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Rieselfelder bei Brandenburg/Havel abgebrannt

Dorf wegen Rauchentwicklung evakuiert Rieselfelder bei Brandenburg/Havel abgebrannt

Auf Ödland zwischen Malge, Wilhelmsdorf und Wendgräben ist am Dienstag ein großflächiges Feuer ausgebrochen. Das kleine Dorf Wendgräben mit 23 Einwohnern musste evakuiert werden. Die Feuerwehr war mit allen verfügbaren Kräften vor Ort. Inzwischen ist das Feuer unter Kontrolle.

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Mit dicken Rauchwolken und immer wieder aufflammendem Feuer müssen die Feuerwehrmänner bei Brandenburg/Havel kämpfen.

Quelle: Christian Griebel

Brandenburg an der Havel. Die Hälfte aller Rieselfelder bei Wendgräben ist am Dienstagnachmittag abgebrannt. Menschen wurden nicht verletzt. Doch die 23 Bewohner in Wendgräben mussten ihre Häuser verlassen, um sich vor einer Rauchgasvergiftung zu schützen. Die Brandursache war am Dienstag nicht zu klären, die Feuerwehren hatten alle Hände voll mit den Löscharbeiten zu tun.

Gegen 15.30 Uhr ging der Alarm bei der Brandenburger Leitstelle ein. Ein großflächiges Feuer war ausgebrochen auf dem Ödland hinter Wilhelmsdorf, entlang der Magdeburger Heerstraße, jenseits der Hundeschule Krause und der Kompostannahmestelle des Gartenbaubetriebes Lubitz. Gleich an mehreren Stellen brannte es, das Feuer drohte sich auszubreiten.

Wegen des Nord-Ost-Windes trieb der dichte Rauch zwar weg von den Kieferwaldbeständen des nahen Stadtwaldes, jedoch hin zu der kleinen idyllischen Siedlung in Wendgräben.

Die Polizei leistete Amtshilfe und überzeugte die dort lebenden Brandenburger, ihre Häuser aus gesundheitlichen Gründen zu verlassen. Besonders schwer fiel das einer jungen Frau, die Papageien, Hühner und andere Tiere besitzt und nicht zurücklassen wollte. Doch auch sie schnappte sich am Ende ihren Hund und fuhr auf dringendes Anraten der Polizei aus dem Gefahrengebiet.

Die Feuerwehr war mit etwa 100 Kräften zur Stelle und plagte sich durch den dichten Rauch, der bis Ziesar zu sehen war. Außer der Brandenburger Berufsfeuerwehr rückten sämtliche freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile und aus den benachbarten Gemeinden des Landkreises aus. So war auch Amtswehrführer Manfred Neumann aus Ziesar mit neun Kräften zur Stelle.

Brandenburgs Feuerwehrchef Detlef Wolf, der den Einsatz leitete, schätzte die Ausdehnung des Brandes auf etwa 20 Hektar, was einer Größe von etwa 30 Fußballfeldern entspricht. Rettungshubschrauber Christoph 35, der auf dem Rückweg von einem Einsatz war, kam zu Hilfe. Wolf startete daher kurz nach 18 Uhr zu einem Rundflug über das bedrohte Gebiet und gab anschließend erste Entwarnung: Keine weiteren Feuerstellen und Glutnester mehr zu erkennen.

Bürgermeister Steffen Scheller (CDU), der ebenfalls nach Wendgräben gefahren war, lobte die tatkräftige Hilfe von Hans Lubitz’ Mitarbeiter Uwe Güldenpfennig. Im Auftrag seines Chefs hatte er mit seinem Radlader eine Schneise gefahren, so dass die kokelnde Grasnarbe und damit auch das Brandgebiet unterbrochen waren. Nach 18 Uhr konzentrierten sich die Feuerwehrleute darauf, die Ränder des Brandgebietes zu wässern. Etliche blieben aber noch Stunden im Einsatz.

Wie es für die Bewohner in Wendgräben weitergeht und wann sie wieder zurück in ihre Häuser können, war am Dienstag noch nicht abzusehen. Der Qualm hält sich womöglich noch tagelang in der näheren Umgebung. Nach Angaben Schellers hatte jeder für sich privat ein Ausweichquartier organisieren können.

Stadtförsterin Kornelia Stamann musste sich nur kurzzeitig um den Stadtwald sorgen. Der Wind trieb die Flammen und den Rauch in die entgegengesetzte Richtung. Die Polizei sperrte das Gebiet um die Brandstelle weiträumig ab, nur wenige wie Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann auf der Rückfahrt von einer Dienstreise nach Potsdam durften noch durch. Autofahrer aus Richtung Brandenburg und Neue Mühle mussten Umwege in Kauf nehmen.

Von Jürgen Lauterbach

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