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Brandenburg/Havel Schiffsdiesel für die Klimaanlage
Lokales Brandenburg/Havel Schiffsdiesel für die Klimaanlage
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02:22 20.04.2018
Große Flusskreuzfahrtschiffe wie die "Katharina von Bora" müssen nachts ihren Dieselmotor für die Energieversorgung an Bord laufen lassen. Quelle: Uwe Schult
Brandenburg/H

Sie sind ein Beleg für die touristische Attraktivität der Stadt und sie sind ein Ärgernis für die Anwohner auf der Dominsel – die Hotelschiffe, die immer häufiger am Anleger zwischen Neustadt und Dominsel festmachen.

„Es laufen stundenlang nachts die Schiffsdiesel, weil die Stromversorgung an Bord ununterbrochen gewährleistet sein muss“, sagt Anwohner Uwe Schult. Das führe natürlich zu störenden Geräusch- und Geruchsbelästigungen in der ganzen Nachbarschaft. Er gehe häufiger mal hin zu den Schiffen und versuche, mit den Kapitänen zu reden.“Der Chef von der ,Princess’ beispielsweise sagte mir, in 20 Minuten sei die Küche fertig, dann könne man auf den Landstrom zugreifen. So war es dann auch. Einige sind einsichtig, wenn man mit ihnen redet. Andere reagieren patzig und frech“, beschreibt der Mann, den alle in der Stadt nur als „Eis-Uwe“ kennen, seine Erfahrungen.

Eine Rund-Mail allein genügt nicht

„Die Stadt hat doch die Liste aller Schiffe, die hier anlegen. Da kann man doch mal eine Rundmail verschicken und darauf hinweisen, dass ein Betreiben der Dieselmotoren in der Nacht nicht gewünscht ist.“ Doch so einfach ist die Lösung nicht. Es gibt sogar eine Stromsäule, auf die von den Besatzungen zugegriffen werden kann. Nachbar Christian Pfaffe verwaltet die Schlüssel, berechnet den Verbrauch und macht die Abrechnung.

„Wir haben hier ein technisches Problem, das zu lösen uns eine Menge Geld kosten würde. Eine neue Anlage wird wohl nicht rentabel zu betreiben sein“, sagt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Der städtische Tourismusexperte Fred Ostermann zählt eine ganze Liste von Problemen und Schwierigkeiten auf. „Unsere Stromsäule hat eine maximale Strombelastbarkeit von 125 Ampere. Manche Schiffe, deren Kabinen voll klimatisiert sind, benötigen aber bis zu 800 Ampere Stromaufnahme. Das können wir derzeit nicht leisten.“ Eine Neuinvestition würde zwischen 30 000 und 50 000 Euro kosten, Ostermann versuchte schon einige Male, die Position in die Finanzplanung der Stadt zu schmuggeln – bislang vergeblich. „Manchmal haben die Schiffe nicht die passenden Anschlüsse. Noch schlimmer ist, sie haben keinen richtigen Frequenzumformer.“ Die Energie von Land kann eine – wenn auch marginal – andere Wechselstromfrequenz haben als das Bordnetz. Wird die Frequenz nicht richtig angepasst, fahren sofort alle Bordcomputer, Steuerungen und Kassensysteme aus Schutzgründen herunter – und nichts geht mehr.

Der Schiffsdiesel ist künstlich verbilligt

Mancher Kapitän hat dem Anwohner Schult schon erzählt, der Landstrom sei zu teuer, mit seinem Dieselgenerator fahre er besser. Kann schon sein, gibt Ostermann zu, „aber das ist Trickserei, der Schiffsdiesel ist genauso subventioniert wie der Agrardiesel. Das heißt, die Kapitäne zahlen dafür nicht so viel wie wir an der Tankstelle.“

Selbst wenn alle technischen Voraussetzungen gegeben seien, wäre es immer noch schwierig, die verpflichtende Abnahme von Landstrom durchzusetzen. „Dann machen die Flusskreuzfahrt-Reisegesellschaften eben ihren Stopp in Potsdam oder in Rathenow“, sagt der Tourismusexperte.

2005/2006 hatte die Stadt den Anleger nahe des Neustädtischen Wassertores errichten lassen, um den Fremdenverkehr anzukurbeln. Damals hatte es Widerstände gegeben, das Wort „Monstermole“ ging um. Doch mittlerweile ist der 31 Meter weit ins Becken der oberen Havel ragende Anleger akzeptiert. Zulässig ist das Anlegen von Hotelschiffen der so genannten Europaklasse, also mit einer Gesamtlänge von bis zu 85 Metern.

2017 haben 190 Schiffe in der Stadt angelegt, davon 156 am Anleger Neustädtisches Wassertor, sagt Verwaltungssprecherin Angelika Jurchen. 125 Schiffe blieben über Nacht am Anleger.

Von André Wirsing

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