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Russische Taucher finden Wrack in der Ostsee

Brandenburg an der Havel Russische Taucher finden Wrack in der Ostsee

Das Unterwasserforschungszentrum in Sankt Petersburg hat dem Brandenburger Verein Historischer Hafen im September die zufällige Entdeckung des Dampfschleppers „Saaleck“ während einer Expedition nahe der finnischen Grenze gemeldet. Das Schiff aus dem Jahr 1925 galt als verschollen.

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Die Saaleck wurde 1925 auf der Wiemann-Werft in Brandenburg gebaut für die Dampfschifffahrt auf der Saale.

Quelle: Historischer Hafen Brandenburg

Brandenburg/H. Solche Post wie vor wenigen Wochen erhält der „Verein Historischer Hafen Brandenburg an der Havel“ auch nicht alle Tage. Ein Unterwasserforscher aus Russland bittet um Informationen über ein Schiff, das vor fast hundert Jahren in Brandenburg gebaut wurde. Denn Taucher haben das Wrack auf dem Grund der Ostsee entdeckt.

„Derzeit läuft eine unserer Expedition in der Nähe der finnischen Grenze“, schreibt am 19.September Igor Schmakov an den Brandenburger Verein, der sich seit langer Zeit schon um alte Schiffe kümmert und damit auch um das Erbe der Brandenburger Wiemann-Werft.

Schmakov stellt sich vor als stellvertretender Direktor am Unterwasserforschungszentrum der Russischen Föderation in Sankt-Petersburg und schreibt kurz und knapp: „Unsere Taucher haben ein unbekanntes Schiffswrack gefunden und das Werftschild geborgen.“

Bilder von dem Werfschild hat der russische Unterwasserexperte mit nach Brandenburg geschickt. Die Aufschrift ist gut zu lesen. Dort steht: „Gebr. Wiemann Schiffswerft Maschinenfabrik Eisengiesserei Brandenburg a.H. Nr 219 1925“.

Für die Liebhaber alter Schiffe in Brandenburg ist der Fall klar: „Es handelt sich hier um die „Saaleck“, teilen der Vereinsvorsitzende Wolfgang Unger und Schatzmeister Torsten Kirchhoff mit. Dieses Schiff wurde nach ihren Angaben auf der Werft der Gebrüder Wiemann in Brandenburg mit der Baunummer 219 gebaut, und zwar für die Reederei der Saale-Schifffahrt in Halle an der Saale.

Der 38,6 Meter lange und 5,85 Meter breite Dampfschlepper Saal-
eck war ursprünglich mit einer Drei-Zylinder-dreifach-Expansionsdampfmaschine ausgestattet.

Diese Maschine, die zwischenzeitlich auf der Werft eingelagert war, ist heute noch im Dampfschlepper „Andreas“ in Berlin zu sehen. Denn sie wurde im Zuge der Modernisierung der Saaleck ersetzt von einem Dieselmotor und einer Kortdüse.

Wie es mit der Saaleck seinerzeit weiterging ist bisher nicht komplett aufgeklärt. Dem Verein ist bekannt, dass das Verkehrsministerium in Berlin im Oktober 1942 die Verstärkung der Schleppkraft auf der Oder forderte. Mit sofortiger Wirkung sei auch die Saaleck an die Oder verlegt worden. Später wurde die wahrscheinlich als Reparationsleistung durch die UdSSR beschlagnahmt.

Vermutet wird anschließend, dass das Schiff bei der staatlichen Flussreederei eingesetzt wurde. Gesichert ist das jedoch nicht. Die Spur der Brandenburger Dampfschleppers verliert sich an dieser Stelle.

Nun ist zumindest klar, wo er gelandet ist, nämlich auf dem Grund der Ostsee in Russland nahe der finnischen Grenze. Was mit dem Schiff passieren wird ist nicht bekannt. Zumindest vorerst wird es auf dem Meeresgrund bleiben. Das Werftschild haben die russischen Forscher geborgen.

Igor Schmakow hat in Brandenburg um die Identifizierung des Schiffes und um Schiffspläne gebeten und natürlich Antwort erhalten vom Verein Historischer Hafen. Der Kontrakt könnte fortbestehen. Denn der Vizedirektor schreibt: „Ich hoffe, dass wir in der Zukunft eine gute Ausstellung zusammen machen können.“ Das Ziel und den Charakter der Expedition, während der die Saalfeld entdeckt wurde, erläutert er allerdings nicht näher.

Der Brandenburger Verein ist offen für weitere Interessenten, die gern mitforschen, an alten Motoren und Schiffen schrauben und mit den Vereinsschiffen fahren möchten. Neue Mitglieder seien willkommen, betont Torsten Kirchhoff.

Näheres unter www.historischer-hafen-brandenburg.de, Telefon 01 57 / 38 69 84 95.

Von Jürgen Lauterbach

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