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Brandenburg/Havel Der „Blaue Engel“ und der „Spatz von Paris“ bereuen nichts
Lokales Brandenburg/Havel Der „Blaue Engel“ und der „Spatz von Paris“ bereuen nichts
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18:19 08.07.2018
Anika Mauer (l.) als Marlene Dietrich und Rose Maria Vischer als Edith Piaf Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

 „In den 14 Jahren unseres Bestehens haben wir kein Stück in einer folgenden Saison noch einmal gespielt“, erklärte Marten Sand, der Leiter und künstlerische Direktor der Seefestspiele Wustrau. Die Begeisterung des Publikums für zwei launische Diven brachte Sand aber dazu, mit seiner eisernen Regel zu brechen.

2016 gelang es dem Seefestival als erstem Spielort in Deutschland, das Schauspiel mit Musik „Spatz und Engel“ auf die Bühne zu bringen. Daniel Große Boymann und Thomas Kahry haben das Stück über die Freundschaft zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich erdacht und die Verbindung der beiden Frauen so mitreißend nachgezeichnet, dass die Zuschauer regelmäßig in Applausstürme ausbrechen.

Anika Mauer (l.) als Marlene Dietrich und Rose Maria Vischer als Edith Piaf Quelle: Christine Lummert

Dass war am Sonnabend in der Johanniskirche in Brandenburg an der Havel nicht anders. Im Rahmen des Brandenburger Klostersommers gastierten die Seefestspiele Wustrau mit ihrem Erfolgsstück, das dort in dieser Saison wieder auf dem Spielplan steht. „Aber nur weil es uns gelungen ist, unsere Originalbesetzung von 2016 wieder zusammen auf die Bühne zu bekommen“, erklärte Marten Sand.

Anika Mauer, eigentlich an den großen Bühnen in Berlin sowie in Film und Fernsehen zu Hause, brillierte in der Rolle der Marlene Dietrich. Mit blonder Eleganz und rauchiger Stimme stand sie als Gegensatz zum dunkelgelockten Energiebündel Edith Piaf, fantastische gespielt von Rose Maria Vischer, vor den 200 Zuschauern in der Johanniskirche auf der Bühne.

Neben der Faszination für die beiden großen Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick so unterschiedlich wirken, war natürlich vor allem die Musik der beiden Sängerinnen ein Leitfaden durch das Stück. „Padam“, „La vie en rose“, „Sag mir wo die Blumen sind“ sind Klassiker, die live gesungen das ganze Kirchenschiff ausfüllten.

Und am Ende musste natürlich „Non, je ne regrette rien“ erklingen. Grund genug zu bereuen, wie sie ihr Leben in einigen Phasen lebten, hatte beide. Begonnen hat ihre Freundschaft zueinander, die in den einzelnen Szenen nachgezeichnet wird, in der Garderobe eines Theaters in New York.

Die Piaf, in Frankreich schon ein großer Star, versucht auch in Amerika den Durchbruch und scheitert zuerst. Die Dietrich erlebte den Auftritt im Publikum und kommt hinter die Bühne, um auf ihre ganz eigene Art Trost zu spenden. Sie solle doch wegen der infantilen Amerikaner nicht in Tränen zerfließen und außerdem würde der Champagner warm, wenn sie nicht bald vom Klo zurück in die Garderobe käme.

Bewunderung haben beide für die künstlerischen Qualitäten der anderen. Daraus entwickelt sich eine Freundschaft und im Stück sogar noch ein bisschen mehr. Wirklich lieben kann Edith Piaf aber nur die Männer und davon so viele, dass selbst Marlene Dietrich rote Ohren bekommt. Dabei sagt sie von sich selbst: „Ich war mit allen meinen Filmpartnern im Bett, außer mit Emil Jannings natürlich.“

Vor allem die Schicksalsschläge, die Edith Piaf in ihrem rasant gelebten Leben erleiden muss und die sie mit Alkohol und Drogen betäubt, bringen den Bruch zwischen den beiden großen Frauen. Piaf stirbt jung, die Dietrich wird fast doppelt so alt und verfällt am Ende auch dem Alkohol. In der letzen Szene, Marlene Dietrich fantasiert zwischen Leben und Tod, heißt es aber doch von beiden ganz grundsätzlich: ich bereue nichts.

Von Christine Lummert

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