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Reise-Cello und Blas-Geige an neuem Platz

Kaiser-Rekas legendäre Varieté-Instrumente Reise-Cello und Blas-Geige an neuem Platz

Seit es das Cello gibt, müssen Kinder die dicken Dinger zur Musikschule schleppen. Mit dem Reise-Cello von Paul Kaiser-Reka (1881–1963) hätten die Kinder diese Last nicht. Es ist eine Geige mit einem langen Hals. Man kann es sogar auf dem Schoß spielen. Ob es genauso klingt wie ein großes Cello, sei dahin gestellt. Der Anblick ist jedoch ungleich amüsanter.

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Von wegen tot: Das Gerippe ist ein Xylophon, die Beine sind die Schlägel.

Quelle: H. Hesse

Brandenburg an der Havel. Viele solcher skurrilen Instrumenten haben Paul und sein 1929 geborener Sohn Berol geschaffen. Einen Teil dieser Sammlung kann man nun in der Freien Musikschule in der Kurstraße bewundern – zum Beispiel am Samstag beim Tag der offenen Tür.  

Den ersten Teil der Sammlung hatte Berol Kaiser-Reka vor Jahren an das Stadtmuseum veräußert, darunter die Crazy-Jazz-Band, die Reka senior in britischer Internierung vor 100 Jahren baute. Als Reka junior der Freien Musikschule unlängst ein Dutzend Orchesterinstrumente spendete, damit auch Kinder aus ärmeren Familien Geige oder Posaune spielen lernen können, berichtete er Schulinhaber Markus Angelstein von den verbliebenen Spaß-Instrumenten.

Markus Angelstein mit Reise-Cello. An der Wand lacht Paul Kaiser-Reka.

Quelle: H. Hesse

Von der Geige, die zerfällt, aber spielbar bleibt. Von dem Horn, das man verkehrt herum spielen muss. Von all den anderen schrägen Instrumenten. Und davon, dass er sich von ihnen trennen wolle. Angelstein erkannte die Chance und erwarb die Sammlung.

„Es ist faszinierend zu sehen, worauf man musizieren kann“, sagt Angelstein. Reka  senior baute die Instrumente für das Varieté, er tingelte durch Europa, spielte mit Claire Waldoff in Berlin. Angelstein möchte die Blas-, Zupf und Streichgeräte in den Unterricht integrieren und Lehrer gewinnen, sich damit zu beschäftigen. Darüber freut sich Berol Kaiser-Reka ungemein. „Die Instrumente müssen weiter leben und nicht in einem Depot versauern“, sagt er.

In dieses Horn bläst man einfach verkehrt herum hinein.

Quelle:

In einem Sketch stellt Loriot klar: „Liebling, kein Trompeter wird je in eine Geige blasen.“ Hätte er die Rekas gekannt, wäre dieser Satz nie gefallen. Sie haben sehr wohl eine Geige zum Blasen gebaut. Die liegt jetzt in einer Vitrine in der Kurstraße 2 und wartet darauf, an den Mund genommen zu werden.

Von Heiko Hesse

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