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Rumänien-Helfer bringt Strom und Wasser

Von Görzke nach Constanta Rumänien-Helfer bringt Strom und Wasser

Rumänien-Helfer, Heimbeiratsvorsitzender und Alter-Fritz-Double: Hans-Jürgen Krauss (71) aus Görzke kennt im Ruhestand keine Langeweile. In diesem Jahr ist er von seiner zehnten privaten Hilfsaktion aus Constanta zurückgekehrt. Die 2000 Kilometer bis zum Ziel absolvierte der frühere Elektroingenieur im Wohnmobil.

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Hans-Jürgen Krauss (l.) übergibt im Kreiskrankenhaus von Constanta an Florin-Daniel Enache die von Görzkern gespendeten medizinischen Instrumente.

Quelle: privat

Görzke. Ein Dorf bei Constanta im Süden Rumäniens. Eine bedürftige Familie wohnt in einem Haus ohne Wasseranschluss und Strom. Helfer in der Not ist Hans-Jürgen Krauss (71) aus Görzke. Der ehemalige Elektrotechniker organisiert seit Jahren private Unterstützungsaktionen in dem Balkanstaat. In diesem Jahr bohrte er mit rumänischen Helfern einen Brunnen und erledigte die Hausinstallation. Auch den Stromanschluss und die Steckdosen nahm Krauss auf seine Kappe.

Die größte Freude bereitete der Görzker dem Kreiskrankenhaus in Constanta. Ein Spender, der anonym bleiben will, schickte 110 medizinische Instrumente mit auf die Reise. Florin-Daniel Enache, Chef der Klinik für Pediatrie und Orthopädische Chirurgie, revanchierte sich mit einem Dankschreiben an Bürgermeister Jürgen Bartlog und alle Görzker. Es sind die Einwohner, die die Hilfsaktionen von Hans-Jürgen Krauss seit vielen Jahren unterstützen. Sie geben ihm unter anderem Schulmaterialien, Bekleidung, Spielsachen und Bücher für die Kinder mit. Der Görzker Förderverein beteiligt sich an den Transportkosten. In diesem Jahr waren es die Firmen Elektro-Belitz aus Bad Belzig und das Bauzentrum Belziger Baustoffhandel, die den Görzker mit Installationsmaterial unterstützten.

Mit Helfern bohrte Hans-Jürgen Krauss (3vl)in einem südrumänischen Dorf einen Hausbrunnen und übernahm die  Installation

Mit Helfern bohrte Hans-Jürgen Krauss (3.v.l.)in einem südrumänischen Dorf einen Hausbrunnen und übernahm die Installation.

Quelle: privat

Constanta am Schwarzen Meer ist für Krauss keine unbekannte Region. Dort war seine letzte Baustelle vor der Rente. Er errichtete Schaltstationen und Umspannwerke in vielen Ländern. Erst für das Geräte- und Reglerwerk Teltow (GRW), nach der Wende für den Energie- und Automationstechnikkonzern ABB Mannheim. „Rumänien ist mir seit meinem beruflichen Einsatz besonders ans Herz gewachsen. Ich habe in dem Land viele Freunde. Natürlich sehe ich, dass dort noch vieles im Argen liegt. Deshalb helfe ich gern“, sagte Krauss der MAZ.

Als Alter-Fritz-Double ist Hans-Jürgen Krauss weit über Görzke hinaus bekannt

Als Alter-Fritz-Double ist Hans-Jürgen Krauss weit über Görzke hinaus bekannt.

Quelle: privat

Mutterseelenallein macht sich der gebürtige Vogtländer seit zehn Jahren über Prag, Bratislava und Budapest auf die Reise nach Rumänien. Zwei Tage braucht er für die 1960 Kilometer lange Fahrt mit seinem Fiat-Wohnmobil zum Zielort Constanta. Im Museum der Hafenstadt wird ihm ehrenhalber ein Schreibtisch als Arbeitsplatz frei gehalten. Denn Museumschef und Archäologe Constantin Chera gehört zu den engsten Partnern der Hilfsaktionen, die mit dem angesehenen Ozeanic Club von Constanta abgestimmt werden. „Die Leute vor Ort wissen genau, wo es in ihrer Stadt und im Umland klemmt“, meint Krauss. Weil er auch ein Faible für Altertumsforschung hat, Fotoreihen anfertigte und Vorträge hielt, ist er zu einem gern gesehenen Gast in Constanta geworden.

Ruhestand ist für den Görzker ohnehin ein Fremdwort. In seinem Heimatort ist er Mitglied im Schützenverein. Im benachbarten Dahlen wurde Krauss zum Vorsitzenden des Heimbeirates im ASB-Pflegezentrum gewählt. Mutter Gertraud verbrachte dort ihren Lebensabend. Außerdem engagiert er sich im Dahlener Parkverein, der sich den Erhalt des wertvollen Baumbestandes auf die Fahnen geschrieben hat. Die meisten Menschen dürften Krauss in der Unform des Preußenkönigs Friedrich II. kennen. Eigentlich wollte der Görzker seine ehrenamtliche Karriere als Alter Fritz längst aufgeben. „Doch für die eine oder andere gute Sache trete ich gern noch einmal an“, verriet Krauss der MAZ. So wie kürzlich in Luckenwalde beim Landesschützentag oder zur 675-Jahr-Feier in Linthe.

 

 

 

Von Frank Bürstenbinder

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