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Schizophrener stalkt jahrelang seine Cousine

Brandenburg an der Havel Schizophrener stalkt jahrelang seine Cousine

Drei Jahre lang terrorisierte ein 30 Jahre alter Mann aus Brandenburg/Havel seine Cousine. Am Ende drohte der schizophrene Patient damit, sie und sich selbst umzubringen. Im Prozess vor dem Landgericht Potsdam ging es nun darum, ob der schuldunfähige Angeklagte weggesperrt werden muss. Aus gutem Grund trafen die Richter keine Entscheidung.

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Über Jahre behelligte ein junger Mann die eigene Cousine auf übelste Weise.

Quelle: dpa

Brandenburg/Havel. Das ständige Nachstellen durch den eigenen Cousin muss für eine junge Brandenburgerin die Hölle gewesen sein. Nicht einmal von ihrem Partner ließ sich David K. (30) davon abhalten, sie über lange Zeit immer wieder zu belästigen, zu stalken.

Das Amtsgericht hatte längst angeordnet, dass der unter Betreuung stehende Brandenburger in ihre Nähe kommt. 50 Meter Abstand musste er mindestens einhalten. Doch an diese Anordnung hielt der schizophrene Patient sich nicht am 30. Januar 2016. An jenem Samstag tauchte er in ihrer Wohnung in Brandenburg and der Havel auf.

Der Lebensgefährte der Frau, ein kräftiger junger Mann, forderte David K. auf zu gehen. Da schlug der psychisch kranke Besucher den Freund mit der Faust ins Gesicht und auf den Kopf. Zwei Tage später kündigte er seiner Mutter in einer Kurznachricht über Whatsapp an, dass er erst seine Cousine und anschließend sich selbst töten werde.

Noch nicht von Schlaganfall erholt

All das geschah nach Auskunft des Landgerichts Potsdam „in schuldunfähigem Zustand“, denn der 30-Jährige ist ja krank. Daher sollte es im Sicherungsprozess am Dienstag auch nicht darum gehen, David K. wegen seiner Straftaten zu verurteilen. Die 1. große Strafkammer sollte darüber befinden, ob statt einer Freiheitsstrafe seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht kommt, um ihn selbst und andere vor ihm zu schützen.

Die Entscheidung darüber wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Denn in einem Gespräch mit dem Angeklagten fanden der vorsitzenden Richter Theodor Horstkötter und zwei ärztliche Gutachter fest, dass David K. derzeit nicht verhandlungsfähig ist. Am Anfang des Jahres hat er einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich noch nicht erholt hat.

Angeklagter wohnt im Obdachlosenheim

Der junge Mann ist daher nicht in der Lage zu kommunizieren. Er hat heftige Probleme mit der Sprache. Er findet keine Worte und kann vor allem kaum aufnehmen und verstehen, was andere sagen. „Er lernt im Prinzip die Sprache neu“, erklärte der psychiatrische Gutachter Ulrich Wendt. Der Beweisaufnahme im Prozess hätte er nie und nimmer folgen können.

Die Ärzte halten es aber für möglich, dass er sich erholen wird und seine Sprachfähigkeiten wiedererlangt, so dass er dann verhandlungsfähig wäre. Dumm ist der schizophrene Mann nicht, seine Intelligenz liegt im Normalbereich.

Was den Richter wunderte, ist die Tatsache, dass David K. nicht etwa in einer Wohngruppe für psychisch Kranke wohnt, sondern sich ein Dreibettzimmer im Obdachlosenheim teilt. Sein Betreuer versicherte, dass sich dort Sozialarbeiter um den Mann kümmern.

Von Jürgen Lauterbach

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