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Reckahn feiert 15 Jahre Rochow-Museum

Jubiläum Reckahn feiert 15 Jahre Rochow-Museum

An diesem Mittwoch vor genau 15 Jahren hat das Rochow-Museum im Schloss Reckahn mit heute jährlich 10.000 Besuchern seine Türen geöffnet. Kern der Ausstellungen ist das Wirken des preußischen Bildungsreformers Friedrich Eberhard von Rochow. Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig spricht von einer Erfolgsgeschichte mit schwierigen Anfängen.

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Sie prägen das Rochow-Museum seit Anbeginn: Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig, Rochow-Experte und -Forscher Hanno Schmitt und Ausstellungsgestalter Gerd Frey (rechts).

Quelle: Volkmar Maloszyk

Reckahn. Es liegt inmitten eines Gutsparkes und am Rande des Dorfes, das ihm seinen Namen gibt, das im warmen Gelb leuchtende Schloss Reckahn. An diesem Mittwoch vor genau 15 Jahren hat dort das Rochow-Museum seine Türen mit der Dauerausstellung „Vernunft fürs Volk. Friedrich Eberhard von Rochow (1734 -1805) im Aufbruch Preußens“ geöffnet. Am Sonntag nun feiern Förderer, Freunde, Besucher und Vertreter aus Politik und Gesellschaft das 15-jährige Bestehen des Museums mit einer Festveranstaltung.

Das Schloss Rechahn

Das Schloss Rechahn: Seit dem 3. August 2001 beherbergt es das Rochow-Museum.

Quelle: MALO

Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig spricht denn auch von einer Erfolgsgeschichte, die über das Schloss, seine Dauer- und neun Sonderausstellungen seit Gründung zu erzählen ist. Auch wenn 15 Jahre „für ein Museum und zeitgeschichtlich noch gar nichts sind“, sagt Silke Siebrecht, deren gesamtes Berufsleben sich an diesem Kulturort abgespielt hat, kam sie doch als Praktikantin und leitet mittlerweile mit dem benachbarten Schulmuseum beide Einrichtungen. Und noch immer spricht die 42-Jährige von der besonderen Ausstrahlung dieses Ortes, an dem sich auch jährlich rund 30 Paare standesamtlich trauen lassen.

Jährlich 10.000 Besucher

Tatsächlich wuchs die Zahl der Besucher von anfangs 4000 im Gründungsjahr auf mittlerweile jährlich 10 000 an. Weit über die Region strahlt das Museum über Eberhard und Christiane Louise von Rochow und ihr historisches bildungspolitisches Wirken hinaus. Reckahn gilt als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“. Welche Ausstrahlung die Kulturstätte hat, zeigte sich auch in der Auftraktveranstaltung zum Literaturfestival in Potsdam Anfang Juli, das mit dem Thema „Reformation und Leselust“ in die Räume des Reckahner Gutshauses einlud.

Dort debattierte eine illustre Schar deutscher Intellektueller wie der Lyriker Durs Grünbein, der Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden Jürgen Flimm, Schriftstellerin Thea Dorn und der Philosoph Peter Sloterjijk über Auswirkungen der Reformation auf Bildungsideale und den Stellenwert von Bildung heute.

Das Rochow-Museum in Reckahn

Das Rochow-Museum zeigt seit dem 3. August 2001 seine mittlerweile überarbeitete Dauerausstellung „Vernunft fürs Volk“ über . Von 1999 bis 2001 wurde das Gutshaus von der Brandenburgischen Schlösserstiftung, in dem sich vormals eine Schule befand, saniert.

Höhepunkt der 15-jährigen Geschichte waren laut Leiterin Silke Siebrecht-Grabig das Auffinden eines Pastelportraits von Christiane Louise von Rochow in den Beständen des Brandenburger Stadtmuseums 2008, das Aufstellen des Autobahnhinweisschildes und die Übergabe der verschollen geglaubten Originale der Ölportraits Eberhard und Louise von Rochows aus Privatbesitz.

Friedrich Eberhard von Rochow (1734 – 1805) war Gutsbesitzer und Pädagoge während der Aufklärung. Er baute eine Dorfschule, stellte Lehrer an. Sein Credo lautete, jeder brauche Bildung.

Die Festveranstaltung am 7. August beginnt um 15 Uhr mit der Eröffnung einer Sonderausstellung über 15 Jahre Rochow-Museum, die bis zum 11. September zu sehen sein wird. Um 17 Uhr wird der Einakter „Die Rathsversammlung“ von Friedrich Eberhard von Rochow. Es ist die Erstaufführung. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 03 38 35/ 6 06 72.

Dass dieses Museum auf dem Lande über Bildung und Reformen heute und damals überhaupt Wirklichkeit geworden ist, liegt an einer glücklichen Fügung. Der Förderverein „Historisches Reckahn“, der Träger des Museums ist, erhielt für eine Ausstellung im Preußenjahr 2001 genau 2,5 Millionen Mark Fördergeld vom Bund, Land Brandenburg und Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Es ist uns geglückt, das Haus wiederzubeleben. Doch die Anfänge waren schwierig“, so Siebrecht.

Friedrich Eberhard von Rochow, hier auf einem Ölgemälde von 1794

Friedrich Eberhard von Rochow, hier auf einem Ölgemälde von 1794. Das Bild ist eine Dauerleihgabe der Familie von der Recke und kann seit 2005 im Rochow-Museum gezeigt werden. Zuvor hing in der Dauerausstellung eine Kopie von 1930. Die Familie von der Recke besuchte 2004 das Museum und rief später bei der Leiterin Silke Siebrecht-Grabig an mit den Worten: „Wir haben da etwas für Sie.“ Gemeint waren damit die beiden Original-Gemälde des Ehepaares von Rochow.

Quelle: Rochow-Museum Reckahn

Das Geld reichte für die Sanierung des Barockschlosses und die Dauerausstellung, aber nicht für den Betrieb eines Museums. Möglich wurde dies letztlich auch durch eine Finanzierung ihrer Stelle durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark, so Siebrecht. Und durch ein Team von leidenschaftlichen Förderern. Dazu gehört der Bildungswissenschaftler Hanno Schmitt, Professor im Ruhestand der Universität Potsdam mit seinem Forschungsschwerpunkt Friedrich Eberhard von Rochow, Frank Tosch, Professor für Berlin-Brandenburgische Bildungsgeschichte, und der Grafiker und Ausstellungsgestalter Gerd Frey.

Vier Minijobber und die Museumschefin

Unterstützt und am Laufen gehalten wird das Rochow-Musuem durch vier Minijobber. „Wir haben im Team Leute, die hier vor Ort alles gegeben haben, trotz schlechter Bezahlung“, sagt Siebrecht im Rückblick. Als „Glücksmoment“ bezeichnet sie den Umstand, dass das Schloss Reckahn ein überschaubar großes Gebäude ist. Dass mache seine Unterhaltung leichter.

Christiane Louise von Rochow, geborene von Bose (1734 – 1808), Gemälde von Franz Hillner, Öl auf Leinwand, 1794

Christiane Louise von Rochow, geborene von Bose (1734 – 1808), Gemälde von Franz Hillner, Öl auf Leinwand, 1794. Es entstammt dem Privatbesitz der Familie von der Recke. Das Bild zeigt die für die damalige Zeit „nach dem letzten Schrei gekleidete“ 60 Jahre alte Gutsherrin, so Silke Siebrecht-Grabig.

Quelle: Rochow-Museum Reckahn

Die Entwicklung des Rochow-Museums seit 2001 „ist unglaublich und ich hätte am Anfang auch nicht gedacht, dass sie so kommt“, sagt die Leiterin. Einen neuen Impuls erwarten das Museumsteam durch die Sanierung des benachbarten Herrenhauses. Realisiert werden kann dies durch eine 1,12 Millionen Euro Förderung vom Bund. Für 2,5 Millionen Euro soll nun ein Gästehaus mit Übernachtungsmöglichkeiten als Jugend- und Kulturzentrum auch für Fachpublikum entstehen. Es ist derzeit eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der Gemeinde Kloster Lehnin.

Von Marion von Imhoff

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