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Brandenburg/Havel Robert (12) sägt und schleift für den Osterhasen
Lokales Brandenburg/Havel Robert (12) sägt und schleift für den Osterhasen
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17:44 28.03.2018
Robert Meißner mit seinen Osterhasen, die es auch lackiert gibt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Buckau

Wenn es den Osterhasen wirklich gibt, dann steht seine Werkstatt in einem der ältesten Dörfer Brandenburgs. Und ein Zwölfjähriger ist der Chef. Unter den geschickten Händen des Buckauer Jungen Robert Meißner erblicken ganze Kompanien von Deko-Hasen die Welt. Sie alle werden aus Holzresten gemacht, denen der Siebtklässler mit einer schier unendlichen Freude neues Leben einhaucht. Der Rohstoff ist Nebensache. Ob Kiefer, Eiche oder Erle – bei Robert kommt alles unter die Säge, was als Baum gewachsen ist.

Zu jedem Geburtstag eine Maschine

„Holz ist genau mein Ding. Nichts macht mehr Spaß, als diesem Material ein Gesicht zu geben “, ist der Nachwuchs-Heimwerker überzeugt. Was der Junge entwickelt und produziert, geht weit über eine altersübliche Bastelei hinaus. Wie ernsthaft Robert sein Hobby betreibt, zeigt der Maschinenpark, den er sich seit dem zehnten Geburtstag in der zur Werkstatt umfunktionierten Garage zugelegt hat. Im Mittelpunkt steht eine mechanische Laubsäge, Dekupiersäge genannt. Wie ein Profi setzt Robert das Holz an, um seinen Osterhasen mit filigranen und kurvenreichen Schnitten die gewünschte Form zu verpassen.

Sicher führt Robert Meißner das Werkstück über den Bandschleifer. Quelle: Frank Bürstenbinder

Natürlich wird beim Sägen nichts dem Zufall überlassen. Deshalb fertigt Robert für jedes neue Hasenmodell zuvor eine Schablone aus Sperrholz an. Vorlagen für die Figuren holt sich der Schüler in der Regel aus Katalogen. Zur Weihnachtszeit stapfen natürlich Knecht Ruprecht und seine Rentiere durch die Werkstatt. Zum Osterfest macht Robert mit seinen Hasen, Deko-Eiern und Küken Freunden und Verwandten eine große Freude. Damit die bis zu 15 Millimeter starken Figuren zu wahren Handschmeichlern werden, darf ein Band- und Tellerschleifer nicht fehlen. Robert hat ein Standgerät, das er nur mit Schutzbrille und Gehörschutz bedient. Die Einrichtung, mit der er eine Absauganlage wechselnd an beide Maschinen anschließen kann, hat sich der Zwölfjährige selbst konstruiert. Unverzichtbar für Robert ist die Tischfräse, wenn es um Profile und Winkel geht. So sind auch die hölzernen Schienen für seine selbst gebastelte Lokomotive Marke Eigenbau. Schlüsselbretter verlassen sein Reich ebenso wie Schmuckkästchen, Tannenbäume, Sterne und Kerzenständer.

Auf Gymnasium verzichtet

Weil ihn das Holz nicht loslässt, hat der Siebtklässler auf das Gymnasium verzichtet. Robert besucht die Thomas-Müntzer-Schule im nahen Ziesar. „Statt langer Busfahrten nach Brandenburg oder Bad Belzig verbringe ich die Zeit lieber in der Werkstatt“, berichtet der Schüler. Woher hat der Junge, der nicht auf Anhieb sagen kann, wo sein Laptop ist, und für den WhatsApp nur die ersten zwei Wochen wirklich interessant war, seine Liebe zum Handwerk? Vom Opa mütterlicherseits.

Der neunjährige Pascal eifert seinem großen Bruder mit einer eigenen Säge nach. Quelle: Frank Bürstenbinder

Großvater Siegfried Ballerstein ist als Stellmacher von Wollin bekannt. Trotz seiner 72 Jahre steht der Rentner stundenweise in seiner Werkstatt, um Schneidebretter und Stiele für Gartengeräte anzufertigen. Was an Holz übrig bleibt, bekommt der talentierte Enkel in Buckau. So wie er ihm viele Tricks und Kniffe am Holz beibrachte. Für Robert ist Opa Siegfried ein Vorbild, welches zeigt, dass die richtige Berufswahl ein erfülltes Leben bedeuten kann. „Das würde ich auch gerne machen. Doch weil Stellmacher nicht mehr ausgebildet werden, will ich Tischler werden“, steht für den Zwölfjährigen schon heute fest.

Mit seinem Hobby, das vor zwei Jahren auf dem Dachboden begann, ist Robert nicht allein im Hause Meißner. Sein neunjähriger Bruder Pascal ist ihm auf den Fersen. Auch er hat sich eine erste Dekupiersäge angeschafft. „Deshalb wird bei uns langsam der Platz zum Werkeln knapp“, gesteht Vater Tobias Meißner, der ebenso wie Mutter Karola die Freizeitbeschäftigung der beiden Söhne nach Kräften unterstützt. Es kommt noch besser. Tochter Martha ist mit ihren sechs Jahren verdächtig gut im Umgang mit Schere und Papier. Bruder Robert hat dafür keine Zeit. Eine gebrauchte Drechselbank ist seine neueste Errungenschaft. Backenfutter und Schalter fehlen. Dabei darf es natürlich nicht bleiben.

Von Frank Bürstenbinder

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