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Buga-Veranstalter in Erklärungsnot

Toter bei heftigen Wetterkapriolen in Rathenow Buga-Veranstalter in Erklärungsnot

Verkehrte Welt bei der Buga: In der Stadt Brandenburg reagierte der Zweckverband umgehend auf die Unwetterwarnungen und ließ am Samstag die Areale auf dem Packhof und dem Marienberg für Besucher sperren. Beide Flächen kamen trotz des Gewitters ungeschoren davon. In Rathenow hingegen blieben die Buga-Kulissen offen - mit katastrophalen Folgen.

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Abgeknickt wie ein Strohhalm: Die Bürgermeister der fünf Buga-Kommunen wurden am Montagabend von Buga-Chef Erhard Skupch in Rathenow über das Ausmaß der Verwüstung in Kenntnis gesetzt.

Quelle: M. Kniebeler

Brandenburg an der Havel. In der Optikstadt ließ sich die Buga-Mannschaft um Geschäftsführer Erhard Skupch von ihrem Eindruck täuschen, hatten offenbar Gottvertrauen, warteten jedenfalls ab mit der Sperrung des Geländes und der Absage des geplanten Konzertes mit Andreas Bourani auf dem benachbarten Mühlenhof. Doch ausgerechnet dort tobte sich der Sturm aus, richtete Verwüstungen an, forderte ein Todesopfer und ließ tausende Konzertbesucher im Regen stehen.

Warnungen blieben unbeachtet

Der schwere Sturm kam keineswegs aus heiterem Himmel. Die für das Havelland zuständige Rettungsleitstelle Potsdam hatte sich schon um 14 Uhr auf den Ernstfall vorbereitet. Rettungsdienstleiter Dirk Häusler berichtet von sieben Kollegen, die zusätzlich zum Dienst eingeteilt waren.

In der roten Zone

  • Auf der Wetterprognose-Karte von Samstagnachmittag, die auf Daten des Deutschen Wetterdienstes beruht, war das besonders gefährdete Gebiet gut zu erkennen. Rathenow und Premnitz liegen in der roten Zone, Brandenburg an der Havel knapp außerhalb.
  • Die Aufräumarbeiten sind laut Buga-Chef Skupch gut angelaufen. Am Sonnabend soll auch das Buga-Gelände in Rathenow wieder öffnen.

Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam geizte nicht mit Informationen. Keineswegs gab er vor dem tödlichen Unglück Entwarnung. Die Meteorologin Linda Jäckel erklärt den Ablauf: Demnach meldeten die Experten um 16.47 Uhr für das gesamte Havelland und um 17.01 Uhr für die Stadt Brandenburg Warnstufe Orange. 

Unwetterwarnung: Auf der Karte ist Rathenow in der roten Zone.

Quelle: Repro

Diese „amtliche Warnung vor markantem Wetter“ signalisiert eine gefährliche Wetterentwicklung mit örtlichem Blitzeinschlag und entsprechender Lebensgefahr. Hingewiesen wird darauf, dass Bäume entwurzeln können und dass man auf herabstürzende Äste achten muss.

Warnstufe Rot um 17.15 Uhr

Diese Warnung verschärfte der Wetterdienst wenige Minuten später – für Brandenburg und Rathenow zeitgleich um 17.15 Uhr. Die nun geltende Warnstufe Rot stuft steht für „sehr gefährlich“. „Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Wenn Sie sich dem Wetter aussetzen müssen, seien Sie sehr vorsichtig“, warnt der amtliche Wetterdienst. Denn nun sei „verbreitet“ mit den genannten Gefahren zu rechnen.

Dass es das Rathenower Buga-Gelände besonders krass treffen würde, konnte niemand punktgenau vorhersagen. „Deshalb warnen wir für den ganzen Landkreis Havelland“, erklärt Linda Jäckel. Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) brach ihren Urlaub am Montag vorzeitig ab und informierte sich mit ihren Amtskollegen aus dem Havelland an Ort und Stelle über die Sturmschäden in Rathenow. Der Buga-Zweckverband verzichtete darauf, sich zu erklären.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem Todesfall - und untersucht erst einmal die Baumsicherheit.

Von Jürgen Lauterbach

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