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Rap mit Respekt: Die Gefühle eines Schülers

Leon Höhmann textet, singt und sucht Rap mit Respekt: Die Gefühle eines Schülers

Er denkt ernsthaft über Lebensziele nach und er hat Träume. Leon Höhmann ist Schulsprecher und wie viele Jugendliche seines Alters ist er auf der Suche. Er wirkt mit seinen 15 Jahren erstaunlich ruhig. Ereignisse in seinem Leben und verarbeitet er in Liedern, er rappt über Gefühle.

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Leon Höhmann hat sich als Musiker und Schülersprecher Respekt verschafft.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Brandenburg/H. Er denkt ernsthaft über Lebensziele nach und er hat Träume. Leon Höhmann ist Schulsprecher und wie viele Jugendliche seines Alters ist er auf der Suche. Er wirkt mit seinen 15 Jahren erstaunlich ruhig. Ereignisse in seinem Leben und verarbeitet er in Liedern, er rappt über Gefühle.

In letzter Zeit bemerkte Leon öfter, wie Mitschüler über ihre Eltern sprechen, so etwas dahin sagen wie: „ich hasse meine Mutter…“. Das beschäftigte ihn sehr und er machte daraus ein eigenes Lied. Das heißt schlicht „Mama“.

Es gehört viel Mut dazu, ehrlich über seine Fehler zu singen. „Ich habe mich mit diesen Zeilen bei meiner Mutter öffentlich entschuldigt“, sagt Leon. Seine Mutter verfolgte den Auftritt in seiner Schule. Es war nicht nur für sie sehr bewegend. Viele haben ihm danach gesagt: „Respekt!“

Seit drei Jahren gewinnt Leon Höhmann den Wettbewerb „Schule sucht den Superstar“. Auch in diesem Sommer war die Entscheidung wieder eindeutig. Der junge Rapper greift eigene Erlebnisse auf. „Abends im Bett entstehen die Gedanken für meine Texte, dann wenn es ruhig um mich herum ist“, erzählt er.

Zurzeit arbeitet Leon Höhmann in einem Baumarkt in Hohenstücken. Vor allem in der Teppichabteilung hilft er kräftig beim Zuschneiden, murrt aber auch nicht, wenn er beim Putzen gebraucht wird. Leon gehört zu den Schülern, die konkrete Hilfe bei der Orientierung für das spätere Berufsleben bekommen, er probiert sich in Praktika aus.

Ein Musterknabe? Bestimmt nicht, denn Leon hat bereits schwierige Phasen hinter sich gebracht. Deshalb besucht er zusammen mit etwa 135 anderen Jugendlichen die Pestalozzi-Schule in Hohenstücken mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“.

Leon will dort die einfache Berufsbildungsreife als Abschluss schaffen. „Ich teste jetzt in der 9. Klasse, was für mich später infrage kommt“, sagt er und liebäugelt mit dem Straßenbau: „Auf alle Fälle soll es etwas zum Zupacken sein, womit ich später bei der Arbeit mein eigenes Geld verdiene.“

Heinz Kretschmer, der verantwortliche Lehrer oder genauer Projektleiter für das Praxislernen in der Schule, erklärt, wie wichtig die praxisbezogene Arbeit für den späteren Erfolg ist. Aber es gehe nicht nur um die Integration in das Arbeitsleben, sondern um die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen und Jungen.

Gerade in Alltagssituationen finden sie den mühsamen Weg zu selbstbewussten Menschen, die offen und gewaltfrei miteinander umgehen. Was nicht bedeutet, dass faire Kritik verdrängt wird.

Leon ist seit einem Jahr Schulsprecher. Er wurde von den Klassensprechern gewählt und nimmt „ziemlich selbstbewusst“ seine Verantwortung wahr, wie Heinz Kretschmer es ausdrückt. Zum Beispiel möchte er beim Schulleiter durchsetzen, dass der Pausenhof für verschiedene Altersgruppen getrennt wird, also kleinere, ruhigere Bereiche entstehen. Das wollten die meisten so und sagten es Leon.

Im Mittelpunkt zu stehen ist für Leon, der auf den ersten Blick schüchtern wirkt, nicht erst seit der Wahl zum Sprecher ein vertrautes Gefühl. Er begeistert seine Mitschüler vor allem bei seinen Auftritten als Rapper. Seit nunmehr drei Jahren gewinnt er den Wettbewerb „Schule sucht den Superstar“. Auch in diesem Sommer war die Entscheidung wieder eindeutig.

Mit seinen HipHop-Songs vielleicht mal so bekannt wie Sido zu werden, richtig gut zu sein, das ist ein Traum von Leon Höhmann. In den Ferien übt er ehrgeizig.

Von Brigitte Einbrodt

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