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Brandenburg/Havel Rekordjahr für Regionalmarkt im Paulikloster
Lokales Brandenburg/Havel Rekordjahr für Regionalmarkt im Paulikloster
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15:35 16.09.2018
Voll Freude schlängelten sich beim Regionalmarkt tausende Besucher an beiden Tagen durch das Paulikloster, um die regionalen Angebote zu begutachten. Quelle: Foto: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

„5000 Stunden habe ich mich mit nichts anderem beschäftigt als mit Apfelbäumen“, erzählt Marcel Schmidt den interessierten Besuchern an seinem Stand mit dem Namen „Kernstück“. Er will mit seiner Philosophie überzeugen, Früchte nicht nur für den Verkauf heranwachsen zu lassen. Der 21jährige Niklas Hardt, der das Start-up-Unternehmen „Dörrwerk“ präsentiert, hat die Stunden nicht gezählt, die er und sein Team brauchten, um ein besonderes Fruchtpapier herzustellen. Egal, ob der 27-jährige Geschäftsführer des Brandenburger Unternehmens „Herr Schneider“, der Kleidung nicht „0815 herstellen will“, oder Lars Wernicke, der sich handwerklich gut mit ökologischen Baustoffen wie Hanf auskennt: die 6. Regionalmesse ist jünger geworden.

Tausende Besucher strömten an beiden Ausstellungstagen ins Archäologische Landesmuseum zum Regionalmarkt mit heimischen Erzeugnissen und Handwerken.

Und sie hat sich rasant weiter entwickelt. 76 Händler boten am vergangenen Wochenende in den altehrwürdigen Mauern und auf den Freiflächen des Landesmuseums ihre Produkte an. Das Paulikloster mit seinem schönen Ambiente war die ideale Kulisse. Die Besucher kamen zu Tausenden. Verbunden sind neue und bekannte Gesichter bei Erzeugern und Anbietern mit dem Gedanken um Nachhaltigkeit, um regionale Angebote ohne weite Transportwege und Überschaubarkeit der Zutaten und Inhaltsstoffe. Was ist drin und was ist dran an den Produkten? Das wollen die Brandenburger Verbraucher heutzutage genauer wissen.

Mehr Besucher als in den Jahren zuvor

Waren es im vergangenen Jahr etwa 1500 Besucher, wurden dieses Jahr kurz vor drei am ersten Tag schon 2000 Besucher gezählt. Sie standen geduldig in der Schlange am Eingang zur Kasse. Viele wussten, was sie erwartet: „Das ist schön hier, liebevoll dekoriert, eine tolle Atmosphäre.“ Mareike Heimberg ist Leiterin dieses erfolgreichen Projektes und freut sich über die große Resonanz. „Unsere Marktbetreiber sind handverlesen“, sagt sie stolz, „wir wägen sorgfältig ab, wer ins Konzept passt.“ Und das sind in diesem Jahr neben den altbekannten Erzeugnissen wie Honig, Backwaren, Kartoffeln, feinen Essig- und Ölvarianten, Fruchtaufstrichen, Likören und Hochprozentigem, Schokolade, Wild und Kräutern auch Kunsthandwerk, Design, Wolle und Mode.

Landesmuseum sehr zufrieden mit der Resonanz

Die Erkenntnis des Regionalmarktes 2017 war für Michael Schneider, Pressesprecher des Museums: „Sowohl Anbieter als auch Gäste pflegen einen bewussten Umgang mit einheimischen Produkten angesichts des weltweit wachsenden Hungers und der zunehmenden Armut.“ So passt die Idee der jungen Leute vom Start-up Berlin genau ins Konzept: „Mit der Rettung von Lebensmitteln haben wir vor über drei Jahren angefangen“, erinnert sich Niklas Hardt, während er vor allem Kindern sein köstliches, gesundes Fruchtpapier zum Naschen anbietet. „Wir haben den Bauern der Umgebung Äpfel abgekauft, die sonst wohl einfach weggeworfen würden, weil die Supermarktketten sie nicht haben wollten.“

Die Leute fragen genauer nach

Aufklärung im nachhaltigen Sinn leistet auch Lars Wernicke, der zu dieser Messe das erste Mal professionell kam. Vorher war der Brandenburger schon Besucher und meinte, hier wäre er richtig mit seiner Ideologie, „das Haus ist unsere dritte Haut“. Als Handwerker will er die Tradition des Lehmbaus und der Verwendung von Hanf, zum Beispiel zur Dämmung und zur Aufwertung des Raumklimas, wieder ins Bewusstsein rufen. Nicht zufällig fragen vor allem junge Leute, die gern aus der Großstadt herauswollen, nach diesen Methoden.

Gesunde Traditionen der Region wiederbeleben. Das will auch Marcel Schmidt aus Treuenbrietzen mit seinen alten Apfelsorten. „Wer kennt schon noch die Biesterfelder Renette?“ fragt er. Sogar der Topas sei nicht mehr richtig bekannt, obwohl er bis in die 80er Jahre noch geerntet wurde.

Selbstbewusste Handwerker

Florian Lange, Chef des Havelstädter Unternehmens „Herr Schneider“, der vor allem Mode aus den 50er Jahren in Maßkonfektion anfertigt, betont: „Wir verarbeiten ausschließlich Baumwolle, Seide und Leinen.“ Angst vor der Konkurrenz von Kaufhäusern habe er nicht. „Hier in Brandenburg kann uns keiner was…“ Das Selbstbewusstsein der Regionalanbieter basiert vor allem auf der Aneignung von Handwerkstraditionen, gepaart mit viel Wissensdurst und guter Qualität.

Von Brigitte Einbrodt

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