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Schauspielerin inszeniert Theater mit Kindern

Brandenburg an der Havel Schauspielerin inszeniert Theater mit Kindern

Schauspielerin Heike Schober inszeniert mit Brandenburger Kindern und Jugendlichen ein Theaterstück. Im Februar hatte sie ein Casting. Der Bühnennachwuchs kann zeigen, was in ihm steckt und sich mit eigenen Vorschlägen ins Konzept des Stückes einbringen. Interessierte können sich Schober immer noch vorstellen. Besonders Jungs sind gefragt.

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Kinder beim Casting für „Wenn der Mond lacht und die Sonne schläft - Sterne“ am Brandenburger Theater

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Einmal auf den Brettern stehen. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Zeigen, was in einem steckt. Dass man mehr ist, als nur ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge. Dass man tanzen, singen und schauspielern kann. Und das auf einer richtig großen Bühne. Von professionellen darstellenden Künstlern angeleitet.

Welches Kind träumt nicht davon?

Für sieben junge Brandenburger geht dieser Traum jetzt in Erfüllung. Kürzlich hatten sie ein Casting im Ballettsaal des Theaters. Sie alle dürfen dabei sein. Das heißt: in den nächsten fünf Monaten müssen sie üben, üben, üben. Einmal in der Woche. Kurz vor der Vorstellung im Juli dieses Jahres dann sogar mehrere Tage hintereinander.

Die Brandenburger Schauspielerin und Regisseurin Heike Schober inszeniert ein Theaterstück. Der Arbeitstitel lautet „Wenn der Mond lacht und die Sonne schläft – Sterne“. Es wird getanzt, gesungen und geschauspielert und es wird eine Videoprojektion geben. Insgesamt spielen 25 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren mit. „Wir hatten im letzten Jahr schon zwei Phasen der Inszenierung erarbeitet“, sagt Schober. „Von damals sind wieder sehr viele Jugendliche dabei. Wir wollen aber ein paar neue Gesichter dabei haben, deswegen haben wir gecastet.“

Das Stück erzählt die Geschichte von einer Gruppe Jugendlicher, die den Sommer in einem Feriencamp verbringt. Sie sind um ein Lagefeuer versammelt, verschwinden ab und zu in ihren Zelten – wie das so ist bei Jugendlichen. „Eigentlich ist es aber eine Märcheninszenierung, wir erzählen eine Geschichte in einer Geschichte“, sagt Schober. Aus der Szene heraus werden Märchendarstellungen entstehen. Märchen, die jeder kennt, aber auch ein syrisches Märchen wird erzählt.

Die Märchen und die Sterne sind für Schober und ihr Team die Quintessenz des Projektes. Die Darstellerriege besteht aus Einheimischen und aus Zugereisten, wie Schober sie nennt. Den Begriff Flüchtling meidet sie, weil er eine schlechte Lebenserfahrung direkt ausdrücke. „Wir wollen thematisieren, was uns verbindet. Und das sind für uns die Sterne und die Märchen“, so Schober. „Sterne sehen wir überall auf der Welt, sei es in Deutschland oder in Syrien. Und auch Märchen gehören zu fast jeder Kultur auf der Welt.“ Ein weiteres wichtiges verbindendes Element sind die Zelte. Viele Flüchtlinge sind auf ihrer Reise zumindest kurzfristig in Zelten untergebracht gewesen. Einheimische Jugendliche wiederum denken bei Zelten eher ans Campen oder ans Übernachten im Vorgarten. „Jeder hat zu Zelten Assoziationen, nur eben andere“, so Schober.

Zunächst beschäftigen sie und ihr Team sich jedoch erstmal mit ihren neuen Ensemblemitgliedern. Es sind sechs Mädchen und ein Junge. Sie sind zwischen zehn und 14 Jahren alt und sind alle begeistert bei der Sache.

Im ersten Teil des Castings machen sie ein paar Übungen mit der Choreografin Inga Lehr-Ivanov. Sie laufen auf und ab, bewegen den Oberkörper in Wellen, gehen bei Dunkelheit im Raum umher. Danach ist Heike Schober dran. Sie macht mit den Kindern einige Schauspielübungen. So soll etwa ein Kind, das zuvor von Schober Anweisungen zugeflüstert bekommen hat, ein anderes Kind anspielen. Das soll improvisieren – reagieren, wie es im Alltag reagieren würde.

Laura-Sophie Zimmermann (12) ist mit ihren Freundinnen Johanna Hess (12) und Hanna Sperling (13) gekommen. Die Mädchen sind begeistert und wollen auf jeden Fall mitmachen. „Ich fand es gut, auch dass wir Übungen zu den verschiedenen Bereichen gemacht haben“, sagt Laura-Sophie. „Am meisten hat mir das Schauspielern gefallen.“

Johanna Hess hatte von dem Casting in der Zeitung gelesen und war sofort neugierig darauf. „Im Winter hatte ich ein Theaterstück mit vielen Kindern gesehen und da hatte ich mich gefragt, wie die Kinder gecastet werden. Jetzt weiß ich es“, sagt sie und lächelt.

Interessierte Jugendliche können jeden Freitag um 16 Uhr im Brandenburger Theater vorbeischauen und sich bei Heike Schober vorstellen. Besonders Jungen sind gefragt.

Von Annika Jensen

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