Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Schlacht gegen Feuer, Qualm und Hitze

Ehemalige Rieselfelder stehen wieder in Flammen Schlacht gegen Feuer, Qualm und Hitze

Es bleibt brenzlig auf den ehemaligen Rieselfeldern zwischen Wilhelmsdorf und Wendgräben. Am Tag drei haben sich die Flammen zu den bereits geraubten 20 Hektar weitere fünf geholt.

Voriger Artikel
Wie auf einem anderen Planeten
Nächster Artikel
Detlev Delfs belebt den Einzelhandel

Voller Einsatz beim Löschen trotz Hitze und Qualms.

Quelle: Griebel

Brandenburg/Havel. Ein Übergreifen auf den knistertrockenen Wald konnte auch gestern verhindert werden. "Wenn das passiert, dann wäre der Schaden dramatisch", weiß Brandenburgs Feuerwehrchef Detlef Wolf. 45 Kameraden mit elf Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr sowie der freiwilligen Wehren aus Brandenburg, Kirchmöser, Ziesar, Görzke, Wenzlow und Pritzerbe kämpften gestern gegen die Flammen und die große Hitze. Versorgt wurden sie von der beim Katastrophenschutz angesiedelten SEG durch die Johanniter.

Eine seit Dienstag um die Rieselfelder fahrende Dauer-Patrouille hatte gegen 10 Uhr weitere Kräfte angefordert. Der Brandgeruch war bis in die Innenstadt wahrnehmbar. Weil der Wind diesmal aus Westen kam, bewegten sich die immer wieder aufsteigenden Rauchschwaden in Richtung Wilhelmsdorf. Eine Evakuierung wie am ersten Tag in der kleinen Siedlung Wendgräben war gestern zum Glück nicht erforderlich.

"Problem sind die torfähnlichen Schichten, aus denen sich heraus die Glutnester bei auffrischendem Wind immer wieder neu entzünden", erklärt Einsatzleiter Wolf. "Das kann noch Tage so gehen, wenn kein ordentlicher Regen kommt." Gegen Mittag sei das Feuer unter Kontrolle gewesen, die Restlöscharbeiten dauerten bis zum späten Nachmittag. Außerdem rollten Pflüge an, um den Brandschutzstreifen ringsum noch einmal zu verbreitern. Zwei Tanklöschfahrzeuge bleiben zur Kontrolle rund um die Uhr vor Ort, bis sich die Situation entspannt hat. Wie es aus der Leitstelle hieß, sollte ursprünglich mit Schaumbildner vermischtes Wasser ausgebracht werden, das durch seine geringere Oberflächenspannung tiefer in das Erdreich eindringen kann. "Die Bodenverhältnisse ließen es aber nicht zu", sagte Vize-Leitstellenleiter Meik Jäger. Das Fahrzeug sei zu schwer gewesen.

Auch Abschnittsleiter Michael Müller schwitzte in der Brandbekleidung. Da half nur viel trinken.

Quelle: Nack

"Es ist ein Geduldsspiel, der Einsatz kann sich noch Tage hinziehen", so Ordnungsbeigeordneter Michael Brandt, der sich vor Ort ein Bild machte. Er appelliert an die Bürger, bei dieser Trockenheit äußerste Vorsicht walten zu lassen und weder Kippen noch Glas wegzuwerfen. Seit Tagen herrscht die höchste Waldbrandwarnstufe. Den Feuerwehrleuten, die bei dieser Tropenhitze teils unter Atemschutz kämpfen mussten und bis an ihr körperliches Limit gingen, gelte sein Respekt. Außerdem lobte Brandt das Zusammenwirken von hauptamtlichen und freiwilligen Einsatzkräften sowie die Nachbarschaftshilfe.

"Unsere Bewohner haben die Feuerwehrautos, den Qualm gesehen und gerochen und hatten natürlich Fragen", berichtete Christel Holtmann vom evangelischen Seniorenzentrum "Haus Wilhelmsdorf". Gestern blieben die Fenster vorsichtshalber zu. "Wir machen uns Gedanken, verlassen uns aber voll und ganz auf die Feuerwehr", sagt die Haus- und Pflegedienstleiterin. "Den Ernstfall hatten wir bisher nie und hoffen, dass es nicht dazu kommt." Haustechniker Marko Hermann, der bei der Görzker Feuerwehr ist, war beim Einsatz dabei. "Er rief uns an, ob wir als Nachschub einen Kasten Trinkwasser für die Kameraden hätten." Stellvertreterin Franziska Nickel brachte die Erfrischung hin.

Am Vormittag mussten sich motorisierte Dauercamper von der Malge gedulden, die aus der Stadt vom Einkaufen kamen, weil die Heerstraße/Ecke Grüninger Landstraße wegen Sichtbehinderung durch Rauch abgesperrt war. Während es die meisten zunächst gelassen nahmen, war es für einen Vater aus Eilsleben, dessen neunjährige Tochter auf dem Campingplatz wartete, "ein Unding." Nach einer guten Dreiviertel Stunde wurde der Verkehr wieder frei gegeben und von der Polizei an den Einsatzfahrzeugen vorbeigeleitet.

Von Claudia Nack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel
5a29d74e-dc22-11e7-9eba-5da84ef1d449
Brandenburg/Havel damals und heute

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist mehr als tausend Jahre alt. Besucher können auch heute noch viel Historisches entdecken. Die MAZ hat im Archiv gestöbert, sehenswerte Fotos gefunden und lädt hier zu einem Stadtbummel „Damals und heute“ ein.

37e8f698-1560-11e8-badb-9de1240b9779
Babys aus Brandenburg/Havel und Umland

Die Geburt eines Kindes ist das größte Glück und der bewegendste Moment im Leben vieler Menschen. Die MAZ begrüßt die kleinen Erdenbürger in der Stadt Brandenburg und dem Umland – und feiert die Ankunft der Zwerge mit einer fortlaufend aktualisierten Bildergalerie.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg