Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Archäologe stellt spektakuläre Funde vor
Lokales Brandenburg/Havel Archäologe stellt spektakuläre Funde vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:53 21.02.2018
Andreas Langer Quelle: Marion von Imhoff
Anzeige
Reckahn

Die geänderte Baugenehmigung für die Sanierung des Reckahner Renaissancebaus zu einem Konferenzzentrum liegt endlich vor. Nach zähem Beginn können die bisher von archäologischen Funden blockierten Bauarbeiten an dem vom Bund geförderten Millionenprojekt beginnen.

Das ist das Fazit einer Infoveranstaltung zum Bauablauf im Schloss Reckahn am Donnerstagabend. Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner (parteilos) betonte: „Ich glaube, ohne das Votum der Gemeindevertretung vorweg zu nehmen, wir werden an dem Projekt festhalten und es weiter umsetzen.“

Der von der Gemeinde beauftragte freie Archäologe Thomas Langer aus Bad Belzig hatte zuvor bei Grabungen im Kellerbereich des historischen Gebäudes Reste einer Befestigung „als Burg des ländlichen Adels“ aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert gefunden. Er vermutet sogar Wassergräben um diesen herrschaftlichen Sitz. In dieser Form seien die Funde „einmalig für die Region“, sagte Langer.

Drohnenflug über Reckahn

Durch die archäologischen Funde ist der Zeitplan ins Trudeln geraten. Der Förderzeitraum läuft Ende des Jahres ab. Doch das ist kaum mehr zu schaffen. Die Gemeinde Kloster Lehnin setzt die Hoffnung auf den Bund, dass die Sanierungsarbeiten auch noch 2019 andauern dürfen. CDU-Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann sagte dem Reckahner Ortsbeirat und Brückner zu, möglichst bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 6. März diese Frage zu klären.

„Jeder, der das hier gesehen hat, kann sich vorstellen, dass wir im Zeitablauf einige Probleme bekommen haben“, sagte Brückner. „Wir können heute nicht sicher sagen, dass wir zum 31. Dezember dieses Jahres, wie es ursprünglich im Förderrahmen vorgesehen war, das Projekt abschließen können.“

Archäologischer Fund unter dem Renaissancebau in Reckahn. Quelle: Andreas Langer

Möglicherweise schon nächste Woche sollen die archäologischen Arbeiten so weit fortgeschritten sein, dass ein großer Teil der Baustelle freigegeben werden kann. Langer betonte, war jetzt gefunden werde, sei mit der Sanierung des Gebäudes unwiederbringlich verloren. Er bemühe sich, die Funde zügig zu dokumentieren. Seine Idee, die Fotos in einer Ausstellung im Reckahner Schloss zu präsentieren, bezeichnete Bürgermeister Brückner als gute Idee.

Das Millionenprojekt

Das seit vielen Jahren leerstehende Renaissancegebäude am Reckahner Schloss soll für 2,5 Millionen Euro ein Konferenz- und Gemeindezentrum werden. 1,125 Millionen Euro stammen vom Bund und 1,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde Kloster Lehnin in das Projekt.

Entstehen sollen ein Dorfcafé, ein Jugendraum, Seminarsaal, Eingangshalle mit Empfang und im Obergeschoss 22 Gästezimmer mit Bädern. Ein Aufzug soll das Gebäude behindertenfreundlich machen.

Ursprünglich war die Unterkellerung des Bauwerks geplant. Doch wegen der archäologischen Funde entsteht nun auf dem Parkplatzgelände ein Anbau mit kleinem Hof zum Dorfcafé im gegenüberliegenden Gebäudeflügel.

„Es bleibt spannend im Untergrund, wenn Sie mich hier weiter graben lassen“, sagte Langer scherzhaft zu Brückner. „Wenn Sie als Kofinanzierer zur Verfügung stehen, in Ordnung“, antwortete dieser genauso gut gelaunt. „Gerne hätten wir den Archäologen die Pinselchen und Eimerchen weggenommen, damit wir endlich anfangen können mit dem Bau.“ Doch die Resultate der archäologischen Arbeiten zeigten, dass diese Grabungen auch gut seien.

Baustart am Reckahner Renaissancebau. Quelle: Marion von Imhoff

„Man muss in einem denkmalgeschützten Haus immer damit rechnen, archäologische Funde zu machen. Ich frage mich, was passiert wäre, wenn wir nicht den Mut gehabt hätten, das Gebäude anzufassen“, so Brückner. Architekt Egon Behrens beantwortete es Brückner: „Das Gebäude wäre zusammengefallen.“ Bekanntlich ist die Bausubstanz sehr marode.

Großer Zulauf bei einer Infoveranstaltung am Donnerstag im Reckahner Schloss zum Renaissancebau. Quelle: Marion von Imhoff

Behrens kündigte den weiteren Bauablauf an: Danach wird der marode Giebel des Renaissancebaus und das Dach abgetragen. Nur so seien die für einen Beherbergungsbetrieb notwendigen Deckenhöhen zu erreichen.

So beginnt die Sanierung vom Dach aus. Statt des durch die archäologischen Funde hinfälligen Kellers, der geplant war, erhält das Gebäude einen Anbau zur Schlossseite hin. „Schon erledigt ist die Asbestbeseitigung“, so Behrens. Ziel sei es, „bis zum Juli die Hülle komplett zu schließen und dann mit dem technischen Ausbau zu beginnen.“

Von Marion von Imhoff

Brandenburg/Havel MAZ-Forum in Brandenburg an der Havel - Drei Stunden Kampf ums Rathaus

Die Kandidaten bleiben sich treu. Ihren Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Brandenburg führen Steffen Scheller (CDU) und Jan van Lessen (parteilos) weitgehend ohne persönliche Angriffe und Verletzungen. Zum MAZ-Wahlforum am Donnerstagabend im Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg gab es allerdings ein paar Ausnahmen.

21.02.2018
Brandenburg/Havel Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark) - Else Abram feiert 103. Geburtstag

Niemand in der Gemeinde Kloster Lehnin ist so alt wie sie: Else Abram blickt an diesem Freitag auf 103 Lebensjahre zurück. 1947 verschlug es die Seniorin mit ihrer Familie aus dem polnisch gewordenen Posen nach Grebs, wo sie eine neue Heimat gefunden hat.

21.02.2018

Seine Donnerwetter waren berühmt, doch in Wahrheit war Ulrich Pleßke ein Mann des Ausgleichs. In dieser Woche wurde der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Roskow aus dem Leben gerissen. Die Öffentlichkeit reagiert mit Trauer und Betroffenheit. Denn der Kommunalpolitiker starb plötzlich und unerwartet.

11.03.2018
Anzeige