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Rotarier haben Spendierhosen an

Neujahrskonzert der Brandenburger Symphoniker Rotarier haben Spendierhosen an

Schon zum 15 Mal fand am Samstag das beliebte und ausverkaufte Benefizkonzert der Brandenburger Rotarier statt, das diese dem Brandenburger Theater veranstalten. Der Abend, schon lange ein gesellschaftliches Muss in der Havelstadt,, entwickelte sich einmal mehr zu einem zauberhaften Stelldichein, bei dem die Rotarier ein großes Herz bewiesen.

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Heinz Walter Florin am Pult zauberte zusammen mit den Brandenburger Symphonikern ein stimmiges, gute Laune machendes Programm auf die Bühne.

Quelle: Foto: Malo

Brandenburg/H. Ganz in Gold und Silber glitzert das neue Jahr hinein in den Konzertsaal des Brandenburger Theaters. So golden, wie das Sonnenlicht diesen 9. Januar erhellte. Mit Franz Lehárs Walzer „Gold und Silber“ rücken an diesem Abend beängstigende Szenen aus der Kölner Silvesternacht, so wie hitzige Diskussionen in den Hintergrund.

Heinz Walter Florin verbreitet mit seinem temperamentvoll charmanten Dirigat gute Laune. Sein körperlicher Einsatz gleicht einer Choreographie. Noch ganz außer Atem greift er zum Mikrofon und begleitet äußerst unterhaltsam eine musikalische Reise von Wien nach Paris und vom Ku’damm zum Broadway. Es ist zwar nicht der große Musikvereinssaal in Wien, doch ein Stück der k.u.k.-Herrlichkeit leuchtet mit der Polka „Éljen a Magyar“ (Johann Strauss) und Emmerich Kálmáns Ouvertüre zur „Csárdásfürstin“ auch in der Havelstadt auf.

„Morgenblätter“ habe Johann Strauss seinen Walzer nicht wegen romantischer Naturbeobachtungen genannt, er hatte dabei die Zeitungen im Blick, weshalb dieses Werk auch „Feuilleton-Walzer genannt werde, erklärt ein vor Begeisterung sprudelnder Florin und zitiert anschließend den französischen Romancier Emile Zola: „Wir Schriftsteller zeigen der Welt, wie elend sie ist – Strauss zeigt uns, wie schön sie sein kann.“ Und wenn das in diesem Fall die Brandenburger Symphoniker übernehmen, ist es ein Hochgenuss für die zahlreichen Gästen im ausverkauften Haus des Brandenburger Theaters. Ebenso die sehr schönen Soli von Sven Müller (Klarinette), Sibylle Maschke(Oboe), das Einsetzen von Martin Bosse-Platiére(Flöte), welches sanft hinüberleitet zum Solo von Cellist Robert Friedrich und Violinist und ersten Konzertmeister Andreas Preisser in Jacques Offenbachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“. Wild wirbelt der Can Can zum Ende durch das Stück, so dass die Verbindung zu den schönsten Chansons der Stadt der Liebe geschaffen ist.

Leicht lässt man sich fortragen mit „Ganz Paris träumt von der Liebe“ oder „La vie en rose“. Ein Paris-Medley, das Heinz Walter Florin arrangiert hat und nicht nur dem begeisterten Publikum sondern auch den Musikern sichtbar Freude macht.

„Frohes und gesundes neues Jahr“, immer wieder und überall werden die guten Wünsche während des traditionellen Sektempfangs des Rotary Club Brandenburg in der Pause ausgetauscht. Da trifft der Zahnarzt auf die Oberbürgermeisterin, der Handwerksmeister auf den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung. Es ist ein wichtiges kuturrelles und gesellschaftliches Ereignis. „Hier treffe ich Menschen, die ich manchmal das ganze Jahr über nicht sehe“, sagt Friseurmeisterin Monika Nowotny, die wie in jedem Jahr das Benefizkonzert besucht. Mit Blick auf die Weltlage findet sie: „Angst ist ein ganz schlechter Berater“ und dass man an diesem Abend spürt, wie Musik doch verbindet. Mit dem Reinerlös des Konzertes verbinden die Brandenburger Rotarier die Musik in diesem Jahr mit der Arbeit des Kinder- und Jugendnotdienst der Stadt, sie unterstützen unbegleitete Flüchtlingskinder und die Aktion „KidsCamp“ mit Spendenschecks, die Präsident Andreas Kochmann überreicht. Eine staunende Martina Geiersberg von der Björn Schulz Stiftung, nimmt dankbar eine Scheck von Helmut Rhode über 40 000 Euro entgegen. Das Geld wurde im Land gesammelt, erklärt der Rotarier und Vorsitzende des Fördervereins Hanse-Tour-Sonnenschein e.V.

Ein bewunderndes Raunen geht durch den Saal als Eberhard Nitze mit einer Paul Harris Fellow Nadel mit Saphir für besondere Verdienste im Zusammenhang mit dem nun schon 15. Neujahrskonzert geehrt wird.

Dann liegt plötzlich „Berliner Luft“ in der Luft, die sich von Paul Lincke und Willi Kollo über Irving Berlin in Broadway-Atmosphäre verwandelt. Ein südamerikanisch heißblütiges „Mambo“ ruft das Orchester zu Leonard Bernsteins Ouvertüre der „West Side Story“ dem vergnügten Publikum entgegen und zeigt sich selbstbewusst international mit der Zugabe“Grüße aus Peking“. „Frohes neues Jahr“ rufen die Musiker gemeinsam auf chinesisch und spielen ein traditionelles Neujahrsstück. Noch immer will der Beifall nicht enden und so gibt es zum Abschluss den allseits beliebten Radetzky Marsch zum Mitklatschen. Wer so das Jahr begrüßt, kann es nur für sich gewinnen.

Von Ina Schidlowski

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