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„Schlacht bis zu letzten Patrone“

Brandenburg an der Havel „Schlacht bis zu letzten Patrone“

Ist der Verzicht der Stadt Brandenburg auf einen Kreissitz im Großkreis und damit der mögliche Zuschlag für Rathenow der Preis, den die CDU zahlt, damit Dietlind Tiemann für den Bundestag kandidieren darf? Er sei das wiederholt gefragt worden, sagt der CDU-Beigeordnete Michael Brandt. Er glaube es nicht, fordert aber seine Partei auf, das Gerücht aus der Welt zu schaffen.

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Michael Brandt und Dietlind Tiemann (beide CDU) verfolgen unterschiedliche Ansätze in der Frage der Kreisgebietsreform.

Quelle: Jast

Brandenburg/H. Der Vorwurf des CDU-Fraktionschefs Jean Schaffer, die SPD und die Linke würden mit dem SVV-Antrag, die Stadt Brandenburg solle in einem künftigen Großkreis auch Kreisstadt werden, die Interessen der Kommune verraten, ist selbst in CDU-Kreisen auf Widerspruch und Ablehnung gestoßen.

So sagt der CDU-Stadtverordnete Peter Kaudasch: „Wir wollen kreisfrei bleiben. Sollte das nicht gelingen, fordern wir selbstverständlich den Kreissitz.“ Der Vize-CDU-Kreisvorsitzende und Beigeordnete Michael Brandt ist sichtlich amüsiert ob seines Fraktionsführers: „Selbst nach der Beschlusslage unseres CDU Landesverbandes ist klar, dass Städte unter 100 000 Einwohner im zweistufigen Verwaltungsausbau nicht dauerhaft kreisfrei bleiben können.“ Das sei sogar das Ergebnis der CDU „Reform AG“ unter Leitung von Dietlind Tiemann gewesen.

Wenn jetzt für den Fall der Einkreisung an einem Plan B gearbeitet werde, „ist das kein Verrat. Einen solchen Plan hätten wir in der CDU erarbeiten sollen. Aber wir spielen ja lieber Kesselschlacht bis zur letzten Patrone“, so Brandt weiter. „Herr Schaffer, ich würde an Ihrer Stelle Wörter wie Verrat vorsichtiger verwenden! Vielleicht ist es besser sich in der Sache auseinandersetzen. Manchmal hilft das“, meint auch der SPD-Stadtbverordnete Udo Geiseler. Das sei kein Verrat, sondern die Absicht, das Oberzentrum Brandenburg zu stärken. Geiseler, der in Rathenow Lehrer ist, schreibt weiter: „Ich weiß, dass dort sehr genau wahrgenommen hat, dass Sie, Herr Schaffer, und Ihr Parteifreund Walter Paaschen im Frühjahr in Rathenow waren und dort quasi unseren Verzicht auf einen möglichen Kreisstadtstatus erklärten.“ Dazu CDU-Mann Brandt so: Wenn die CDU gegen den Antrag stimme, „wird man sich in Potsdam wundern und in Rathenow auf die Schenkel klopfen.“

Er sei, so Brandt, wiederholt gefragt worden, „ob die merkwürdige Haltung der Brandenburger CDU zu einem Kreissitz Rathenow der Preis dafür ist, dass Dombrowski die Kandidatur von Tiemann zum Bundestag unterstützt hat.“ Brandt: „Ich glaube das nicht.“ Aber die CDU solle das Gerücht ausräumen.

Von Benno Rougk

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