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Brandenburg/Havel Rund hundert Menschen evakuiert
Lokales Brandenburg/Havel Rund hundert Menschen evakuiert
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02:15 05.09.2015
Besucher und Mitarbeiter mussten kurzzeitig das Gebäude verlassen. Quelle: V. Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Schreck am Morgen im Ärztehaus am Brandenburger Hauptbahnhof: Die Brandmeldeanlage löst um 9.44 Uhr Alarm aus. Ein schriller Warnton erschallt im ganzen Gebäude mit seinen 28 Arztpraxen und 17 Dienstleistungsbüros und Geschäften. Etwa hundert Patienten und Mitarbeiter werden evakuiert und müssen das Haus verlassen. „Auf der ganzen Straße standen die Leute“, berichtet Sabine Katerbow, 47, Arzthelferin in der Rheumatologischen Praxis. Drei Feuerwehr-Fahrzeuge und ein Rettungswagen sind binnen kürzester Zeit vor Ort. Männer mit schweren Feuerwehranzügen steigen aus. Schon um 9.58 Uhr gibt der Einsatzleiter Entwarnung: Fehlalarm.

Mehrere Fehlalarme seit 2011

„Die Brandmeldeanlage hat durch ein noch nicht festgestelltes Problem Alarm ausgelöst, der bei uns aufgelaufen ist“, sagt später Rolf Mendel, Schichtführer in der Leitstelle. Nach rund 20 Minuten ist für die Wartenden der Spuk vorbei. Die Feuerwehr gibt das Gebäude wieder frei und die Besucher und Mitarbeiter können zurück ins Ärztehaus. „Wir hatten seit Eröffnung des Ärztehauses im Dezember 2011 etwa vier oder fünf Fehlalarme“, sagt Centermanager Danny Kaudasch. „Die Ursache muss jetzt erst untersucht werden.“ Die Evakuierung habe gut geklappt.

Brandordnungen mit festgelegten Evakuierungsabläufen hängen in den Gängen aus. Diese seien jedem Mitarbeiter bekannt. „Das musste jeder unterschreiben“, sagt Kaudasch. Vor einem Nebengebäude gebe es einen Sammelort, wo sich im Ernstfall die Menschen einfinden sollen. Ein solcher Fall sei für den Ablauf des Ärztehauses „ganz, ganz schlimm. Es gibt hier viel Personal, wir sind ein großes Haus und viele Besucher sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.“

Ursache wird von Experten geklärt

Danny Kaudasch wird die Ursache nun mit Technikern klären. Derweil sitzt Werner Fuhrmann wieder im Warteraum der Arztpraxis, in der er einen Termin hat. Er berichtet: „Ich habe zwar die Menschen auf der Straße alle stehen gesehen, aber mir nichts dabei gedacht und bin ins Ärztehaus rein.“ Am Empfang der Praxis wunderte sich der 65-Jährige, dass er keine Menschenseele antraf. „Ich war ganz allein, aber ich habe mich nicht gefürchtet.“ Und: „Das ist schon paradox, alle Leute werden hier rausgeholt und man kann trotzdem in aller Seelenruhe reingehen.“

Der 29-jährige Amajet Singh hingegen, der mit seinem dreijährigen Sohn Scheschan ebenfalls in die Augenarztpaxis wollte, wurde am Betreten des Gebäudes gehindert. „Uns hat man nicht hineingehen lassen“, berichtet Singh, der dann mit den übrigen draußen wartete. Für seinen Sohn sei das ganze sehr aufregende gewesen. „So viele Feuerwehrleute.“

Zu denen, die evakuiert wurden, zählt auch Andrea Schumacher, Koordinatorin des Netzwerkes Gesunde Kinder. Glücklicherweise waren noch keine jungen Mütter mit Babys in ihrem Treff im Erdgeschoss. Sie nahm die allgemeine Aufregung ganz entspannt. „Ich war ja mit einem Schritt draußen aus dem Gebäude und danach mit einem Schritt wieder drin.“

Von Marion von Imhoff

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