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Brandenburg/Havel Schiffe machen Bogen um Wusterwitzer Schleuse
Lokales Brandenburg/Havel Schiffe machen Bogen um Wusterwitzer Schleuse
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19:04 04.03.2015
Das Flächenpeilschiff „Domfelsen“ des WSA Magdeburg suchte in dieser Woche die Havel bei Pritzerbe nach Hindernissen ab. Quelle: F. Bürstenbinder
Wusterwitz

„Dabei werden Ober- und Unterhaupt trockengelegt. Beim Ausbau der Stemmtore erfolgt auch eine Kontrolle der Lager und anderer Verbindungselemente“, erklärt Gerrit Riemer, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg (WSA). Planmäßig soll die Wusterwitzer Schleuse am 30. März ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Bis dahin müssen Schiffe eine Umfahrung in Kauf nehmen. Statt bei Niegripp in den Elbe-Havel-Kanal einzufahren, müssen aus Richtung Magdeburg kommende Schiffe etwa 60 Kilometer weiter stromabwärts fahren, um bei Havelberg die Einmündung zur Unteren Havel-Wasserstraße zu erreichen. Dann geht es wieder Richtung Süden. Nach fünf Schleusungen in Havelberg, Garz, Grütz, Rathenow und Bahnitz erreichen die Schiffe bei Plaue das Ende der Umfahrung, die etwa 90 Mehrkilometer in jede Fahrtrichtung bedeutet.

Ein Teil der Umfahrungsstrecke ist eigentlich seit Jahren für die Berufsschifffahrt gesperrt. Und zwar der Abschnitt zwischen Havelberg und Rathenow. Eine zeitweise Freigabe durch das Bundesverkehrsministerium machte die Umfahrung der Wusterwitzer Baustelle erst möglich. Allerdings brauchen Schiffsführer für das Befahren der Unteren Havel-Wasserstraße ein gesondertes Patent. Es gab schon Kapitäne, die sich in einem der vielen Seitenarme verfangen haben. Der Bundesverband der Berufsschifffahrt (BDB) hatte wegen der Patentpflicht die Bereitstellung von Lotsen durch den Bund gefordert, was jedoch nicht erfolgt. Ohne Patent keine Durchfahrt.

Baustelle ruht noch immer

Freigegeben ist die Umfahrungsstrecke für Schiffe bis maximal 86 Meter Länge, im Verbund bis 100 Meter. Der Schifffahrt wird tagaktuell die Fahrrinnentiefe im Nautischen Informationsfunk (NIF) und im Elektronischen Wasserstraßeninformationssystem (ELWIS) zur Verfügung gestellt.
Der Zeitpunkt der Umfahrung ist günstig. Der Wasserstand der Havel erlaubt derzeit eine Befahrung ohne vorherige zusätzliche Bagger- oder Uferinstandsetzungsmaßnahmen.
2014 haben 8035 Güterschiffe die Schleuse Wusterwitz passiert. Ihre Ladungstonnage betrug knapp vier Millionen Tonnen. Das ist die zweithöchste Menge in den letzten zehn Jahren. Dazu kamen 4400 Sportboote.
Eine Umfahrung wäre nicht nötig, denn die neue Südkammer der Wusterwitzer Schleuse sollte längst fertig sein. Doch wegen Betonschäden ruhen die Arbeiten an dem 60-Millionen-Euro-Projekt. Die Untersuchungen dauern noch immer an.

Wie sich der Schiffsverkehr zwischen Havelberg und Plaue in den nächsten drei Wochen tatsächlich entwickelt, lässt sich schwer vorhersagen. WSA-Leiterin Gerrit Riemer hält die vom BDB prognostizierte Zahl von täglich 25 Schiffen für zu hoch gegriffen: „Ich denke, dass sich viele Eigner um Aufträge in anderen Regionen kümmern.“

Dennoch ist ihre Behörde auf einen möglichen Ansturm zu Wasser vorbereitet. Die WSA-Verkehrsleitzentrale in Rathenow, von wo aus alle fünf Schleusen auf der Strecke fernbedient werden, hat ihre Winterbetriebszeit von zehn auf zwölf Stunden verlängert. Die Fahrrinne wurde auf ausreichende Tiefe und Betonnung kontrolliert. „Bei vorsichtiger Fahrweise kann es keine Probleme geben“, so WSA-Chefin Riemer.

Langfristig wird die Untere Havel-Wasserstraße als Umfahrung für den Elbe-Havel-Kanal endgültig ausfallen. Mit der anstehenden Renaturierung bleibt der Flussabschnitt Sportbooten und Fahrgastschiffen vorbehalten.

Von Frank Bürstenbinder

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