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Brandenburg/Havel Säugling plötzlich in Lebensgefahr
Lokales Brandenburg/Havel Säugling plötzlich in Lebensgefahr
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20:11 08.08.2016
Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Der plötzlich akut lebensbedrohliche Zustand einer kleinen Patientin der Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche in Hohenstücken gibt Rätsel auf. Ob die kritischen Beschwerden des Mädchens auf eine Straftat zurückzuführen sind, steht nach derzeitigem Erkenntnisstand keineswegs fest. Da es aber nicht auszuschließen ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam.

Ergebnis der Ermittlungen völlig offen

Der Fall des vier Monate alten Mädchens, das aus Sachsen-Anhalt stammen soll, wird seit der vergangenen Woche in Brandenburger Elternkreisen diskutiert. Von Kindesmisshandlung ist die Rede. Tatsächlich prüft die Staatsanwaltschaft Potsdam, ob ein Fall von Misshandlung Schutzbefohlener vorliegt. Behördensprecher Christian Lange betont jedoch, dass das Ergebnis der Ermittlungen derzeit völlig offen sei.

Mutter schlägt Alarm

Wie die MAZ erfuhr, war die Mutter, die im gleichen Zimmer wie das Kind untergebracht ist, am vergangenen Mittwoch mit ihrem Säugling außerhalb des Geländes der Helios-Klinik in Hohenstücken unterwegs. Sie selbst muss bei ihrer Rückkehr Alarm geschlagen und das Klinikpersonal um Hilfe gerufen haben, weil ihre Tochter keine Luft bekam, Atemnot hatte.

Soweit bekannt wurde der Säugling in akut lebensbedrohlichem Zustand ins Brandenburger Klinikum eingeliefert und dort versorgt. Das Helios-Klinikum schaltete die Polizei ein, offenbar weil nicht erklärbar war, warum es dem Kind plötzlich so dramatisch schlecht ging.

Äußerlich war keine Schädigung bei der Kleinen festzustellen. Die Staatsanwaltschaft schließt auch keineswegs aus, dass eine Erkrankung die Ursache des kritischen Zustandes gewesen sein könnte. Die Behörde lässt das Kind nun begutachten, um festzustellen, ob eine Straftat vorliegen könnte oder nicht. Wie es der Kleinen aktuell geht und ob sie weiter in Gefahr schwebt, ist nicht bekannt.

Martin Köhler, Chefarzt der Helios-Reha-Klinik in Hohenstücken, verweist auf seine ärztliche Schweigepflicht und äußert sich zu dem gesamten Vorgang nicht. Er sagt nur allgemein, dass die Mitarbeiter des Reha-Krankenhauses alert seien, also wachsam, wenn auffällige Dinge geschehen.

Fall der kleinen Emily

Viele Brandenburger werden sich an den Fall der kleinen Emily erinnern, die als einjähriges Kind im Frühjahr 2014 ebenfalls Patientin der Helios-Klinik in Brandenburg/Havel war. Wie sich nach mehreren Monaten rätselhafter Beschwerden Ende Juni 2014 herausstellte, hatte der eigene Vater seiner Tochter wiederholt hochschädliche Substanzen eingeflößt und sie am Ende so stark vergiftet, dass sie daran beinahe zugrunde gegangen wäre.

Vor gut einem Jahr verurteilte das Landgericht Potsdam den inzwischen 38 Jahre alten Vater der kleinen Emily wegen versuchten Mordes zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe.

09.07.2015: Emily-Vergiftung: Vater muss 15 Jahre in Haft

Von Jürgen Lauterbach

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