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Brandenburg/Havel Schau über Shakespeare und Carl Hoffmann
Lokales Brandenburg/Havel Schau über Shakespeare und Carl Hoffmann
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00:17 27.04.2016
Undine und Wulf Holtmann mit Enkelin Frida in der Traumzeit-Ausstellung der Fouqué-Bibliothek in Brandenburg. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Die Traumzeit und Traumwelt Shakespears und die des Brandenburger Illustrators Carl Hoffmann – geeint von dem Kinderbuch-Autoren Franz Fühmann: Diesen drei Männern gilt seit dem Wochenende eine märchenhafte Ausstellung im Glasfoyer der Fouqué-Bibliothek in Brandenburg. Nach einer Idee von Cornelia Stabrodt, der Leiterin der Bibliothek, zum Welttag des Buches am 23. April, entwarfen Undine Damus-Holtmann und Wulf Holtmann eine Ausstellung, die wohl nicht nur Kinder mit ihren fantasievollen Gespinsten in eine Traumwelt entführen wird. Anlass für die mehrmonatige Schau ist der 400. Todestag von William Shakespeare am 23. April und der erste Todestag des Brandenburger Buch-Illustratoren und Bühnenbildners Carl Hoffmann, der am 21. April vorigen Jahres überraschend und plötzlich verstarb.

„Es war uns ein Bedürfnis, Carl Hoffmann und sein Werk zu würdigen“, sagt Undine Holtmann. Sie und ihr Mann standen mit ihrer Firma Zeit-Seeing bereits als Team und Kuratoren hinter der ungemein erfolgreichen Kunstschau „stattbekannt“ im Stadtmuseum. Drei Jahre hatten sie „stattbekannt“ vorbereitet, drei Monate waren es für „Traumwelten. Shakespeare und Hoffmann.“

Drei Künstler mit ihren eigenen Blicken auf Kinder

Zur Vernissage am Samstag nahm die Bibliotheks-Mitarbeiterin und freie Erzählerin Karin Warnken jeden Besucher erzählend in Empfang. Zu sehen sind in Glasvitrinen, die niedrig genug für Kinderaugen sind, auch die Bücher Fühmanns. Er hatte die Theaterstücke des großen englischen Dramatikers umgeschrieben zu Märchen für Kinder und Hoffmann hat sie mit seinen Bildern farblich zum Leben erweckt.

„Aus dem Stoff sind wir Menschen, aus dem man Träume macht.“ Dieser Satz begrüßt die Besucher auf einem der großen Plakate, die von der Decke hängen. Alle drei Künstler hatten ihren eigenen Blick auf Kinder. Shakespeare behandelte sie wie kleine Erwachsene. Sein literarisches Werk waren Dramen, auch, weil sich damals die Literatur dort abspielte, auf den Bühnen. Wo sonst, konnte die Bevölkerung damals vor vier Jahrhunderten zumeist nicht lesen und schreiben. Carl Hoffmann wiederum zeichnete in seinen Bildern die Kleinen nicht als süßliche Kindchenschemata mit großen Augen und niedlichen Locken. Mit seinen Verlagen geriet er deshalb häufig aneinander, die eigentlich genau diese Niedlichkeit wollten. Das berichtet Undine Damus-Holtmann. Hoffmann war es, der die Dramen Shakespeare „lokal erdete“, Shakespeare also auch mit Brandenburg verband. Und Fühmanns Blick auf Jungen und Mädchen? Er wandte sich in seinen Vorworten häufig direkt an seine kindlichen Leser, weil er wusste: „Kinder gehen abends nicht ins Theater, sondern ins Bett.“ Und dort brauchen sie ein Märchenbuch.

Edelsteinbaum und Blaubeerwald

Zwei Originale Hoffmanns sind zu bestaunen in der Schau, darunter das Bild für den Einband des Kinderbuches „Der Edelsteinbaum“ mit Trollen, Feen und Wald- und Wassergeistern und Bäumen in einem Moos- und Gras-Grün, das wohl grüner nicht geht. Erinnerungen steigen empor bei den Betrachtern, die auf die Bücher „Im Blaubeerwald“ oder „Das Lumpengesindel“ blicken oder „Der Wind ist aus Luft“. Letzteres ist das einzige Buch mit Bildern Hoffmanns, in denen Brandenburger Gassen und der Turm der Katharinenkirche auftauchen. „Es ist sein persönlicher Bezug zu Brandenburg“, so Ulf Holtmann. Die Bühnenbilder im Brandenburger Theater, die Carl Hoffmann schuf, zogen viele Menschen aus der ganzen DDR an. Auch für diese gemalten Traumwelten besuchten sie das Brandenburger Theater.

16 Bücher mit ihren Covern und Aufschlagseiten liegen bereit. Finanziert ist die Schau von der Fouqué-Bibliothek und deren Freundeskreis. Konzipiert ist die Ausstellung „Traumzeit“ vor allem auch für Kindergarten- und Schulkinder. 20 Bücher passend zum Ausstellungsthema sind in der Bibliothek ausleihbar und dutzende natürlich über und von Shakespeare. „Es ist unser Wunsch, dass die Kinder und Jugendlichen eintauchen in die Texte und Bilder. Es ist unser Versuch, dies dem Internet daneben zu stellen“, sagt Wulf Holtmann. „Und Raum für Fantasie und Träume zu lassen“, fügt Undine Holtmann-Damus hinzu.

Mit einer musikalischen Lesung „Ein Sommernachtstraum“ endet die Ausstellung am 24. September.

Shakespeare, Hoffmann und Fühmann

William Shakespeare ist mit seinem Werk in die Weltliteratur eingegangen. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter. Sein Geburtsdatum steht nicht fest, am 26. April 1564 wurde er getauft laut Kirchenregister. Er starb am 23. April 1616 im englischen Stratford mit 52 Jahren. Zu seinen Werken zählen vor allem Dramen und Komödien. Dazu gehören „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Ein Sommernachtstraum“, „Der Kaufmann von Venedig“ oder „Viel Lärm um Nichts“. Shakespeare wird vor allem auch mit seiner Tragödie „Romeo und Julia“ in Verbindung gebracht.

Carl Hoffmann wurde 1930 in Dresden geboren. Als Grafiker ging er an die Hochschule in Berlin-Weißensee. Dort legte er ein Prädikats-Diplom als Bühnenbilder ab. Von 1963 an arbeitete er am Brandenburger Theater, wo er bis zu seinem Eintritt in die Rente blieb. Carl Hoffmann machte sich auch einen Namen als Kinder- und Märchenbuch-Illustrator für den Kinderbuchverlag Berlin, den Verlag Volk und Welt und den Eulenspiegel-Verlag. Seine Bilder wurden in Japan, Kanada, Italien und Deutschland gezeigt.

Franz Fühmann lebte von 1922 bis 1984 und starb in Ost-Berlin. Unter anderem schrieb er für Kinder „Das Nibelungenlied“ um, erschienen im Verlag Neues Leben, und „Shakespeare-Märchen“ für den Kinderbuchverlag Berlin.

Von Marion von Imhoff

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