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Rekorderlös für Ziesars Triebwagen

Liebhaber ersteigert Foto von 1943 Rekorderlös für Ziesars Triebwagen

Es ist wohl eines der teuersten Fotos der deutschen Verkehrsgeschichte: Eine Eisenbahnerin steht 1943 auf dem Bahnhof Ziesar vor einem Triebwagen. Die Aufnahme hat jetzt ein unbekannter Fan für 301 Euro im Internet ersteigert. Durch die Sammlerszene geht ein Raunen.

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Dieses 1943 in Ziesar entstandene Foto wurde im Internet für 301 Euro versteigert.

Quelle: Privat

Ziesar. Über anziehende Preise für historische Ansichtskarten können Sammler seit Jahren ein Lied singen. Doch jetzt geht ein Raunen durch die Szene. 301 Euro hat in diesen Tagen ein unbekannter Ziesar-Fan für ein 1943 aufgenommenes Foto bezahlt. Die Original-Aufnahme zeigt einen Triebwagen mit verdunkelten Lampen, wie er auf der Relation Wusterwitz-Ziesar-Görzke unterwegs war, auf der Ziesarer Bahnhofsanlage. Der neue Besitzer ersteigerte das Zeitdokument über das Internet-Auktionshaus eBay.

Auch wenn es sich nicht um eine klassische Ansichtskarte (10,5 mal 14,8) sondern um ein sechs mal neun Zentimeter großes Foto handelt, ist der außergewöhnliche Preis Thema Nummer eins in Sammlerkreisen. „Völlig irre“ findet Dieter Müller aus Ziesar die gezahlte Summe: „So etwas machen nur absolute Liebhaber, die möglicherweise eine persönliche Beziehung zum Eisenbahnwesen in Ziesar haben.“

Auch diese Aufnahme soll 1943 in Ziesar entstanden sein

Auch diese Aufnahme soll 1943 in Ziesar entstanden sein. Zweifelsfrei sicher ist diese Angabe aber nicht.

Quelle: Privat

Müller gehört zu den bekanntesten Kartensammlern der Region. Seine Sammlung über Ziesar und Umgebung füllt Bände. Er beobachtet seit langer Zeit, wie die Preise bei Auktionen in ganz Deutschland nach oben schießen. 60 Euro und mehr für ein seltenes und rund 100 Jahre altes handkoloriertes Motiv sind keine Ausnahme. „In dieser Liga spiele ich nur mit, wenn ich gleichzeitig doppelte Karten an den Mann bringen kann“, berichtet Müller. Inzwischen werden selbst für Ansichtskarten aus DDR-Zeiten rund fünf Euro verlangt. Zum Beispiel für eine Ansicht der Wilhelm-Pieck-Straße (Breiter Weg) oder den „Stadtpark mit Springbrunnen“ in Ziesar.

Aufregung im Internet verfolgt

Die Bieterschlacht um das Triebwagenfoto im Internet hat auch der Görzker Kartensammler Frank Eret verfolgt. Er trägt vor allem historische Ansichten aus seinem Heimatort und den umliegenden Dörfern zusammen. „Ich war verdutzt über das, was sich da abspielte. Es haben ja etliche mitgeboten. Auch Görzke hatte ja mal sein Eisenbahnzeitalter. Aber bei dem Preis für ein Foto muss ich passen.“

Gibt es auch im Internet

Gibt es auch im Internet: Siegelmarke des Königlich Preussischen Amtsgerichtes Ziesar für 4,99 Euro Mindestgebot.

Quelle: privat

Wie Eret ist der Spiel-und Schreibwarenhändler Hans-Gerd Ludwig aus Ziesar öfter im Internet unterwegs. „Warum sich das so hochgeschaukelt hat, weiß ich nicht. Möglicherweise gibt es professionelle Interessen“, vermutet Ludwig, der auch mit Modelleisenbahnen handelt. So gibt es Spekulationen über ein geplantes Buch zur Eisenbahngeschichte Ziesars. Ludwig rät beim Erwerb von Fotos aus der aktuell im Internet angebotenen Partie zur Vorsicht: „Nicht alle Aufnahmen sind zweifelsfrei in Ziesar entstanden. Es könnten einige von der Strecke nach Güsen stammen. Bahnanlagen in Tucheim oder Dretzel wären ebenso denkbar.“

Original sorgt für Schlagzeilen

Anhand des Bahnsteiges und des Lichtmastes identifizieren die Experten das 300-Euro-Foto im Mittelformat jedoch mit Sicherheit als Aufnahme aus Ziesar. Über den Fotografen selbst ist nichts bekannt. Der in Magdeburg ansässige Anbieter berichtet von einer „großen Sammelauflösung“ zum Thema „1943 Ziesar“. Darunter ist auch eine Dampflok vor dem „Hauptbahnhof“. Gänzlich unbekannt ist das begehrte Triebwagenmotiv nicht. In Abhandlungen über die Ziesarer Kleinbahn AG taucht das Bild immer wieder mal auf. Nun sorgt das Original für Schlagzeilen.

Von Frank Bürstenbinder

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