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Rampe für Rollstuhlfahrer zerstört Vorgarten

Brandenburg an der Havel Rampe für Rollstuhlfahrer zerstört Vorgarten

Groß, um die Ecke und unpassend liegt sie da: eine Rollstuhlfahrerrampe in Brandenburg an der Havel, die die gesamte Nachbarschaft aufregt. Sie ist notwendig, das bestreitet niemand. Doch musste sie so groß in den Vorgarten des Wohnhauses gesetzt werden? Anwohner Burkhard Simsch hat einen eigenen Entwurf erarbeitet.

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Die fragliche Rampe.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Burkhard Simsch ist wütend. Der Brandenburger Rentner sitzt in seinem Wohnzimmer und redet sich eine Geschichte von der Seele. Eine Geschichte, die in seinem gesamten Wohnhaus ein Aufreger ist. Ihr Haus hatte einen schönen Vorgarten. Der ist aber nun Geschichte. Was davon übrig geblieben ist, ist bepflanzt und so groß wie die Fläche zweier Tischtennisplatten. Seit zwei Wochen nimmt nämlich eine überdimensionale Rollstuhlfahrerrampe den größten Raum vor dem Haus ein. „Ich habe nichts gegen die Rampe per se“, sagt Simsch. „Natürlich ist sie notwendig, aber doch nicht in diesem Ausmaß.“

Burkhard Simsch

Burkhard Simsch

Quelle: Annika Jensen

Seit dem 1. März hat der ambulante Pflegedienst „Hand in Hand“ neue Büroräume in dem Haus in der Wilhelmsdorfer Landstraße 29. In der ehemaligen Praxis eines Hals-, Nasen-, Ohrenarztes plant die Geschäftsführerin Daniela Zirpel außerdem eine Begegnungsstätte für Senioren. „Wir haben die Rampe weder beantragt noch beauftragt“, sagt sie. „Das hat alles der Vermieter gemacht. Wir haben nur mitgeteilt, was wir vorhaben.“ Aber selbst wenn dieser Treffpunkt für Senioren erst einmal nicht realisiert werden könne, sei die Rampe notwendig. „Behinderte Menschen haben aufgrund der Stufen ansonsten keine Chance, den Pflegedienst aufzusuchen“, sagt Zirpel.

Die Hausgemeinschaft um Burkhard Simsch ist trotzdem mehr als unzufrieden. Und nicht nur die. „Fragen sie mal die Leute hier in der Gegend. Die schütteln alle mit dem Kopf“, erzählt Simsch. Die Straße ist geprägt von liebevoll gepflegten Vorgärten. Niemand kann sich erklären, wie ein Vermieter eine derart große Rampe in einen kleinen Vorgarten setzen kann.

Simsch sitzt in seinem Sessel und redet sich in Rage. Es ist ihm anzumerken, wie wichtig ihm das Thema ist. Seit 2010 wohnt der Brandenburger mit seiner Frau wieder in seiner Heimatstadt. Nach 20 Jahren in Baden-Württemberg des Berufes wegen war er zurückgekehrt. „Für mich stand immer fest, dass ich meine Rente in Brandenburg an der Havel verbringen möchte“, sagt er. „Als wir uns damals Wohnungen anschauten, war uns die Optik in der Nachbarschaft sehr wichtig. Ich war gewohnt, in einem gepflegten Umfeld zu leben.“ Viele Jahre ging es gut. Doch dann kam die Rampe. „Für mich ist die Wohnqualität sehr gesunken.“

Er sei enttäuscht darüber, dass der Aufgang einfach eingebaut wurde, ohne die Anwohner zu fragen. Zu spät bemerkte er, was vor sich ging. Trotzdem hat er sich den Kopf über eine Lösung zerbrochen. Der Ingenieur hatte einen eigenen Entwurf erarbeitet und ihn dem Haustechniker vorgelegt. Seine Idee sah vor, die Rampe an der Wand des Hauses entlang laufen zu lassen und so zum einen die Kurve zu vermeiden und zum zweiten die Neigung sogar noch zu verringern.

„Wir sind daran interessiert, dass die Wohnungen und Praxisräume vermietet werden“, sagt indes Mariana Siggel, Aufsichtsratsmitglied bei der Wohngenossenschaft (WG) Einheit, dem Vermieter der neuen Domizils von „Hand in Hand“. „Was im Interesse der Vermietung für notwendig gehalten wird, machen wir. Zur Dimension der Rampe kann ich nichts sagen.“ Einwände gegen die Rampe seien bei ihr noch nicht angekommen. „Wir nehmen aber jede Beschwerde ernst. Die sind an den Vorstand zu richten.“

Ob das etwas an der derzeitigen Situation ändern würde? Burkhard Simsch wünscht sich jedenfalls eine Überarbeitung der Rampe und im besten Fall die Berücksichtigung seines Vorschlages. Der ließe nämlich auch zu, dass der Vorgarten wieder blüht und gedeiht.

Von Annika Jensen

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