Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Riesen-Supermarkt an der Bundesstraße

Stadtentwicklung in Brandenburg/H. Riesen-Supermarkt an der Bundesstraße

Seit siebeneinhalb Jahren dauert das Gezerre zwischen Verwaltung und dem Stärkefabrik-Eigentümer Isarkies um das Bebauen der gut vier Hektar großen Brache an. Bebauungsplanbeschlüsse wurden beanstandet und verworfen, immer wieder gab es neue 8vergebliche) Vorstöße. Nun scheint eine Lösung in Sicht.

Voriger Artikel
Sroka (Linke) nimmt es mit Brückner (SPD) auf
Nächster Artikel
Mit Musik gegen Demenz

Die Vorstellungen der Isarkies zum Bebauen der Stärkefabrikbrache an der Neuendorfer Straße: Zum Zentrumsring hin Parkplätze, dann das Edeka-Center, dahinter und am Havelufer die Wohnbebauung.

Quelle: Architekturbüro Dieter Niestroj

Brandenburg/H. In den festgefahrenen Streit um die geplanten Investitionen des Unternehmens Isarkies auf dem Areal der alten Stärkefabrik ist Bewegung gekommen. Am Montagabend gab es dazu bei Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) ein Treffen in großer Runde. Neben Bürgermeister und Baubeigeordnetem nahmen daran die Isarkies-Geschäftsführer Christoph Kagerer und Peter Emmerling teil. „Wir haben uns deutlich bewegt, was das Reduzieren der Handelsfläche für das Edeka-Center auf nunmehr 3200 Quadratmeter anbelangt und wir haben nunmehr einen deutlichen Akzent auf eine Wohnbebauung gelegt“, sagt Kagerer im MAZ-Gespräch.

„Zu Beginn unserer Bemühungen im Spätsommer 2007 sind wir noch von 10 000 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche ausgegangen“, ergänzt Emmerling, „wir haben nun den Eindruck, dass dieses Argument im Rathaus positiv aufgenommen wurde.“ Edeka stehe als Partner weiterhin zur Verfügung, auch sein Unternehmen sei gewillt, das Engagement in der Stadt fortzuführen. Noch nie habe Isarkies acht Jahre um ein Projekt kämpfen müssen, bislang waren es höchstens drei Jahre.

Die neuen Pläne sehen das Edeka-Center mit 300 Stellplätzen (siehe Infokasten) und etwa 120 Wohnungen plus Uferweg und Park mit Spielplatz vor. „Wir favorisieren die Anordnung mit den Parkplätzen am Zentrumsring, weil dann der Markt noch eine Schallschutzfunktion für die dahinter stehende Wohnbebauung erfüllt. Auch die schon früher gemachte städtische Anregung zu einem durchgehenden öffentlichen Uferweg haben wir aufgenommen“, sagt Emmerling.

In den nächsten Tagen und Wochen will die Verwaltung zusammenstellen, welche offenen Punkte noch zu klären sind. Zu einer Frage gab es allerdings am Montag noch keine Einigung: Kann in ein bereits mehrfach gestartetes Bebauungsplan-Verfahren wieder eingestiegen werden oder muss die Bauleitplanung komplett neu begonnen werden? „Wir müssen entscheiden, ob es eines Neubeginns bedarf, das ist nicht nur eine Frage der Opportunität, sondern auch der Zweckmäßigkeit“, sagt Rechtsanwalt Peter Danckert, der gemeinsam mit Sohn Lukas und dem Kollegen Phillip Spiller die Investorenseite vertritt.

Mehr als 23 Millionen Euro

Bei dem Projekt dreht es sich um ein Investitionsvolumen von mehr als 23 Millionen Euro. Das E-Center plus Parkplatz kostet etwa fünf Millionen Euro.

Zudem entstehen etwas mehr als 120 Wohnungen mit 9000 Quadratmetern Gesamtwohnfläche. Bei durchschnittlichen 2000 Euro Erstellungskosten je Quadratmeter kommen 18 Millionen Euro hinzu.

Nicht beziffert sind bislang die Kosten für den kleinen Park mit Spielplatz unterhalb der Brücke sowie den durchgehenden Uferweg.

Vom Anglerverein ausgehend entlang des Ufers sollen Eigentumswohnungen in einer Art Reihenhäusern – jeweils im Viererpack - gebaut werden, im Inneren des Baugebietes Geschosswohnungsbau mit jeweils elf bis 16 Wohnungen.

Kauf- und Mietpreise sollen laut Angaben von Isarkies-Geschäftsführer Peter Emmerling im „mittleren Niveau“ liegen.

Die Zu- und Ausfahrten zu Markt und Wohngebiet liegen an der Neuendorfer Straße.

Der Supermarkt ist mit einer Bruttogeschossfläche von 5000 Quadratmetern ausgewiesen, auf den Lebensmittelmarkt entfallen 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche, auf den Getränkemarkt 500 und auf eine kleine Shopmeile 200 Quadratmeter.

Die restlichen 1800 Quadratmeter werden für Lager, Laderampe und Sozialräume benötigt.

Die Kaufkraft wäre in der Stadt und im Umland vorhanden, sagt der SPD-Stadtverordnete Dirk Stieger, der gemeinsam mit Langerwisch seit Jahr und Tag für das Projekt kämpft: „Mit dem Schließen des Real-Marktes Alte Potsdamer Straße im vergangenen September fließt frei gewordene Kaufkraft außerhalb der Stadt ab. Das SB-Kaufhaus hatte 4600 Quadratmeter Grundfläche, bei einem durchschnittlichen Jahresertrag von 5000 Euro sind das 23 Millionen Euro, die derzeit nicht mehr in der Stadt bleiben.“

Umfangreiche Vorarbeiten zum Projekt hat der Investor bereits geleistet: Neben den Planungen sind das Naturschutzmaßnahmen zum Umsiedeln von Ameisenvölkern und Fledermäusen.

Sollte das Planverfahren erfolgversprechend wieder in Gang gesetzt werden, könnte auch zügig mit dem Beräumen der Brache begonnen werden, es gibt beispielsweise bereits Absprachen zum Nutzen der großen Brech-Anlage in der Caasmannstraße für den anfallenden Bauschutt.

Unter Regie von Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) und der ihm unterstellten Wirtschaftsförderung soll es nun gelingen, gemeinsam ein Sachverständigenbüro zu engagieren, das die Interessen beider Seiten irgendwie zusammenbringt. Argumentieren wollen die Befürworter des Vorhabens nun auch über den Fakt hinaus, dass mit diesem Projekt eine der hässlichsten Brachen der Stadt verschwindet. „Wir sind ein Oberzentrum und haben verschiedene Versorgungsfunktionen für ein ziemlich großes Umland, das betrifft auch den Einzelhandel. Ein solches Edeka-Center wäre mit seiner Lage an der Bundesstraße auch überörtlich attraktiv“, sagt der SPD-Stadtverordnete Norbert Langerwisch.

Oberbürgermeisterin Tiemann sagte am Dienstag: „Ich bin froh über die Art und Weise wie das Treffen zustande gekommen ist und darüber, dass Isarkies sich ernsthaft für das Bebauen der Brache engagiert.“ Zwar gebe es noch Schwierigkeiten in der Verwaltung mit den Verkaufsflächengrößen, gleichwohl erkennt Tiemann an, dass sich das Unternehmen bereits deutlich nach unten bewegt hat. „Mal sehen, ob wir einen Lösungsansatz finden.“ Wichtig sei, dass sich Investor und Verwaltung aufeinander zubewegen.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg