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Scheller will nicht Tiemanns Kronprinz sein

Brandenburg an der Havel Scheller will nicht Tiemanns Kronprinz sein

2011 wurde Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) als „Queen von Brandenburg“ besungen. Am Sonnabend hat die heutige Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende den Parteifreunden Steffen Scheller als „meinen kleinen Kronprinz“ zur Erbfolge im Rathaus der Stadt empfohlen. Die MAZ fragte Scheller, wie gut er sich in diesem Titel wiederfindet.

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Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Vor sechs Jahren hat ein unbekannter Künstler die einstige Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) als „Queen von Brandenburg“ besungen. Am Sonnabend hat die heutige Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende den Parteifreunden Steffen Scheller als „meinen kleinen Kronprinz“ zur Erbfolge im Rathaus der Stadt empfohlen. Die MAZ fragte Scheller, wie gut er sich in diesem Titel wiederfindet.

Alle 45 anwesenden Mitglieder der CDU haben Steffen Scheller, den seit Montag 48 Jahre alten Bürgermeister von Brandenburg/Havel, zum Oberbürgermeisterkandidaten der Christdemokraten gewählt.

Die bis vor wenigen Wochen amtierende Rathauschefin Dietlind Tiemann warb für den Mann, der seit dem Jahre 2006 Bürgermeister und damit zweiter Mann der Stadtverwaltung war. Sie machte aus der Mitgliederversammlung eine Art Krönungsmesse, als sie Scheller als „meinen kleinen Kronprinz“ bezeichnete.

Darauf angesprochen ließ Steffen Scheller am Montag nicht erkennen, ob und wie glücklich ihn diese Formulierung macht, die er im Gesamtzusammenhang gesehen aber für „völlig in Ordnung“ hält. „Das war eine flapsige Bemerkung, es muss ja nicht immer alles ganz ernst zugehen“, sagte der OB-Kandidat der MAZ. Man habe nach seinem Eindruck in der CDU-Mitgliederversammlung „geschmunzelt“ über so eine Aussage“ von Dietlind Tiemann.

Genau abschätzen, ob die Bemerkung ihm nun immer anhängen und er fortan als Tiemanns kleiner Kronprinz durch Brandenburg/Havel und das Rathaus laufen muss, kann der eher wenig royal auftretende Kommunalpolitiker nicht.

„Ich hoffe nicht und vertraue darauf, dass die Bürger die aus einer launigen Stimmung heraus gemachte Bemerkung einzuordnen wissen“, sagt Scheller, der im Fall seiner Wahl im kommenden Februar oder März zwei Jahre älter wäre als Tiemann bei ihrem Amtsantritt. Die frühere Oberbürgermeisterin habe am Samstag schließlich sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie ihm das Amt des OB zutraue.

Scheller: „Der kleine Kornprinz muss mich daher gar nicht stören.“ Mit seinen 48 Lebensjahren, den elf Jahren Tätigkeit als Bürgermeister und seiner Körpergröße sei er gewiss nicht mehr als klein zu bezeichnen. Was seine Kandidatur angeht, habe sie mit Erbfolge natürlich nichts zu tun. Scheller: „In unserem System entscheiden die Wählerinnen und Wähler entscheiden, ob ich Oberbürgermeister werde.“

Der Bewerber der CDU weist dabei auf seine erkennbar eigene Persönlichkeit hin und die Handschrift, die seine Arbeit auszeichne. Ihm sei wichtig, immer starke Präsenz im Rathaus zu zeigen, also in einem ausgewogenen Verhältnis die Verwaltungsarbeit und repräsentative Aufgaben zu erledigen. „Bei mir ist am Feierabend keine E-Mail von Mitarbeitern mehr offen“, sagt der Bürgermeister über sich.

Die eigene Person auf eine griffige Formel zu bringen fällt Scheller schwer. Er sei nicht eitel und möchte auch nicht als eitel empfunden werden. Er habe sich bei aller Verwaltungserfahrung den Blick für die kleinen Probleme der Bürger bewahrt, hält sich der OB-Kandidat zugute.

Von Jürgen Lauterbach

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