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SPD: Raith drohte angeblich mit Rückzug

Brandenburg an der Havel SPD: Raith drohte angeblich mit Rückzug

Schon seit einigen Tagen wabert in Brandenburg an der Havel das Gerücht, die Sozialdemokraten stünden vor dem nächsten Aderlass. Der Stadtverordnete Michael Raith (34), so wird kolportiert, habe die SPD zum Jahresende verlassen. Der Grund: Raith sei bockig, dass man ihn nicht zum OB-Kandidaten der SPD gemacht habe. Der dementiert jedoch.

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Michael Raith.

Quelle: Meetingpoint

Brandenburg/Havel. Schon Sonnabendabend verbreitete sich aus dem Brandenburger Theater heraus beim Ball das Gerücht, die Sozialdemokraten stünden vor dem nächsten Aderlass. Der Stadtverordnete Michael Raith (34), so wurde kolportiert, habe die SPD zum Jahresende verlassen. Der Grund wurde von der Gerüchteküche, deren Wrasen bis in die Redaktionen waberte, mitgeliefert: Raith sei aus der SPD ausgetreten, weil man ihn nicht zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD gemacht habe, sondern mit Jan van Lessen einen Parteilosen aufgeboten habe.

„Das stimmt nicht!“ sagt Michael Raith im Gespräch mit der MAZ. „Ich würde mir gar nicht zutrauen, mit 34 Jahren einen solchen Job zu übernehmen“, sagt er weiter. Was ebenfalls nicht stimme – andernorts aber schon gedruckt wurde – sei, dass er sein Parteibuch zurückgeben habe.

Statt dessen habe er in der Vorwoche seiner SPD-Fraktionsvorsitzenden Britta Kornmesser mitgeteilt, dass er einen Austritt plane. Der Grund: Die intransparente Suche nach einem Nachfolger für die Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) in den Reihen der SPD. Man wusste seit Jahren, dass Tiemann über kurz- oder mittelfristig aus Brandenburg verschwinde und habe sich nicht darum gekümmert, jemanden ins Boot zu holen, der die Stadt für die SPD zurückerobert.

„Meine Ankündigung, die Partei verlassen zu wollen, sollte ein Weckruf sein“, sagt Raith. Wenn die Partei bis zum Jahresende aufwache, werde er sie auch nicht verlassen, sagt der Sparkassenmitarbeiter.

Am Mittwoch haben sich Raith und SPD-Parteichef Ralf Holzschuher getroffen. „Es war ein gutes Gespräch“, sagt Raith und räumt ein: „Das hätten wir früher machen sollen.“ Er habe dem Parteichef klar gemacht, wie er sich in Zukunft die Zusammenarbeit vorstellen könne. Dazu gehöre vor allem die Unterstützung des eigenen Nachwuchses und die Entwicklung als Sozialdemokraten.“ Dabei gehe es ihm nicht um Posten, sondern die Unterstützung bei der Weiter- und Fortbildung. „Eine rhetorische Ausbildung, eine Schulung zur Erarbeitung von Anträgen und Anfragen – das normale Handwerkszeug für die SVV. Das müssen die SPD-Mitglieder bekommen, die zu uns stoßen. Egal, wie alt sie sind“, so Raith weiter. Wenn die SPD ihm und ihren Mitgliedern in dieser Frage „mit Datum und Beschluss“ entgegen komme, sehe er keinen Austrittsgrund mehr.

Im Übrigen, und das habe er Kornmesser von Beginn an gesagt, werde er keineswegs die SPD-Fraktion verlassen, auch wenn er der Partei den Rücken kehre. Die Fraktion funktioniere, seit Norbert Langerwisch und Dirk Stieger 2016 ihrem bevorstehenden Rauswurf mit einem Austritt zuvorkamen, „richtig toll,wie eine Familie.“ Raith und der etwas jüngere Stadtverordnete Daniel Keip waren, wie Raith sagt, von den ausgetretenen SPD-Mitgliedern „gemobbt worden.“ Danach hat sich in der Fraktion sehr viel zum Besseren verändert, in der Partei noch nicht genug.

Er habe sich im zurückliegenden halben Jahr aus persönlichen Gründen, und weil die Arbeit in der Sparkasse „natürlich vorgeht“, etwas zurückziehen müssen. In der Zeit hätten ihn andere Fraktionsmitglieder klaglos vertreten. Auf die Frage, ob er mit seiner Austrittsdrohung die SPD habe erpressen wollen, wiederholt Keip: Nein, das soll ein Weckruf sein!“

Von Benno Rougk

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