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Brandenburg/Havel Säugling geschüttelt: Beide Eltern angeklagt
Lokales Brandenburg/Havel Säugling geschüttelt: Beide Eltern angeklagt
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06:25 28.03.2017
Die Misshandlung des kleinen Emilio kommt in Rathenow vor Gericht. Quelle: dpa
Brandenburg an der Havel

Im vergangenen Juni kämpften Ärzte in Brandenburg/Havel um das Leben und die Gesundheit des kleinen Emilio aus Rathenow. Inzwischen sind dessen Eltern angeklagt, weil die Staatsanwaltschaft Potsdam den Vorwurf erhebt, dass zumindest einer von beiden den Säugling so schwer misshandelt hat, dass er schlimme Gehirnschäden davontrug.

Das Amtsgericht Rathenow wird nach der Anklageerhebung entscheiden, ob es das Verfahren gegen die beschuldigten Eltern eröffnet: die 23 Jahre alte Mutter des Kindes und den zwei Jahre jüngeren Vater, mit dem sie zur Tatzeit zusammenlebte. Das bestätigt Ralf Weller, Direktor des Amtsgerichts Rathenow.

Nach seinen Angaben lautet der Anklagevorwurf auf Misshandlung Schutzbefohlener, eine Straftat, die in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zehn Jahren bedroht ist.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler waren beide Elternteile anwesend, als Emilio in der Nacht zum 1. Juni 2016 seine schwerwiegenden Hirnschädigungen erlitt. Das seinerzeit etwa acht Wochen alte Kind wurde in jener Nacht so heftig geschüttelt, dass der Junge anschließend zunächst in der städtischen Kinderklinik und anschließend in der Kinder-Reha-Klinik in Hohenstücken behandelt wurde.

Welcher der beiden Elternteilen das Baby geschüttelt hat, lässt die Staatsanwaltschaft offen. Aber auch derjenige, der nicht dagegen eingeschritten ist, hätte sich strafbar gemacht.

Für den Kleinen ist seit der Misshandlung das Rathenower Jugendamt zuständig. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand ist derzeit ebenso wenig bekannt wie darüber, ob der Kleine die Chance hat, sich jemals von der Schüttelattacke zu erholen. In der wahrscheinlichen Gerichtsverhandlung wird darüber aber mit Sicherheit gesprochen.

Das Jugendamt in Rathenow kannte die nun angeklagte Mutter von Emilio bereits vorher. Im Alter von 17 Jahren hatte sie schon einmal ein Kind geboren, mit dem sie dann komplett überfordert war. Seinerzeit hatte sie das Sorgerecht verloren, dieses Kind lebte danach bei seinem leiblichen Vater.

Kontakt zwischen dieser Frau und dem Jugendamt gab es danach nicht. Von Emilio, also dem zweiten Kind, erfuhr das Amt erst einige Zeit nach dessen Geburt. Offenbar sah das Amt keinen Grund, sich um Emilios Mutter zu kümmern, da diese in einer festen Partnerschaft lebte und keine Hinweise vorlagen auf gesundheitliche oder soziale Beeinträchtigungen der Familie.

Von Jürgen Lauterbach

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