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Brandenburg/Havel Rap und Dreck: Anwohner genervt von Steg-Partys
Lokales Brandenburg/Havel Rap und Dreck: Anwohner genervt von Steg-Partys
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16:41 28.09.2016
Die Jugendlichen hinterlassen an der Näthewinde keine Müllberge. Deutlich sichtbar ist ihre Anwesenheit aber doch, gerade am Wochenende und in den Ferien. Quelle: Philip Rißling
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Brandenburg an der Havel

„Wir Anwohner sind genervt vom Dreck und vom Dauer-Rap“, klagt Erika Helmrath. Ihr und ihrem Mann geht es wie vielen Anwohnern des Mühlendamms und der Augusta-Straße. Seit die Stadt das ehemalige Fischereigelände an der Näthewinde beräumen und zwei Häuser am Mühlendamm abreißen ließ, hat sich der Standort nach dem Ausbau des Uferparks als Treffpunkt für Jugendliche etabliert.

Was nicht verwundert: Sportanlagen laden ebenso ein wie zahlreiche bequeme Sitzmöbel, Wiesen, ein Spielplatz und gestaltete Freiflächen. Die Kehrseite der Medaille: Insbesondere von Mai bis September ähnelt das Gelände allmorgendlich einer Müllhalde. Leere, oft zerschlagene Flaschen, Müll und Zigarettenkippen liegen verstreut.

Hinterlassenschaften am Uferpark vom 4. September. Quelle: Philip Rißling

Die Stadt ist zwar bemüht, das Gelände nicht zu einer Dreckecke werden zu lassen, räumt Erika Helmrath ein. Fast täglich würden in den Morgenstunden Leute kommen, die das Gelände beräumen, Graffiti übersprühen oder beseitigen und den Müll entsorgen. „Aber so kann es doch nicht weitergehen, das sind doch unsere Steuergelder“, klagt die Anwohnerin.

Die Musik schallt quer übers Wasser

Bei einem Vor-Ort-Termin am Nachmittag wird klar, wo der Schuh drückt. Gut 40 Jugendliche haben sich auf dem Areal verteilt. Musik schallt aus den Boxen, Rufe und lautes Gelächter erfüllen das Gelände. Dass der Schall so weit über das Wasser zu den Häusern am Mühlendamm trägt und dort jedes Wort zu verstehen ist, bemerkt man am Uferpark nicht.

Die Bänke wurden zum Teil aus der Verankerung geschraubt und an anderer Stelle aufgestellt. Quelle: Philip Rißling

Der Stadtverordnete Ralf Weniger hat sich jetzt mit dem Problem an den Beigeordneten Michael Brandt (beide CDU) gewandt. Im Ausschuss für Ordnung und Sicherheit soll Brandt Stellung nehmen, wie man den Interessen der Jugendlichen und der Anwohner gleichermaßen Rechnung tragen könne. Wie Weniger im Gespräch mit der MAZ sagt, will er die Möglichkeit prüfen lassen, den Stadtordnungsdienst durch ein Team zu erweitern, umso mit den Ordnungskräften verstärkt an den Brennpunkten an der Hammerstraße und auch am Packhof vor Ort zu sein. Denn Weniger ist überzeugt: Der Packhof steht vor ähnlichen Problemen wie der Uferpark. Überdies will Weniger von der Stadt wissen, wie die Ordnungsbehörde einer möglichen Videoüberwachung von städtischen Plätzen und Anlagen gegenübersteht.

Mehr Papierkörbe wären ein Anfang

In der Verwaltung ist das Problem bereits bekannt. Die schnelle Beseitigung des Drecks lässt sich die Stadt einiges kosten. So schlägt die tägliche Papierkorbleerung im Uferpark in der Hammerstraße einschließlich der Kosten für die Entsorgung der Abfälle und das Aufsammeln von Abfällen rund um die Papierkörbe mit jährlich 7500 Euro zu Buche. Das Holzdeck an der Näthewinde wird wöchentlich gesondert gereinigt, wofür etwa 2300 Euro geplant sind. Überdies ist auch noch die städtische BAS vor Ort und sorgt für Sauberkeit.

Für Ralf Weniger ist klar: Dort gehören mehr und größere Müllbehälter hin. Dann könne man die Jugendlichen auch sensibilisieren, diese zu nutzen. Überhaupt hofft der junge Mann auf das Verständnis bei den Jugendlichen. Erreichen will er dies über mehr Streetwork, also Sozialarbeiter, die die Sprache der Jugend reden. Das scheint nötig: Für Vandalismusschäden sind 2016 Kosten in Höhe von etwa 1000 Euro entstanden, für die Beseitigung von Farbschmierereien kamen 6400 Euro zusammen.

Ob die junge Dame, der die Jacke gehört, noch mal wieder kam, um sie zu holen? Quelle: Philip Rißling

Die Idee von Ralf Weniger, den Außendienst des Ordnungsamtes verstärkt an den Brennpunkten auftauchen zu lassen, fällt beim Beigeordneten Brandt durchaus auf fruchtbaren Boden. Allerdings würden die Einsatzzeiten der elf Mitarbeiter wochentags zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Am Samstag sei um 16 Uhr Schluss. Und am Sonntag sehe es dann furchtbar aus, klagt nun Weniger, der dort regelmäßig sonntags die Sportanlagen nutzt. Er sagt: Neben der Stadt muss vor allem die Polizei diesen Brennpunkt verstärkt bestreifen. Aber ist das Areal aus polizeilicher Sicht ein Brennpunkt? Wie Brandt auf Nachfrage sagt, würden in Sachen Drogen keine Strafanzeigen vorliegen. Zu Straftaten im Umfeld der Hammerstraße gäbe es zudem im Rathaus keine Erkenntnisse.

Dreck und Lärm, aber keine Straftaten

Michael Brandt: „Das Gelände rund um die Näthewindebrücke wurde unter anderem für die Nutzung durch junge Menschen konzipiert und wird von den Jugendlichen gut angenommen.“ Ziel sei es seinerzeit bei der Planung gewesen, die Jugendlichen vom Neustadt Markt und aus dem St.-Annen-Center zu locken. Das sei mit den attraktiven Sportangeboten und der Platzgestaltung gelungen. Durch die Öffnung des BUGA-Geländes habe sich der Bereich noch zusätzlich bis zur Jahrtausendbrücke erweitert. Wie Brandt auf Anfrage weiter sagte, seien Streetworker regelmäßig dort unterwegs.

Im Oktober werde das Problem wie in jedem Jahr temporär verschwinden, bis es wieder warm werde. Die Angelegenheit mit Lärm und Müll zu lösen, werde nur gelingen, wenn alle Seiten aufeinander zugehen, ist er überzeugt.

Von Benno Rougk

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