Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Sächsische Bläser begeistern im Dom

Musik als kraftvolle Brücke Sächsische Bläser begeistern im Dom

Ein außergewöhnliches Konzert hörten etwa 250 Besucher am Wochenende im Brandenburger Dom. „Hymnus“ ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Preis- und Lobgesang. „Hymnus“ ist auch das Programm betitelt, mit dem die Sächsische Bläserphilharmonie in Brandenburg zu Gast war.

Voriger Artikel
Der trickreiche Tanz der Turbotrecker
Nächster Artikel
Polizei sucht Apothekenräuber

Die Sächsische Bläserphilharmonie in Aktion.

Quelle: Sächsische Bläserphilharmonie

Brandenburg an der Havel. Außergewöhnlich war das Konzert, das die etwa 250 Besucher am Wochenende im Brandenburger Dom erlebt haben. „Hymnus“ ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Preis- und Lobgesang. „Hymnus“ ist auch das Programm betitelt, mit dem die Sächsische Bläserphilharmonie in Brandenburg zu Gast war. Das sinfonische Blasorchester brachte Choralfantasien aus der Feder von Christian Sprenger zu Gehör, der mit seinen Kompositionen altbekannte Choräle von Paul Gerhardt und anderen in ein modernes Gewand gehüllt hat. „Hymnus. Lobet den Herren alle, die ihn ehren“ hieß auch die erste Choralbearbeitung, die im Konzert unter der Leitung von Thomas Clamor im Dom erklang und die die Musiker der Sächsischen Bläserphilharmonie beeindruckend umgesetzt haben. Die Wirkung war bombastisch.

Theologe Bernhard Silaschi führt durch das Programm

Außergewöhnlich war das Konzert aber auch deshalb, weil es von einem Sprecher begleitet wurde. „Musik schlägt eine kraftvolle Brücke vom Gestern zum Heute“, sagte der Theologe Bernhard Silaschi, der die einzelnen Musikstücke kommentierte. Manchmal rezitierte er auch wie ein Sänger den Text der Choräle direkt zur Musik. Dann musste er allerdings laut brüllen, wie ausgerechnet beim „Nachtlied“ von Paul Gerhardt, um nicht im Bläserklang akustisch unterzugehen.

„Ein feste Burg ist unser Gott“. Was hätte Martin Luther wohl gesagt zu Sprengers Neufassung seiner Komposition von 1529, die zum Reformationslied schlechthin geworden ist? Es ist überliefert, dass Luther Pauken und Trompeten nicht gemocht hat. Er wollte mit seiner Musik die Gefühle der Gläubigen ansprechen, wollte, dass Choräle die Menschen mit Andacht erfüllen, so dass ihre Gedanken zu Gebeten werden. Sprengers Interpretation der „Burg“ könnte kaum aufwühlender sein. Orkanartige Bläserklänge, die sich immer noch mehr steigern, überwältigen jedes Gefühl von Erbauung. Hier tobt die Musik in rauher Wildheit. Sehnsucht nach den schlichten Klängen des Lutherischen Chorals keimt auf. Doch die Originalmelodie blitzt bei Sprenger nur in ganz wenigen Takten auf.

Die Welt geht unter; die Berge versinken im Meer

Mit dem Choral „Ein feste Burg“ hat Luther sich auf Psalm 46 bezogen, wo es heißt: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“ Sprenger hingegen hat mit seiner Musik eher die Bedrohungen hörbar gemacht, die in diesem Psalm thematisiert werden: Die Welt geht unter; die Berge versinken im Meer; das Meer wütet und bäumt sich auf. Möglicherweise hat Sprenger ja Recht, heutzutage mit so entfesselter Musik auf diese Bedrohungen zu reagieren, denn die Zuversicht, die Luther mit seinem Choral vermittelt hat, ist angesichts von Klimakatastrophe und Raubbau der Menschen an der Natur möglicherweise nicht mehr zeitgemäß. Mit „Intrada – Ein feste Burg“ von Ray Farr (Jahrgang 1946) endete dieses außergewöhnliche Konzert so irritierend wie es begonnen hat.

Von Ann Brünink

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg