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Schläger wollte Türsteher „ausbluten“

Brandenburg an der Havel Schläger wollte Türsteher „ausbluten“

So ein brutaler Fall ist dem Landgericht Potsdam selten untergekommen: Dort muss sich derzeit ein 38-Jähriger verantworten, der seine Freundin mit Todesdrohungen gequält hat. Er drohte ihr unter anderem, sie mit Säure zu übergießen. Ihm werden neun Straftaten zur Last gelegt.

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Yama F. (39) ist erneut wegen Gewalttaten angeklagt. Im laufenden Prozess geht es um brutale Angriffe auf seine Ex-Partnerin.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg an der Havel. So viel geballte Aggressivität und Frauenverachtung ist selbst in den Prozessen des Landgerichts Potsdam selten. Dort sitzt ein 38 Jahre alter Asylbewerber aus Brandenburg/Havel auf der Anklagebank, der seine frühere Partnerin mit brutaler Gewalt und schlimmsten Todesdrohnungen gequält hat. Auch vor JVA-Beamten machte er nicht halt.

Neun Straftaten wirft Staatsanwältin Kristine Sörström dem bereits vorbestraften Yama F. im Zeitraum zwischen Januar 2016 und Juli 2017 vor. Dabei geht die Anklägerin von verminderter Schuldfähigkeit des offenbar psychisch kranken Mannes aus.

Als sich Daniela R. am Neujahrstag von ihrem Partner, der sie immer wieder schlecht behandelt, endlich trennen will, rastet Yama F. aus.

Er droht der Frau, sie mit Säure zu übergießen

Der aus Afghanistan stammende Mann droht seiner Lebensgefährtin mehrfach damit, ihr den Kopf abzuschlagen und sie mit Säure zu übergießen, sie umzubringen, wenn sie ihn verlasse. Er schlägt ihr mindestens zwanzig Mal mit der Faust ins Gesicht, so dass der Unterkiefer bricht und später operiert werden muss.

Die rohe Gewalt zeigt Wirkung. Die eingeschüchterte Frau bleibt noch elf Monate lang bei ihm und erträgt dann noch eine Tortur nach der anderen.

Zu später Stunde im Club Laguna fällt dem Rohling unvermittelt ein, der Partnerin seinen eigenen Kopf gegen ihren zu rammen. Als sie daraufhin geht, folgt er ihr, ohrfeigt sie vor dem Club so heftig, dass zwei Türsteher dazwischen gehen wollen. Das verhindert der Angreifer, indem er ein Klappmesser zückt und den beiden Männern droht, sie „auszubluten“.

Schon mehrere Vorstrafen

Der Angeklagte ist bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft, zuletzt in diesem April wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Sein Richter im April bescheinigte im ein „dissoziales Leben“ in Deutschland. Eine Zwangsunterbringung in der Psychiatrie wurde aber nicht angeordnet.

Die Angestellten lassen von ihm, so dass er mit seinen Schlägen gegen die Frau fortfahren kann. Nun versuchen Gäste, ihr zu helfen. Doch auch sie hält er mit dem gezückten Messer und der Bemerkung, er werde sie alle abstechen, in Schach.

Auch im Gefängnis verhält sich der Angeklagte nicht ruhig

Das Leiden des Opfers ist damit nicht beendet. Er sprüht seine Partnerin bei anderer Gelegenheit in der Wohnung in Hohenstücken eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht und schlägt noch mal zu, etwa 10- bis 15 Mal und immer ins Gesicht. Ähnliches wiederholt sich in der Warschauer Straße, wo er Daniela R. mit Schlägen niederstreckt, so dass sie mit dem Kopf gegen einen Blumenkübel prallt und sich erheblich verletzt.

An einem anderen Tag packt er die Frau am Hals und würgt sie etwa eine Minute lang und droht dabei, ihr heißes Wasser über das Gesicht zu schütten.

Wegen anderer Delikte sitzt der 38-Jährige inzwischen im Gefängnis. Doch auch dort verhält er sich wiederholt keineswegs ruhig. Aus nichtigem Anlass stößt und beleidigt er einen Brandenburger JVA-Beamten zunächst, ehe er mit dem Schachbrett ausholt. Als der angegriffene Beamte den Schlag abwehren kann, beißt er ihn in Ringfinger und Oberarm. Als ein Kollege hinzukommt, zerdeppert Yama F. einen Teller und will mit einer Scherbe auf den Beamten losgehen. Der Angriff misslingt zum Glück.

Wer Yama F. im Gerichtssaal sieht, glaubt kaum, dass er solche und andere Straftaten begangen hat. Gepflegt, fast vornehm sieht er aus, ruhig und kontrolliert verfolgt er die Worte der Staatsanwältin. Sein Deutsch ist hervorragend, er ist als Kind 1989 nach Deutschland gekommen.

Seit 2006 liegt ein rechtskräftiger Abschiebebescheid gegen den Mann vor, der aber einen Asylantrag gestellt, über den soweit bekannt noch nicht endgültig entschieden ist.

Beim nächsten von sieben Prozesstagen will Yama F. voraussichtlich Stellung nehmen zu den Vorwürfen. Anschließend soll seine frühere Lebensgefährtin als erste Zeugin gehört werden.

Von Jürgen Lauterbach

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