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Rockfan Woidke am wunden Punkt getroffen

SPD-Bürgergespräch in Kirchmöser Rockfan Woidke am wunden Punkt getroffen

Zur „Halbzeitbilanz“ mit Bürgern kamen führende SPD-Politiker nach Kirchmöser, darunter Ministerpräsident Dietmar Woidke. Andreas Walz, Chef im Jugendkulturhaus HdO, traf Rockmusikfan Woidke an einem wunden Punkt.

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Ministerpräsident Woidke spricht im Pumpenhaus in Kirchmöser mit Bürgern – Ralf Holzschuher (links) am Nebentisch.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. Zur „Halbzeitbilanz“ mit Bürgern kamen führende SPD-Politiker am Freitagabend nach Kirchmöser, darunter Ministerpräsident Dietmar Woidke. Andreas Walz, Geschäftsführer im Jugendkulturhaus HdO, traf Rockmusikfan Woidke an einem wunden Punkt, der im Vergleich zu Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen unterentwickelten Kreativ- und Rockmusikszene im Land Brandenburg.

Woidke und SPD-Landtagsfraktionschef Mike Bischoff reisen zur Halbzeit der Wahlperiode durchs Land, um mit engagierten Menschen aus Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft zwanglos ins Gespräch zu kommen – nicht von oben und vom Podium herab, wo sie gnädig Fragen entgegen nehmen, sondern in Achter- bis Zehnergruppen an kleinen Tischen mit Essen vom Büffet. Sechs solcher Tische standen im Veranstaltungsort Pumpenhaus bereit, die Politiker wechselten reihum alle 20 Minuten zum nächsten Tisch, darunter auch die SPD-Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher, Barbara Hackenschmidt und Udo Folgart, die die Gäste dieser neunten Tourneestation ausgewählt hatten.

Andreas Walz erinnerte Woidke daran, dass das Land Brandenburg mit seinen fehlenden Kreativstrukturen mehr und mehr ins Hintertreffen gerate und etwa in der Rockszene keine großen Namen mehr hervorbringe. „Und was ist mit Subway to Sally?“, fragte Rockexperte Woidke. „Da sind wir weit zurück in den 90-er Jahren“, entgegnete der HdO-Chef, der bedauerte, dass das Wirtschaftsministerium auf dem Feld alles blockiere.

Andreas Walz geht nicht darum, mit der Metropole Berlin mitzuhalten, sondern sich an den besser aufgestellten Ländern Mecklenburg-Vorpommern zu orientieren, „Strukturen zu schaffen, damit wieder etwas passiert“ und zum Beispiel die Festivalkultur im Land auszubauen. Dietmar Woidke äußerte sich „persönlich interessiert“ und bat Walz um sein Konzept. Andere Gespräche drehten sich um Ausstattungsprobleme in den Schulen, Rückkehranreize für abgewanderte Lehrer, die Integration von Behinderten auf dem Arbeitsmarkt, fehlende Nahverkehrsanbindungen zum Beispiel in Ziesar. Silvia Zimmermann, dort ehrenamtlich engagiert, versuchte Ministerpräsident Woidke zu überzeugen, wie wichtig der Radweg von Ziesar nach Wusterwitz wäre, um touristisch im Geschäft zu bleiben.

Mehrmals Thema war die Zukunft der Feuerwehr im Land, die Notwendigkeit, etwa durch bessere Aufwandsentschädigungen Anreize zu setzen. Der Ministerpräsident ist an der Stelle allerdings skeptisch, warnte vor Feuerwehruniformen Neiddebatten wie in Thüringen. Gleichwohl sprach er von Anreizen, um die Jugendfeuerwehren zu stärken.

Von Jürgen Lauterbach

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