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Regenwasser bringt das Fass zum Überlaufen

Verbote im Götzer Schutzgebiet Regenwasser bringt das Fass zum Überlaufen

In der Nähe von Wasserwerken dürfen keine Flugplätze und Industrieanlagen gebaut werden. Dafür hat wohl jeder Verständnis. Doch ein anderes Verbot bringt das Fass in Götz zum Überlaufen. Regenwasser soll nicht mehr auf den Grundstücken versickern dürfen. Im Umweltausschuss des Kreistages regt sich Widerstand.

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Rund um das Götzer Wasserwerk soll ein großflächiges Wasserschutzgebiet eingerichtet werden. Doch es gibt noch Klärungsbedarf.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Götz. Es soll auch in Zukunft für die Götzer das Lebensmittel Nummer eins in hoher Qualität sein – Trinkwasser. Deshalb ist rund um das oberhalb der Ortslage befindliche Wasserwerk ein Wasserschutzgebiet geplant. Es besteht aus drei Zonen. Dem Fassungsbereich mit zwei Brunnen (Zone I), einer engeren Schutzzone (Zone II) und die weitere Schutzzone (Zone III).

„Wir halten solch ein Schutzgebiet für unbedingt erforderlich, um die hohe Güte des Trinkwassers für die kommenden Generationen zu sichern“, sagte Bärbel Gärtner, Geschäftsführerin des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Werder-Havelland (WAZV), der MAZ auf Nachfrage. Doch die Ausweisung der Verordnung verzögert sich. Der Umweltausschuss des Kreistages verständigte sich in der vergangenen Woche nach heftiger Debatte auf eine Vertagung des Themas. Eine Schlappe für den Fachdienst Umwelt, der seit sechs Monaten von Dorothee Ortner geleitet wird.

An der Realität vorbei

Der Umweltausschuss hält die Restriktionen in Verbindung mit der Schutzgebietsausweisung für überzogen. Allein für die Zone III listet die Verordnung 65 Verbote auf. Dabei sieht zum Beispiel Michael Klenke (SPD) aus Brück keine akute Gefährdung des Grundwasserleiters. Erhitzt hat sich die Debatte an dem Verbot, das Regenwasser von den Dächern auf den Grundstücken versickern zu lassen. „Dies ist normaler Standard in einer Wasserschutzzone. Es könnte sein, dass Schadstoffe in den Boden gelangen“, verteidigte Fachdienstleiterin Ortner die Vorlage, die sich an eine Musterverordnung des Landes anlehnt. Dagegen sprach selbst Axel Müller (Bündnis 90/Die Grünen) aus Kleinmachnow von Bestimmungen, die an der Realität vorbeigingen.

Betroffen von der Regelung sind nur eine Handvoll Götzer Haushalte am Dorfrand. Doch wo diese künftig ihr Regenwasser lassen sollen, schreibt die Verordnung nicht. Allerdings sind Ausnahmen möglich. „Und zwar auf Antrag mit einer wasserrechtlichen Erlaubnis“, sagte die Fachdienstleiterin. Das war für Sitzungsleiter Günter Laurich (CDU) dann doch zuviel. Der Beelitzer machte aus seinem Missfallen an dem lebensfremden Verbot keinen Hehl. „Ich habe den Eindruck, dass diese Verordnungen extra so gemacht werden, dass sie kein Mensch mehr versteht. Wir vertagen das lieber“, so Laurich. Auch Hans-Peter Goetz (FDP) aus Teltow konnte sich nur wundern: „Wenn jedem eine Ausnahme zugesichert wird, wozu machen wir dann über- haupt eine Satzung?“

Wasserwerk versorgt 1500 Menschen

Das Wasserwerk in Götz ist für eine Leistung von rund 250 Kubikmeter am Tag ausgelegt. Von der Anlage hängt die Versorgung für rund 1500 Menschen ab. Begünstigter der Verordnung wäre der Betreiber, der WAZV Werder-Havelland. Geschäftsführerin Gärtner hätte kein Problem damit, die Details der Restriktionen noch einmal unter die Lupe zu nehmen – insbesondere, was die Regenwasserversickerung von wenigen Häusern anbelangt. An einem Schutzgebiet hält der Verband grundsätzlich fest. Bei einer Anhörung hatten bereits die betroffenen Bürger ihren Unmut über die Regelung kund getan. Außerdem ist in der Schutzzone III unter anderem den Landwirten das Düngen verboten. Ebenso wenig sind Bestattungen und der Bau von Flugplätzen und Golfanlagen erlaubt.

Von Frank Bürstenbinder

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