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Brandenburg/Havel Rohre brechen wie Salzstangen
Lokales Brandenburg/Havel Rohre brechen wie Salzstangen
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00:35 13.08.2015
Weiträumig ausgeschnitten werden muss die Brielower Straße, weil sie von 800 Kubikmetern Wasser unterspült worden ist. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg an der Havel

Elf Wasserrohrbrüche gab es in diesem Jahr bereits bei der Brawag, fünf davon in den Sommermonaten seit Juni. Die beiden jüngsten machten insbesondere den Bewohnern des Wohngebietes Nord zu schaffen: In der Nacht zum Sonntag traf es – wie berichtet - die 200-Millimeter-Hauptleitung direkt an der Brielower Straße. 800 Kubikmeter Wasser flossen ins Erdreich, unterspülten den Straßenbelag und gelangten irgendwann in die Regenkanalisation. Die Brawag-Experten sperrten die Bruchstelle ab, klemmten die Ringleitung um und schufen so einen Bypass, um reparieren zu können. Doch dürfte es noch Tage dauern, bis die Straße wieder uneingeschränkt befahrbar ist, sie muss an dieser Stelle komplett neu aufgebaut werden, damit sie nicht einbricht.

In der Nacht zu Montag bemerkten gegen 3 Uhr Anwohner der Werner-Seelenbinder-Straße 3-9 eine neuerliche Fontäne direkt aus dem Gehweg. Beide Rohrbrüche liegen keine 100 Meter voneinander entfernt. Um 10.30 Uhr kam bei den Bewohnern wieder Wasser aus dem Hahn, sagt Harm Schenk, Technikchef der Brawag. Gemeinsam mit seinem Trinkwasserexperten Alexander Korn hatte er die Schadensstelle inspiziert. „In beiden Fällen ist die Diagnose eindeutig - eine Ursachenkombination aus 50 Jahre alten Leitungen, einer Wärmespannung im Rohr sowie dem rutschenden Baugrund durch die extreme Trockenheit“, sagt Korn.

„Manche Rohre brechen wie Salzstangen, neuere Materialien wie Polyethylen machen fast alle Bewegungen mit“, ergänzt Schenk. Der Wasserversorger Brawag baue schrittweise ein Messnetz auf mit so genannten Durchflussmessstellen. 14 gibt es derzeit davon, sie signalisieren Abweichungen, „und kündigen bereits im Vorfeld ein Problem an, bevor ein Rohrbruch hochkommt. Zudem können wir im Havariefall den Ort schneller eingrenzen“. Es gebe teilweise immer noch mehr als 100 Jahre alte Leitungen in der Erde, die Brawag könne aber nur schrittweise austauschen, meist im Zuge von Straßenbaumaßnahmen, damit Fahrbahnen und Gehwege nicht mehrmals geöffnet und geschlossen werden müssen.

Im laufenden Jahr gibt es laut Brawag-Wirtschaftsplan vor allem Investitionen an den Reinwasserstrecken und Saugleitungen im Wasserwerk Mahlenzien, in neue Trinkwasserhauptleitungen an der Magdeburger Straße beziehungsweise an der Bahnhofstraße (Kirchmöser) sowie am Buckau-Düker und am Bahnübergang Schmöllner Weg. „Eine Leitung neben den Bahngleisen hat natürlich ein anderes Gefährdungspotential als eine Leitung unterm Gehweg, deshalb müssen wir Prioritäten setzen“, erläutert Korn.

Dennoch tue das Unternehmen alles, um die Belastungen der betroffenen Anwohner in Grenzen zu halten. So wurde beispielsweise am Montagmorgen ein Wagen mit einem Frischwassertank von einem Kubikmeter (1000 Liter) vor den Wohnblock gestellt. „Das reicht für das Nötigste, wenn es länger dauert, stellen wir ein Standrohr auf den nächsten Hydranten. Ich habe es auch schon erlebt, dass sich betroffene Nachbarn direkt dort die Zähne geputzt haben.“

Von André Wirsing

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