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Brandenburg/Havel Rettungskräfte üben Großeinsatz an der THB
Lokales Brandenburg/Havel Rettungskräfte üben Großeinsatz an der THB
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18:06 18.05.2016
Erstversorgung der Verletzten vor der Bibliothek der TH Brandenburg. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Um 10.47 Uhr schrillen die Alarmsirenen, leuchten die Alarmmelder auf. Etwas Schreckliches ist passiert am Mittwoch in der Bibliothek der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Eine Gasflasche ist explodiert, Studenten im Lesesaal sind schwer verletzt. Zum Glücke alles keine Realität, sondern nur der Auftakt zu einer von langer Hand vorbereiteten Großübung mit Feuerwehr und Rettungssanitätern.

Täuschend echt haben DRK-Mitarbeiterinnen Julia Raberger und David Rautmann und weitere THB-Studenten als schwer verletzte Gasunfallopfer geschminkt. Die beiden und ein weitere Laienschauspieler liegen auf dem Boden des oberen Lesesaals, rufen um Hilfe, winden sich vor Schmerz.

Menschen versammeln sich auf dem Campus. Quelle: Malo

Alle anderen Bibliotheksnutzer, die nicht eingeweiht sind in den Übungscharakter, haben binnen weniger Minuten das Backsteingebäude verlassen. Nur die Opfer können sich einfach nicht selbst retten.

Fast niemand war vorab eingeweiht

Endlose Minuten vergehen, bis sich um 11.04 Uhr zwei Feuerwehrleute nähern, einen mutmaßlich leichter Verletzten zunächst links liegen lassen, um die beiden jungen Leute mit den Brandverletzungen im Gesicht ins Freie zu evakuieren. Draußen vor dem Gebäude versorgen Rettungsdienstleiter Martin Hochstatter und die Sanitäter die Verletzten.

Übung nah an der Realität. Quelle: Malo

Kaum herrscht reine Luft in der Bibliothek, sind alle draußen und die meisten an der vereinbarten Sammelstelle, geht der Alarm im gegenüber liegenden Informatikzentrum los. Der angenommene Fall: Durch den starken Rauch aus Bibliothek und Innenhof gelangt Rauch in die Klimaanlage des Informatikzentrums, Die Feuerwehr entscheidet sich, alle dort drinnen zu evakuieren.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Die Übungsleiter Steffen Kissinger (THB) und Lutz Neubert (Feuerwehr) äußerten sich am Ende der seit einem Jahr vorbereiteten Übung zufrieden mit dem Verlauf.

Eingeweiht in die Übung waren außer der Leitungsebene mehrere „Beobachter“ und „Schiedsrichter“, die auf Schwachstellen im Ablauf achten sollten.

Ziel der THB war es, den Krisenstab, die Brandschutz- und die Evakuierungshelfer besser auf den Ernstfall vorzubereiten.

Die Nutzer der Hochschulgebäude sollen die akustische Signale erkennen, die Flucht- und Rettungswege und die Sammelplätze verinnerlichen.

Geprüft werden sollte, wie gut die Alarmauslösung, die Melde- und Kommunikationsketten sowie die Informationsmanagement funktionieren.

Auf der Flucht nach draußen verletzt sich ein Student am Knie, er kann nicht weiterlaufen. Er leigt so versteckt, dass die Feuerwehr anfangs Mühe hat ihn zu entdecken.

Während draußen das ganze Programm mit je drei Feuerwehr- und Rettungswagen, mit Evakuierung, Drehleiter und Erstversorgung der Verletzten läuft, ist im Hauptgebäude der Krisenstab der THB zusammengekommen, den THB-Kanzler und Übungsleiter Steffen Kissinger zuvor nicht eingeweiht hatte, um den fall der Fälle möglichst realistische durchzuspielen.

Evakuierung, Feuerleiter, Erstversorgung

Krisenstableiter Andreas Wilms, Vizepräsident der THB, gesteht später, dass die eine Stunde Krisenstabmanagement anstrengender sei als jede Vorlesung. Weil plötzlich so viel zu beachten und keine Zeit zum Durchatmen sei. Und dann bekommt auch noch die Presse Wind von der Sache und nervt mit Fragen. „Ich weiß noch nichts, kommen Sie einfach her, später weiß ich mehr“, bescheidet Pressesprecherin Heide Traemann die neugierige MAZ.

Feuerwehrmänner auf der Drehleiter. Quelle: Maloszyk

Um 11.30 Uhr ist so gut wie alles vorbei. Die Weichen für den Hubschraubereinsatz und die Überführung der Verletzten in dien Spezialklinik nach Berlin sind gestellt. Die Bibliotheksnutzer, die sogar Laptop und Banane im Lesesaal zurücklassen mussten, dürfen wieder zurück in den Alltag.

Dass Übung und Wirklichkeit zwei paar Schuh sind, ist am Mittwochvormittag deutlich geworden. Den Beamten war gleich klar, dass kein Ernstfall vorliegt. Die ganze Aktion verlief bei aller Ernsthaftigkeit doch ziemlich entspannt.

Von Jürgen Lauterbach

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