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Richard III. ist die fünfte Generation

180 Jahre Fleischerei Dietz in Ziesar Richard III. ist die fünfte Generation

Fleischermeister Richard Dietz aus Ziesar kann auf 180 Jahre Familientradition in fünfter Generation zurückblicken. „Das macht schon stolz“, sagt der 65-Jährige, der selbst schon mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze des Familienbetriebes steht und die Hoffnung auf einen Nachfolger noch nicht aufgegeben hat. „Denn es wäre schade, wenn diese lange Tradition abreißen würde.“

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Richard Dietz mit selbst hergestellter Wurst.

Quelle: Foto: Claudia Nack

Ziesar. Fleischermeister Richard Dietz aus Ziesar kann auf 180 Jahre Familientradition in fünfter Generation zurückblicken. „Das macht schon stolz“, sagt der 65-Jährige, der selbst schon mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze des Familienbetriebes steht und die Hoffnung auf einen Nachfolger noch nicht aufgegeben hat. „Denn es wäre schade, wenn diese lange Tradition abreißen würde“, sagt Richard III., der so heißt wie sein Vater und sein Großvater.

Lange Tradition

Der Gründer war ein gewisser August Andreas Dietz. Als der aus Nienburg an der Saale stammende Schäfer in Ziesar umsattelte und 1835 in der Achterstraße eine Metzgerei in alter Hauschlachtetradition eröffnete, konnte er nicht ahnen, dass daraus einmal eine Fleischerdynastie werden würde. Dessen Sohn Friedrich, der um 1890 ein Haus in der Brandenburger Straße kaufte, vergrößerte sich und zog dorthin mit dem Geschäft um. Er war Mitglied im Magistrat der Stadt, Mitbegründer der Feuerwehr und 1914 in der Wurstfabrikantenzeitung abgebildet. „Es war der erste geflieste Laden in Ziesar“, erzählt Richard III. , dessen Großvater 1910 die Fleischerei in der Badstraße neu eröffnete während der früh verstorbene Bruder das andere Geschäft bis 1927 weiterführte.

Ende der 40er Jahre übernahm der Vater des jetzigen Inhabers im inzwischen aufgestockten Haus in der Badestraße die Fleischerei. Zu DDR-Zeiten war er mehr als 30 Jahre lang Vorsitzender der Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Fleischerhandwerks, zu der acht private Handwerksbetriebe in Brandenburg und im Umland gehörten. „Er hat viele Angriffe abgewehrt, sonst hätten sie damals in die PGH gehen müssen.“

Richard III., der bei einem alten Meister in Potsdam lernte, hat den Betrieb 1983 vom Vater übernommen. „Meine mit Abstand beste Zeit waren die acht DDR-Jahre“, blickt er zurück. 80 Schweinehälften und drei ganze Rinder seien pro Woche selbst zerlegt und verarbeitet worden. „Heute vielleicht 20 Prozent davon“, schätzt er. „Die Leute standen damals Schlange, haben für ihre ganze Familie eingekauft“, erzählt Dietz. „Wir mussten sie schubweise reinlassen. Vieles lief über Vorbestellung.“ Absoluter Renner waren die Partyknacker, die noch immer gut gehen. Knapp 60 Wurstsorten und Halbdauerware habe man bis heute im Sortiment, 80 Prozent produziere er mit den Gesellen Michael Düring und Andreas Dietz selbst. Die längste Zeit, fast 35 Jahre, hat Fleischermeister Günter Kalitz im Familienbetrieb gearbeitet.

Am angestammten Standort nur noch Produktion

Den Tiefpunkt erlebte Dietz direkt nach der Währungsumstellung als die Leute kein Geld hatten. Mit der D-Mark ging es allmählich wieder bergauf. Nach der Wende hatte Dietz im Breiten Weg vorübergehend ein zweites Geschäft, das er 1994 mit der Eröffnung der modernen Norma-Filiale wieder schloss. Ein weiteres in Wusterwitz musste er im vorigen Jahr aufgeben, weil es sich nicht mehr rentierte. „Dort fährt nun auch unser Verkaufswagen hin.“ Am angestammten Standort in der Badstraße befindet sich nur noch die Produktion, wo er einiges in Technik investiert hat. „Als vor etwa fünf Jahren die Straße gemacht wurde, blieben wegen der Dauerbaustelle die Kunden weg“, sagt Dietz, dessen rechte Hand bei der Buchführung und im Catering Ehefrau Marlies ist.

Das private Fleischerhandwerk sei wieder im Aufwind, schätzt der Meister ein. „Die Leute haben Bock auf frische Ware und vom Eingeschweißten die Nase voll.“

Von Claudia Nack

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