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Die Geheimniskrämer von Renault

Rückrufaktion wegen Lenkung Die Geheimniskrämer von Renault

Statt Freude hatte Andreas Neumann erst einmal jede Menge zeitraubenden Ärger mit seinem neuen Dacia Lodgy. Sein Autohaus bat ihn darum, dass er seinen Neuwagen „zu qualitätsverbessernden Maßnahmen“ in die Werkstatt bringt. In Wirklichkeit ging es darum zu prüfen, ob die Lenkung kaputt ist und ausgetauscht werden muss.

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Um die Lenkung des Dacia Lodgy geht es bei der Rückrufaktion von Renault.

Quelle: Maloszyk

Brandenburg/H. Statt Freude hatte Andreas Neumann erst einmal jede Menge zeitraubenden Ärger mit seinem neuen Dacia Lodgy. Sein Autohaus bat ihn darum, dass er seinen Neuwagen „zu qualitätsverbessernden Maßnahmen“ in die Werkstatt bringt. Doch in Wirklichkeit ging es darum zu prüfen, ob die Lenkung kaputt ist und ausgetauscht werden muss.

Andreas Neumann ist nicht gut zu sprechen auf die Firma Renault und deren Brandenburger Vertragshändler. Der Ärger fing damit an, dass sein neuer zur Renault-Familie gehörender Dacia Lodgy später ausgeliefert wurde als angekündigt, nämlich erst Anfang November. Der Geschäftsmann ärgerte sich besonders darüber, dass er seinem Verkäufern mehrmals habe hinterher telefonieren müssen.

Früh begann der Ärger

Entsprechend missmutig war der Dacia-Käufer, als das Autohaus Albrecht sich bei ihm meldete, er möge das Auto doch vorbei bringen, damit „qualitätsverbessernden Maßnahmen“ vorgenommen werden könnten. Andreas Neumann wollte es genauer wissen, erfuhr aber zunächst nichts weiter.

Also recherchierte der Kunde bei anderen Renault-Autohäusern und erfuhr schließlich, was wirklich Sache ist. Der Hersteller Renault hatte nämlich aus Sicherheitsgründen bei seinen Vertragspartnern eine Rückrufaktion gestartet für bestimmte Produktionsnummern des Dacia Lodgy. Der wahre Grund, warum Neumann sein Auto in die Werkstatt bringen sollte, war also keineswegs eine Qualitätsverbesserung.

Rückrufaktion gestartet

In Wahrheit ging es darum, eine Gefahr für den Kunden auszuschließen. Die Gefahr, dass die Spurstange bricht, die Lenkung also versagt. Anhand der Nummer seines Autos sollten die Kfz-Mechaniker feststellen, ob sein Wagen womöglich einen Lenkschaden hat und die ganze Lenktechnik ausgetauscht werden muss.

Fahren wollte Andreas Neumann fortan nicht mehr mit seinem Neuwagen. Seine Autohaus ließ dann zwar sogar den ADAC zum Abholen vorfahren und erklärte sich auch bereit, für die Dauer der Prüfung ein Mietauto zur Verfügung zu stellen.

Doch der Geschäftsmann aus Krahne hatte erstens das Vertrauen in seinen Autohändler verloren und sah zweitens nicht ein, dass er bei einem Unfall mit dem Leihwagen des Autohauses 1000 Euro Eigenbeteiligung hätte zahlen sollen. Inzwischen wurde sein Neuwagen in einer anderen Werkstatt geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass bei seinem Lodgy-Modell kein Problem mit der Lenkung besteht.

1000 Euro Eigenbeteiligung

Nur bei drei Dacia Lodgys sei bisher deutschlandweit im Zuge der Überprüfung tatsächlich ein Problem mit der Lenkung festgestellt worden, berichtet Ronny Kanjunke, Kfz-Meister im Autohaus Albrecht. Geschäftsführer Wolfgang Albrecht bedauert den Ärger des Kunden. „Aber wir dürfen nicht sagen, um was es geht, das ist verboten“, berichtet er.

Das Verbot, die Wahrheit zu sagen, spricht der Hersteller Renault gegenüber seinen Vertragspartnern aus, die wie das Autohaus Albrecht nur „streng vertraulich“ über die Rückrufaktion informiert wurden. Man habe dem Kunden aber die Telefonnummer der Kundenbetreuung der Deutschen Renault gegeben, versichert Albrecht.

Allerdings dürfte fraglich sein, ob der Kunde dort etwas erfahren hätte. Gegenüber der MAZ halten sich die Franzosen jedenfalls bedeckt. Die Renault-Pressestelle antwortet nur, dass sie die entsprechende MAZ-Anfrage vom 17. Dezember „direkt an die Fachabteilung weiter geleitet, aber urlaubsbedingt noch keine Antwort erhalten habe“.

Ob der Autohersteller die Rückrufaktion vertuschen will, diese Frage ist Spekulation, Renault hat das Kraftfahrt-Bundesamt jedenfalls allem Anschein nach ebenfalls nicht über die als „rote OTS“ bezeichnete Rückrufaktion informiert. Ob das hätte geschehen müssen, wird derzeit in Kiel geprüft.

Andreas Neumann hat die „Heimlichtuerei“ von Renault außer dem Ärger eine Menge noch „Zeit und Nervenstress“ gekostet. Auch wenn sein Wagen in Ordnung ist.

Von Jürgen Lauterbach

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