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Rumänische Köche zaubern im Domstiftsgut

Aus Bukarest nach Brandenburg Rumänische Köche zaubern im Domstiftsgut

Von Bukarest nach London, zurück in die rumänische Hauptstadt und schließlich nach Mötzow – diesen ungewöhnlichen Weg haben die beiden Köche Mihai Munteanu und Adrian Nastase hinter sich. Seit April dieses Jahres verstärken sie das Küchenteam des Vielfruchthofs Domstiftsgut Mötzow. Mit dem Spargel dort mussten sie sich erst anfreunden.

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Die beiden Köche Mihai Munteanu und Adrian Nastase.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Mötzow. Von Bukarest nach London, zurück in die rumänische Hauptstadt und schließlich nach Mötzow – diesen ungewöhnlichen Weg haben die beiden Köche Mihai Munteanu und Adrian Nastase hinter sich. Seit April dieses Jahres verstärken sie das Küchenteam des Vielfruchthofs Domstiftsgut Mötzow. In den vergangenen Wochen bestimmte dabei vor allem der Spargel ihr Tagesgeschäft. Das Gemüse war für die zwei Rumänen zwar nicht neu, an die Farbe mussten sie sich jedoch erst einmal gewöhnen.

„Ich habe zuvor noch nicht so viel mit weißem Spargel gearbeitet. Als ich herkam, mochte ich den nicht“, gesteht Mihai Munteanu. Mittlerweile hat sich das aber geändert. „Weißer Spargel mit Butter ist für mich jetzt das Beste.“ Auch mit Spargelsuppe hatte der 30-jährige Koch zuvor nicht viel am Hut. „Meine erste habe ich hier in Mötzow gegessen“, so Munteanu, der sich mit seinem 22-jährigen Kollegen und Freund Adrian Nastase eine Wohnung auf dem Domstiftsgut teilt.

Empfehlung vom schweizerischen Koch Jakob Hausmann

„Die beiden sind seit Beginn der Saison bei uns“, sagt Isabel Thiermann, kaufmännische Leiterin des Vielfruchthofes. Weil es an gutem deutschen Personal mangele, habe sich ihr Vater Heinrich Thiermann im vergangenen Jahr mit einer Delegation auf eine Rundreise durch Rumänien begeben, um dort nach geeigneten Mitarbeitern für die Saison 2016 zu suchen. Der bekannte schweizerische Koch Jakob Hausmann, der sich in Rumänien niedergelassen hat, empfahl der Reisegruppe aus Mötzow schließlich Mihai Munteanu und Adrian Nastase.

Isabel Thiermann

Isabel Thiermann

Quelle: V. Maloszyk

Hausmann war es auch, der zu Beginn der Spargelsaison das Küchenpersonal des Vielfruchthofs hinsichtlich eines neuen Spargelbuffets schulte. Dieses bietet Spargel in diversen Abwandlungen. Unter anderem gibt es drei verschiedene Spargelsalate, etwa mit roten Linsen oder mit Mandarinen sowie Ananasstückchen in der Variante „Tropica“. Für ein Buffet hatten die rumänischen Köche vor ihrer Zeit in Mötzow noch nicht gekocht. „Das ist eine sehr gute Erfahrung. Wir sind es gewöhnt in À-la-carte-Restaurants zu arbeiten“, sagt Mihai Munteanu.

Vom Tellerwäscher zum Trainerkoch

Der 30-Jährige hat das Kochen in London gelernt. Weil er dort bessere Jobchancen sah, verließ Munteanu vor gut sechs Jahren seine Heimat Bukarest und heuerte in einem spanischen Restaurant in der britischen Metropole an. „Ich habe dort als Abwäscher angefangen“, erinnert er sich. In eineinhalb Jahren durchlief er in dem Lokal alle Stationen, war zwischenzeitlich Küchenhelfer und am Ende Koch. Als sein damaliger Chef ihm alles beigebracht hatte, was er wusste, wechselte Mihai Munteanu zu einer Restaurant-Kette mit internationaler Küche.

Diese setzte ihn unter anderem als Küchentrainer bei neu eröffneten Restaurants ein. So lernte er auch Adrian Nastase kennen. „Er hat bei mir als Lehrling begonnen“, sagt Munteanu und ergänzt: „Adrian ist mein bester Schüler.“ Als Mihai Munteanu London nach fünf Jahren harter Arbeit den Rücken zukehrte und zurück in die Heimat ging, wurde er von Nastase begleitet. In Rumänien arbeiteten die beiden mit einigen wichtigen Köchen des Landes zusammen, unter anderem mit Jakob Hausmann. Gemeinsam mit einem weiteren Koch kreierten Munteanu und Nastase zudem das Menü für ein neues Restaurant in Bukarest.

Angebot von englischen Sternerestaurant

Und nun hat es sie also nach Mötzow verschlagen. „Wir mögen es hier sehr. Es ist schön ruhig und die Menschen sind sehr nett“, sagt Mihai Munteanu. London dagegen sei zwar eine große, dafür aber einsame Stadt. „Jeder lebt dort sein Leben. Hier ist es viel familiärer.“ Eine Rückkehr nach England ist dennoch sehr wahrscheinlich, denn die beiden Rumänen haben ein Jobangebot von einem britischen Sternerestaurant bekommen. Bis zum Ende der Saison auf dem Vielfruchthof im Oktober werden sie aber auf jeden Fall noch in Mötzow bleiben. Geht es nach Isabel Thiermann, können beide im nächsten Jahr gern wiederkommen. „Sie sind exzellente Köche.“ Auch Mihai Munteanu kann sich ein zweites Engagement gut vorstellen: „Ich kann versprechen, dass wir nicht zum letzten Mal in Mötzow sind.“

Von Norman Giese

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