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Brandenburg/Havel Rosenkrieg im Rathaus: Brandt muss umziehen
Lokales Brandenburg/Havel Rosenkrieg im Rathaus: Brandt muss umziehen
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00:15 14.02.2017
Da haben sie sich noch vertragen: Dietlind Tiemann gratuliert Michael Brandt zu dessen Wiederwahl 2013. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Der Rathaus-Rosenkrieg zwischen Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und dem Beigeordneten Michael Brandt (beide CDU) treibt immer seltsamere Blüten und hat nun eine ganze Umzugskarawane zwischen den Standorten ausgelöst.

Brandt muss nun – wie von Dietlind Tiemann intern angekündigt – sein repräsentatives Büro in der zur ehemaligen Spielwarenfabrik benachbarten alten Post räumen und in den Verwaltungskomplex Nicoplaiplatz 30 umziehen. Und zwar in das Büro der Sicherheitsfachkraft Gerald Urbig. „Der Kollege Brandt hat nur noch das Veterinäramt aus seinem Fachbereich in der Spielwarenfabrik, da ist es doch besser, er zieht an den Nicolaiplatz, wo viel mehr seiner Mitarbeiter aus den Ressorts Ordnung und Sicherheit sowie Straßenverkehrsbehörde untergebracht sind“, begründet Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) die Entscheidung.

Urbig hingegen zieht ins Altstädtische Rathaus, wo im Rechtsamt noch Platz frei ist, weil nicht mehr so viele Versicherungsverträge zu bearbeiten sind. „In gewisser Weise ist er ja auch Beauftragter der Oberbürgermeisterin, so wie die Gleichstellungsbeauftragte Cornelia Köppe oder die Behinderten- und Ausländerbeauftragte Katrin Tietz“, sagt Scheller.

In Brandts altes Büro zieht der Fachbereichsleiter für Bauen und Umwelt Hans-Joachim Freund – er leitet das Ressort, welches die Oberbürgermeisterin im Oktober Brandt entzogen und Scheller zugeschlagen hat. Er nutzt nur Büro und Vorzimmer, der große Beratungsraum , der bislang von Brandts Fachbereichen genutzt wurde, soll nun für alle Rathausabteilungen nutzbar sein, vor allem wenn es größere Schulungen und Seminare durch externe Fachleute gibt.

Freund saß bislang in einem Bürotrakt im Erdgeschoss der Spielwarenfabrik. „Im Jugend- und Sozialamt von Kerstin Schöbe wurde Bedarf angemeldet, dass Familien mit Mobilitätseinschränkungen besser beraten werden können“, sagt Scheller. Das heißt, wenn die betroffenen Familien nicht bis zur Wiener Straße in Hohenstücken kommen und auf behindertengerechte Zugänge angewiesen sind, böten sich solche Räume jetzt gerade an.

Dennoch ist die Umzieherei nicht ganz billig, Schellers Stabschef Karl-Heinz Erler beziffert die reinen Umzugskosten auf 3000 Euro, die aus öffentlichen Mitteln aufgebracht werden müssen. Hinzu kommt noch ein Betrag von einigen Hundert Euro für neue Türschilder, Wegweiser, Briefbögen und Visitenkarten.

Begründungen für die Umzüge wurden jetzt zwar gefunden, doch alle wissen, dass kein einziger davon realisiert worden wäre, wenn sich Tiemann und Brandt nicht verkracht hätten. Ausgelöst wurde das Ganze im Februar 2016 als sich Brandt in einem sechsseitigen Brief an den Stadtverordnetenvorsteher Walter Paaschen über Tiemann beschwerte – über ihren Führungsstil, das Nichtdulden abweichender Meinungen in der Führungsriege des Rathauses sowie über die „falsche, ehrabschneidende und unanständige“ Berichterstattung „des im Eigentum der Familie Tiemann stehenden Fernsehsenders SKB“.

Versöhnung ist nicht in Sicht, es soll ein Gespräch bislang gegeben haben, bei dem gegenseitige Vorwürfe und Standpunkte auf den Tisch gepackt, aber nicht abgeräumt wurden. Dem Vernehmen nach hat Brandt ihr weitere klärende Gespräche angeboten, Tiemann soll geantwortet haben, sie lasse sich nichts anbieten, sie lasse sich höchstens bitten. Auch das hat Brandt getan, Gespräche gab es dennoch nicht.

Von André Wirsing

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