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07:42 27.02.2018
Beethovens Pastorale wurde unter der Leitung von Peter Gülke am Wochenende zu einem Genuss für die Besucher der drei Konzerte. Quelle: Foto: J. STEINER
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Brandenburg/H

Carl Maria von Weber wählte den geheimnisvollen Wald zum Hauptdarsteller seiner Oper „Der Freischütz“. Sie wurde als die romantische deutsche Oper schlechthin gefeiert. Nach der Uraufführung im Jahre 1821 in Berlin konstatierte der Komponist, dass er mit ihr ins Schwarze getroffen habe.

Tatsächlich hat er mit dem „Freischütz“ das Tor zur Romantik auf der Opernbühne geöffnet. In der Ouvertüre klingt schon vieles an, was im Werk so unnachahmlich verdeutlicht wird: die Beschreibung der Natur und der Geisterwelt, die Verbindung zwischen hochartifizieller Sinfonik und volksliedhafter Melodik.

Überwältigende Gefühle

Mit der berühmten Freischütz-Ouverüre begann das 5. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker am Wochenende unter der Leitung von Peter Gülke.

Die Beschreibung der Natur, von Landschaft, das Leben in und mit ihnen, erfuhr mit dem gewählten Konzert-Motto „Pastorale“ eine inhaltliche Klammer, was beim Freischütz nicht so ganz aufgeht. Die Gefühle und Konflikte der Menschen sind mehr als biedermeierliche Zustandsbeschreibungen á la Ludwig Richter.

Gülke ließ nach einem etwas zerdehnten Beginn jedoch ahnen, wie er das gesamte Werk Webers musikalisch interpretieren würde, nämlich mit einem mystisch geheimnisvollen Timbre und dem großen C-Dur-Rausch, der in der Ouvertüre bereits so überwältigt.

Mit dem Horn in den Wald

Das Horn ist in der Romantik das Instrument, das das Wald- und Jagdleben charakterisiert. Im „Freischütz“ hat es wesentliche klanglich atmosphärische Aufgaben zu erfüllen. Der Hornist des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, Dániel Ember, gab mit seinem Musizieren kund, dass das Solo-Repertoire für sein Instrument sich nicht auf wenige Werke beschränken muss.

Des französischen Spätromantikers Paul Dukas Fantasie über den Tanz Villanelle und das Ceossover-Stück „Hunter‘s Moon“ des vor 39 Jahren verstorbenen englischen Komponisten Gilbert Vinter, das bei Vollmond in den Wald zu Jägern führt, sind relativ kurze, nett anhörenswerte Stücke mit virtuosen Momenten.

Die große „pastorale“ Stunde des Abend

Ember, der technisch über jeden Zweifel erhaben ist, der mit einem kantabel geführten Ton für sich einnimmt, wirkte im Freitagkonzert in seinem interpretatorischen Zugriff jedoch kühl und war in Sachen Ausdrucksstärke unterrepräsentiert. Die Symphoniker wurden in den beiden Stücken nicht sonderlich gefordert, spielten aber ihren Part solide.

Für das Orchester schlug nach der Pause mit Ludwig van Beethovens gespielter Sinfonie Nr. 6 in F-Dur op. 68, die „Pastorale“, die große Stunde des Konzertabends.

Mit Beethoven auf Landpartie

Warm und fließend kam der Klang daher. Mit feinen Differenzierungen verliehen die Symphoniker der Sinfonie einen federnden Charakter, doch auch die Dynamik wurde spannungsvoll angelegt. Die Orchestersoli konnten sich klanglich hören lassen. Das Werk mit seiner idyllischen Unbeschwertheit wurde mit dem Orchester unter Gülke fast zu einer „visuellen“ Angelegenheit.

Man musste sich nichts vorstellen, denn man hörte sie, die Vogelstimmen, das Rauschen des Baches, das lustige Zusammensein der Landleute sowie Gewitter und Sturm und den dankbaren Gesang der Hirten. Man folgte Gülke mit Vergnügen auf den Spuren von Beethovens Landpartie.

Von Klaus Büstrin

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