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Brandenburg/Havel Roswitha Blumeyer gewinnt den Lehrerpreis
Lokales Brandenburg/Havel Roswitha Blumeyer gewinnt den Lehrerpreis
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12:53 10.05.2016
Die Lehrer Roswitha Blumeyer, Hanswalter Werner und Santina Lutzens aus Brandenburg. Quelle: Ingo Kuzia
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Brandenburg/H

„Sie hätte es verdient“, sagte ihre Kollegin Karin Treffehn am Montagnachmittag. Am Abend hielt Roswitha Blumeyer (59) den Lehrerpreis in ihren Händen. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsminister Günter Baaske ehrten die Lehrerin der Nicolaischule und 17 weitere Pädagogen des Landes in der Potsdamer Staatskanzlei mit dem Brandenburgischen Lehrerpreis 2016.

50 Lehrer waren landesweit aufgrund ihrer herausragenden Arbeit nominiert für die Auszeichnung. Sie alle waren von ihren Schulkonferenzen für den Preis vorgeschlagen worden. Roswitha Blumeyer hat fast vierzig Jahre lang Generationen von Brandenburger Schülern inspiriert und motiviert. Die Lehrerin für Deutsch, Kunst oder beim Darstellendes Spiel, die bis zur Schließung an der Realschule Hohenstücken gearbeitet hat, gilt als äußerst engagierte Frau mit ausgeprägtem sozialen Gewissen.

Sozial benachteiligte Schüler liegen Lehrerin, die auch nach Jahrzehnten Schule noch vor Ideen sprüht, besonders am Herzen. In ihrer Theatergruppe erfahren Kinder Anerkennung, die ihnen sonst nicht so häufig entgegen gebracht wird, hieß es am Montagabend in der Laudatio auf die Brandenburger Preisträgerin. Sie achtet darauf, dass niemand unter die Räder kommt.

Roswitha Blumeyer organisiert Kreativwettbewerbe, Schreibprojekte und Lesungen und motiviert ihre Schüler zum solidarischen Handeln mit Kindern in Gambia. Erwirtschaften die Jugendlichen bei Schulveranstaltungen einen Erlös, so haben ihn schon wiederholt die beiden gambischen Patenkinder der Nicolaischule erhalten. Denn mit ihrer Kollegin Karin Treffehn hält die Kunstpädagogin den Kontakt zum Verein Pro Kids Brandenburg, der Kindern und Jugendlichen aus dem Norden Gambias den Schulbesuch ermöglicht.

Seit Jahren leitet Roswitha Blumeyer die Theaterarbeitsgemeinschaft der Nicolaischule, in der seit Neuestem auch Kinder aus der Willkommensklasse mitspielen. Jedes Jahr bringt die Gruppe ein von Blumeyer selbst geschriebenes Stück auf die Bühne, oft zu aktuellen Themen wie junge Mütter, Mobbing in der Schule und Zwangsausweisung.

Die ausgezeichnete Lehrerin ist in ihrem Kollegenkreis nicht nur bekannt für ihre kunstpädagogische Ader, die auch bei der Ausgestaltung von Schulräumen ihre Spuren hinterlässt . Sie hat zugleich Mut und ein ausgeprägtes Unrechtsempfinden. Sie hat keine Angst vor Schülern, sondern geht forsch dazwischen, wenn Kinder zum Beispiel fremdenfeindliche Sprüche klopfen.

Zwei weitere Brandenburger Lehrer waren wegen herausragender Arbeit nominiert für den Lehrerpreis. Hanswalter Werner ist in der Grundschule „Gebrüder Grimm“ ein Mann im „Unruhe-Zustand“. 17 Jahre lang war er Schulleiter am Von-Saldern-Gymnasium. Nach der Pensionierung hat er sich im Projekt „Kultur macht stark“ um Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen gekümmert.

Mittlerweile unterrichtet Werner wieder – diesmal fremdsprachige Kinder in der Vorbereitungsgruppe an der Grimm-Grundschule. Mit seiner warmherzigen Art ist er den Kindern Halt nach traumatischen Fluchterlebnissen. Ihren Eltern ist er moralische Stütze, begleitet sie bei Behördengängen und kümmert sich um Dolmetscherleistungen.

Die Rehabilitationspädagogin Santina Lutzens von der Pestalozzi-Schule organisiert seit vielen Jahren die sportlichen Aktivitäten und Höhepunkte an der Förderschule „Lernen“ und nimmt mit ihren Schülergruppen erfolgreich an Sportwettkämpfen der Grund- und Förderschulen teil.

In ihrer derzeitigen Lerngruppe der 4. Jahrgangsstufe hat Santina Lutzens es mit sonderpädagogischem Geschick geschafft, die Lerngruppe innerhalb kurzer Zeit zu einem prima Klassenverband wachsen zu lassen, obwohl die Kinder sehr unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen mitbringen.

Für den Landkreis Potsdam-Mittelmark erhielt Barbara Neupauer von der Oberschule Brück den Lehrerpreis 2016. Nominiert waren zudem Sportlehrer Axel Schreinert vom Fläming-Gymnasium Bad Belzig sowie Deutsch- und Geografielehrer Axel Maruhn von der Thomas-Müntzer-Schule Ziesar.

Von Jürgen Lauterbach

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