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Richterin beleidigt: 1500 Euro Strafe

Räuber aus Brandenburg an der Havel Richterin beleidigt: 1500 Euro Strafe

Mit Kraftausdrücken der üblen Sorte beleidigte ein 29 Jahre alter Brandenburger im Februar eine Richterin des Amtsgerichtes Brandenburg nach deren Urteilsspruch. Deshalb stand er nun erneut vor Gericht, diesmal wegen Beleidigung. Erneut verfolgte er den Prozess hasserfüllt. Die Geldstrafe nahm er ungerührt zur Kenntnis.

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Zur Ordnung rufen lässt sich der Angeklagte Toni N. nicht. Auch ein Hammer nutzt da nichts

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel.  So pampig wie Toni N. (29) sind Angeklagte selten. Der junge Mann aus Hohenstücken schaut drein, als wollte er aus Hass am liebsten die ganze Welt verschlingen. Die junge Staatsanwältin fürchtet gar, er könne auf sie oder jemand anders im Gerichtssaal losgehen. Doch so weit kommt es nicht, zumal zwei kräftige Männer ihn bewachen. Wie in früheren Verhandlungen verfolgt Toni N. die Zeit bis zum Urteil genervt und mit angewidertem Mienenspiel, nur gelegentlich unterbrochen von verächtlichen Bemerkungen.

So war es auch am 26. Februar, als der berufs- und arbeitslose Mann wegen zwei Raubüberfällen auf Rentnerinnen in Hohenstücken und Nord vor dem Schöffengericht Brandenburg stand. Damals verurteilte ihn die Richterin zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe.  Das Urteil quittierte der Angeklagte in Richtung Richterin mit einem Schimpfwort der alleruntersten Kategorie, wiederholte das Wort auf Nachfrage noch einmal und gab die Empfehlung ab, sich „lieber um die Kinderficker zu kümmern“.

Wegen der Beleidigungen musste Toni N. vor wenigen Tagen erneut seine Gefängniszelle für eine Stunde gegen die Anklagebank tauschen. Die Staatsanwältin warf ihm Beleidigung vor und zu diesem Vorwurf schwieg er, wie es sein Recht als angeklagter ist. Die seinerzeit beleidigte Richterin und ein Polizeibeamter bestätigten als Zeugen, dass die sexistischen Kraftausdrücke nach der Urteilsverkündung gefallen sind.

Richterin urteilt strenger als von der Staatsanwältin gefordert

 Damit gilt Toni N. als überführt. Als Strafe forderte die Staatsanwältin 60 Tagessätze zu 15 Euro, also 900 Euro. Amtsrichterin Ingrid Pelzer urteilte strenger, verhängte eine Strafe von 1500 Euro: 100 mal 15 Euro. Bei der Strafzumessung spielte einmal mehr das ungebührliche Auftreten des bisher unbelehrbaren jungen Mannes eine Rolle. Abermals murmelte er Bemerkungen in seinen nicht vorhandenen Bart, die tiefe Abneigung gegen alle anderen Leute im Saal ausdrückten.

Dem Angeklagten schien das Urteil egal zu sein, er sprang schon vor der Urteilsbegründung auf und wollte weg. Zurück ins Gefängnis, wo er wegen Raubes drei Jahre und drei Monate sitzen muss. Denn das Landgericht hatte die Strafe des Schöffengerichts um sieben Monate erhöht. Für seine Bewährungshelfer dürfte der junge Brandenburger, der keineswegs als dumm gilt, eine echte Herausforderung sein.

Von Jürgen Lauterbach

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