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Brandenburg/Havel Rathaus will die alte Städtebahntrasse zwischen Reckahn und Innenstadt nicht kaufen
Lokales Brandenburg/Havel Rathaus will die alte Städtebahntrasse zwischen Reckahn und Innenstadt nicht kaufen
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13:36 14.12.2018
Die alte Bahnstrecke in Göttin bleibt vermutlich weiter ungenutzt. Auch ein Radweg wird dort wohl nicht entstehen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

 Die Chance kommt vielleicht nicht wieder. Die Stadt Brandenburg könnte die alte Städtebahntrasse zwischen der Kreisgrenze in Reckahn bis in die Innenstadt kaufen und auf der ehemaligen Bahnstrecke einen Radweg anlegen. Damit wäre der Havelradweg mit Göttin und dem gerade sanierten Radweg zwischen Reckahn und Krahne verbunden, der bisher im Niemandsland endet.

„Ein Radweg auf dem Bahndamm wäre eine touristische Attraktion, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“, schwärmt der SPD-Kommunalpolitiker Alfredo Förster. Und auch Göttins Ortsvorsteher brennt für die Idee. „Viele Schulkinder aus Reckahn und Brandenburg könnten auf einem sicheren Weg mit dem Fahrrad zur Schule und zurück radeln, sagt Bernd Voigt.

Die Idee, das Teilstück der ehemaligen, vor mehr als 15 Jahren stillgelegten und seither brachliegenden Eisenbahnstrecke als Radweg zu nutzen, wurde nicht im luftleeren Raum geboren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich der Reckahner Unternehmer Fred Prinsen sich gern von seinem Eigentum trennen würde.

Der Unternehmer Fred Prinsen aus Reckahn bietet der Stadt Brandenburg sein Eigentum zum Kauf an. Doch das Rathaus sieht keine Notwendigkeit für einen touristisch attraktiven Bahndamm-Radweg von Göttin ins Zentrum. Er soll eine kleine Lösung für Göttin geben.

Soweit bekannt will sich der 66 Jahre alte Unternehmer mit seiner Firma aus Reckahn zurückziehen, wie es heißt, und ganz in seine niederländische Heimat zurückkehren. Prinsen bestätigt das allerdings ebenso wenig wie sein Verkaufsangebot für das gut sechs Kilometer lange Gleisbett auf städtischer Gemarkung.

Prinsen soll die Bahnstrecke, die er im Jahr 2003 von der Deutschen Bahn gekauft hat, der Stadt vor wenigen Monaten für 100.000 Euro angeboten und angeblich noch andere Interessenten an der Hand haben.

Das Brandenburger Rathaus hat ein solches Angebot abgelehnt, weil die Stadt an der Stelle deutlich kleinere Brötchen backen will und nur an dem etwa einen Kilometer langen Teilstück interessiert ist: das Stück zwischen der Gemarkungsgrenze Reckahn und dem Ende der Bindefeldstraße in Göttin.

Trasse zwischen Bad Belzig und Brandenburg/Havel

Bis 2003 verkehrte die Städtebahn zwischen Bad Belzig und Brandenburg/Havel. Dann stellte die Bahn die Personenbeförderung ein und bot den Streckenabschnitt zu Verkauf an.

Fred Prinsen, dessen deutsche Niederlassung im Reckahner Gewerbegebiet ansässig ist, hatte die Bahntrasse zwischen Bad Belzig und Brandenburg/Havel gekauft. Schienen, Schwellen und anderes Material, das er für seinen Betrieb in Reckahn nicht brauchte, hat er vor mehreren Jahren demontieren lassen.

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Brandenburg/Havel und Ortsgrenze Reckahn sind die Schienen noch nicht demontiert.

Von der im Jahr 1904 eröffneten Brandenburgischen Städtebahn, die Neustadt/Dosse über Rathenow, Brandenburg/Havel und Belzig mit Treuenbrietzen verband, sind nur noch einzelne Abschnitte vorhanden. Zwischen Brandenburg an der Havel und Rathenow verkehren weiter Züge.

Das Unternehmen von Fred Prinsen aus der Nähe von Utrecht, der sich vor rund 15 Jahren in Reckahn ansiedelte, ist spezialisiert auf die Aufbereitung und den Handel mit Eisenbahnmaterialien.

Denn im Ortsteil Göttin soll mit Fördergeld aus dem Landesprogramm ILE ein Radweg angelegt werden. Aber mehr auch eben nicht.

Der Zukauf der Bahnstrecke und der Eisenbahnbrücke in Göttin, die wiederum der Deutschen Bahn gehört, würde die Radwegeplanung erleichtern und eine günstigere Streckenführung abseits der Straße ermöglichen.

Es besteht aber nach Auskunft von Fachgebietsleiter Peter Reck eine Alternative, bei welcher der Radweg nicht über die Gleise führen würde und die Stadt folglich kein Grundstück kaufen müsste.

Neuer Rochow-Radweg

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) bestätigt: „Die Stadt hat ihr Interesse an Grundstücksteilen der ehemaligen Trasse der Städtebahn zwischen Göttin, etwa vom Ende der Bindefeldstraße, in Richtung Reckahn bis zur Gemarkungsgrenze gegenüber dem Eigentümer erklärt. Diese Teile wären für das Neuanlegen des sogenannten Rochow-Radweges denkbar.“

Ohne Namen zu nennen, bestätigt Scheller ebenfalls, dass der Eigentümer sein gesamtes Grundstück veräußern möchte. Allerdings habe die Stadt mittel- und auch langfristig dafür keinen Bedarf.

Der Oberbürgermeister: „Die Kommunalverfassung erlaubt dazu einen Erwerb von Vermögenswerten nur, wenn diese zur Aufgabenerfüllung erforderlich sind.“ Die Notwendigkeit sieht er nicht, auch nicht im Hinblick auf einen touristisch attraktiven Bahndamm-Radweg abseits der befahrenen Straßen.

Keine Lösung im Sinn eines Teilerwerbs

Was die Verhandlungen mit dem niederländischen Geschäftsmann angeht, äußert sich Scheller eher pessimistisch: „Da es nach keiner Lösung im Sinn eines Teilerwerbs aussieht, werden wir für die Trassenführung des geplanten Rochow-Radweges keine Grundstücke der ehemaligen Städtebahn-Trasse in Anspruch nehmen.“

Für den Radverkehr zwischen Göttin und der Wilhelmsdorfer Landstraße, also in Richtung Innenstadt, weist der Rathauschef auf den Weg entlang der Brandenburger Straße und Göttiner Landstraße zur Göttiner Straße hin.

Von Jürgen Lauterbach

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