabgeordnete glaubt weiter: Es wäre Kauder „gut ergangen“, wenn er am Wahltag erklärt hätte: „Er tritt nicht wieder an.“ Zudem sieht sie Parallelen zwischen Kauder und Helmut Kohl, da sie erkenne, dass es diesen angesichts des intensiven Jobs über eine so lange Zeit „ein bisschen schwer falle, etwas weiter vorauszuschauen.“

Ralph Brinkhaus, seit 2009 im Bundestag und bisher Vize-Chef der Fraktion, gilt als stiller Abgeordneter. Seit 2014 führte er die Finanz-, Haushalts- und Kommunalpolitiker in der Fraktion. Und bei den Abgeordneten, denen die Kommunalpolitik ganz wichtig ist, engagiert sich auch Dietlind Tiemann. Sie fürchtet nun: „Ralph Brinkhaus wird es nicht leichthaben. Denn er ist niemand der erfahren ist auf dem Gebiet.“ Aber er sei ein kluger Kopf und sehr guter Rhetoriker. Und seine „Gedanken halte ich für brillant“, verrät die 63-Jährige.

Der erste Termin mit dem neuen Fraktionschef

Augenscheinlich hat sie aufs richtige Pferd gesetzt. Sein erster öffentlicher Termin außerhalb Berlins führte Brinkhaus mit Tiemann und der Hauptstadtpresse nach Kloster Lehnin zur Bundeswehr. Sie war sichtlich stolz, ihren neuen Fraktionschef begleiten zu dürfen. Dietlind Tiemann ist als auf dem Weg: sie ist eine von sieben stellvertretenden Vorsitzenden der AG-Kommunalpolitik der Fraktion und Mitglied der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Welt“. Überdies ist sie Mitglied im Ausschuss für Bildung und Forschung sowie zudem Stellvertreterin von Ausschussmitgliedern in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft.

CDU-Fraktion nur ein Ausführungsorgan

„Die Fraktion muss wieder zu einem eigenständigen Akteur werden, die mehr ist als ein Ausführungsorgan der Regierung“, schreibt Dietlind Tiemann nach der Wahl von Brinkhaus. Dieser Tage setzt sie Marken: Sie war mit anderen ehemaligen Kommunalpolitikern im Kanzleramt zum Abendessen geladen, am Freitag standen ein Besuch von Grundschülern aus Wiesenburg, ein Hammelsprung – also die Feststellung der Beschlussfähigkeit des Parlamentes - und die Arbeit im Plenum auf dem Programm. Dietlind Tiemann hat also wieder gut also zu tun.

Von Benno Rougk

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